Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Konjunktur 2002: starke Wachstumsdynamik bei hohem Risiko

15.04.2002


Die Weltwirtschaft ist 2001 um nur 1,4 % gewachsen und damit so schwach wie zuletzt 1991. Für das laufende Jahr rechnen die Volkswirte der Dresdner Bank mit einem weltwirtschaftlichen Wachstum von 2,1 %. Für Europa prognostizieren sie einen BIP-Anstieg von 1,6 %, für Deutschland 1,3 %.

Die Dresdner Bank sieht derzeit eine ungewöhnlich ernsthafte Risikolage im weltpolitischen Bereich und hat deshalb in einem Risikoszenario die Wirkung eines Ölpreises untersucht, der für einige Quartale auf einem Niveau zwischen 30 und 40 US-$/Barrel läge. Bei Eintritt dieses Szenarios fiele in den Industrieländern 2002 das Wachstum um 0,5 Prozentpunkte und 2003 um 1–2 Prozentpunkte niedriger aus.

Die in der Frühjahrsprognose gemachten und nachfolgend dargestellten Prognosen wurden auf der Grundlage eines Basisszenarios (durchschnittlicher Ölpreis 2002: 23/24 US-$/Barrel) getroffen.

Dreh- und Angelpunkt für die Erholung der Weltwirtschaft 2002 sei die Entwicklung in den USA. Dort rechnen die Dresdner-Bank-Volkswirte mit einem Wachstum von 5,6 % (Jahresrate) im 1. Quartal 2002. Im Jahresdurchschnitt erwarten sie 2,7 % in diesem und im kommenden Jahr. Im Euro-Raum werde sich das Wachstum ab dem zweiten Jahresviertel merklich beschleunigen; dennoch werde die durchschnittliche Wachstumsrate 2002 nur bei 1,6 % liegen. "Im nächsten Jahr wird dann mit einem BIP-Zuwachs von gut 2,5 % die Trendwachstumsrate wieder erreicht", so die Prognose. Bis Jahresende 2002 erwartet die Dresdner Bank eine Zinsanhebung der EZB um 25 bis 50 Basispunkte.

Deutschlands Wirtschaft erscheine schon seit einiger Zeit international nicht in bestem Licht. Unter den größeren Industrieländern habe 2001 nur Japan eine schwächere BIP-Entwicklung verzeichnet. Derzeit befinde sich die Bundesrepublik aber in einer klaren Konjunkturwende. Die Dynamik beschleunige sich zurzeit merklich. Das 2. Halbjahr werde dann einen eher ruhigeren Verlauf auf dem zuvor erreichten Niveau bringen: Die Nachholeffekte würden auslaufen, auch der höhere Ölpreis dürfte die Inlandsnachfrage etwas dämpfen. Alles in allem prognostizieren die Volkswirte der Dresdner Bank für Deutschland ein Wachstum von 1,3 % im laufenden und von 2,3 % im nächsten Jahr. Insbesondere vom Export gingen im Verlauf dieses Jahres wieder kräftige Impulse aus. Die internationale preisliche Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft sei derzeit recht günstig. Auch im europäischen Vergleich schneide die deutsche Exportwirtschaft in den letzten Jahren überdurchschnittlich gut ab.

Der Preisauftrieb bleibe im laufenden und im kommenden Jahr aller Voraussicht nach unter der Zwei-Prozent-Marke. Die Arbeitslosenzahl steige im Jahresdurchschnitt 2002 zum ersten Mal seit 1997 wieder an – um voraussichtlich rund 100.000 auf 3,95 Millionen. Dies entspräche einer Arbeitslosenquote von 9,7 % nach 9,3 %, in 2001. In den kommenden Monaten werde sich die Lage am Arbeitsmarkt jedoch zunehmend stabilisieren. 2003 setze sich der Trend zur Besserung am Arbeitsmarkt fort. Im Jahresdurchschnitt 2003 erwartet die Dresdner Bank 3,8 Millionen Arbeitslose, was einer Quote von 9,2 % entspräche.

Eine separat vorgelegte Analyse der strukturellen Entwicklung des deutschen verarbeitenden Gewerbes in den letzten sechs Jahren zeigt unter anderem: Nur drei Branchen – der Kraftwagenbau, die Luft- und Raumfahrt sowie die Nachrichtentechnik – konnten einen nennenswerten Beschäftigungsaufbau am Standort Deutschland leisten. Dies zeige überraschenderweise, dass gerade Industriezweige, die extrem stark dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt sind, auch im Inland spürbar Beschäftigung aufbauen könnten.

| Presse
Weitere Informationen:
http://economic-research.dresdner-bank.de/

Weitere Berichte zu: Luft- und Raumfahrt Ölpreis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Mittelstand 4.0-Kompetenz­zentrum Stuttgart gestartet
29.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE