Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energienetze zwangsveräußern - umstrittene Idee der EU: Forscher untersuchen den Nutzen

30.10.2007
Ziel: Mehr Wettbewerb im Europäischen Energiemarkt
Forschungsprojekt "Unbundling of Energy Companies - UNECOM" startet

Neue Gesetzesvorschläge der Europäischen Kommission sehen zur Schaffung von mehr Wettbewerb die Zerschlagung von "integrierten" Energieunternehmen vor, die sowohl Strom erzeugen bzw. Gas importieren, Energie liefern und zugleich Strom- oder Gastransportnetze betreiben.

Ob das wirklich lohnen würde, untersuchen Forscher im internationalen Projekt "UNECOM - Unbundling of Energy Companies: Will it be worth it?", an dem das Institut für Berg- und Energierecht (IBE) der Ruhr-Universität mit Prof. Johann-Christian Pielow beteiligt ist. In den kommenden zwei Jahren wollen sie weitere Schritte zur Intensivierung des Wettbewerbs in der europäischen Energiewirtschaft aus ökonomischer, technischer wie juristischer Sicht erforschen.

Das Projekt wird mit rund 720.000 Euro gefördert, die je zur Hälfte von der niederländischen Wissenschaftsstiftung Next Generation Infrastructures, Delft, und aus Mitteln der Wirtschaft stammen.

... mehr zu:
»Energierecht »IBE »UNECOM

Eigentumsrechtliche Trennung ist stark umstritten

Unter Ökonomen, Technikern und Juristen ist stark umstritten, ob die "eigentumsrechtliche" Trennung des Netzbetriebs bzw. Alternativvorschläge der Europäischen Kommission wie die Schaffung "unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber" tatsächlich zu mehr Wettbewerb führen. Man zweifelt, ob nicht andere Maßnahmen, etwa im Zuge staatlicher Netzregulierung, dazu geeigneter sind. "Ein besonderes Augenmerk erfordert dabei stets die notwendige Gewährleistung der dauerhaften Netz- und insgesamt der Energieversorgungssicherheit", erklärt Prof. Pielow. Die anvisierte Eigentumsentflechtung (Ownership Unbundling) ist auch im internationalen Vergleich innovativ. Zwar existieren entsprechende Ansätze in Großbritannien, Spanien, der Schweiz und jetzt auch in den Niederlanden. Jedoch ist der Einfluss verschiedener Entflechtungsformen vor allem auf die Investitionen in die Netze und Kraftwerke bisher kaum erforscht. "Auch lassen sich Vorbilder aus anderen Ländern nicht ohne Weiteres auf die spezifischen technischen, wirtschaftlichen wie rechtlichen Strukturen in Deutschland übertragen - will man nicht ernsthafte Versorgungskrisen billigend in Kauf nehmen", so Pielow. Ziel des Forschungsprojekts sei es daher, kritisch-konstruktive Impulse für den Gesetzgebungsprozess auf europäischer Ebene und die spätere Umsetzung in den EU-Staaten zu entwickeln.

UNECOM: Interdisziplinär & international

Die Themenstellung berührt grundsätzliche Fragen aus rechts-, wirtschafts- wie aus ingenieurwissenschaftlicher Sicht. Anliegen des Forschungsprojekts UNECOM ist es daher, die theoretischen und empirischen Einsichten aus diesen Disziplinen zusammenzuführen. Um die europäische Dimension des Projekts zu betonen, sind zudem ausländische Universitäten beteiligt; dies erleichtert auch die Einbeziehung rechts- und systemvergleichender Erkenntnisse. Die Forschergruppe wird angeführt von dem renommierten Energieökonomen Prof. Gert Brunekreeft (Jacobs University Bremen/Bremer Energie Institut). Neben dem IBE (Prof. Joh.-Christian Pielow und Wiss. Mitarbeiter Eckart Ehlers) wirken ferner die Universität Tilburg mit dem Tilburg Law and Economics Center (Prof. Pierre Larouche), die Wirtschaftsuniversität Wien (Prof. Christoph Weiss) sowie die Technische Universität Delft (Prof. Rolf W. Künneke) mit.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Johann-Christian Pielow, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Berg- und Energierecht, Universitätsstr. 150, 44801 Bochum, Gebäude NA 02/299, Tel.: 0234/32-27333, E-Mail: christian.pielow@rub.de, Website des Forschungsprojekts: http://www.unecom.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.unecom.de
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Berichte zu: Energierecht IBE UNECOM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsgefahr nahe null - IMK-Indikator: Deutsche Wirtschaft auf dem Weg in die Hochkonjunktur
16.01.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Mit Schwung ins neue Jahr
28.12.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie