Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Infrastrukturbedarf in Deutschland bis 2030 bei 400 Mrd. Euro

01.10.2007
Aus- und Neubau von Verkehrswegen kosten rund 150 Mrd. Euro / Erneuerung von Strom-Überlandleitungen schlägt mit 60 Mrd. Euro zu Buche / Bei der Gas-Infrastruktur fallen durch Neubau von Gas-Speichern 20 Mrd. Euro an / Finanzierung durch Private Public Partnerships bietet Ausweg aus der Finanzierungsklemme / Quote für private Infrastrukturfinanzierungen soll auf 15% steigen

Die sich häufenden Katastrophenfälle und der massive Erneuerungsbedarf der Infrastruktur, insbesondere in schnell wachsenden, internationalen Metropolen, führt nach Schätzungen der Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton zu enormen Investitionen. Weltweit kommt im nächsten Vierteljahrhundert eine Summe von 40 Billionen US$ auf Kommunal- und Staats-Haushalte zu.

Aber nicht allein in den USA oder aufstrebenden Ländern wie China, Indien und Brasilien hält der Bau von Verkehrswegen und Versorgungseinrichtungen mit dem Wirtschaftswachstum nicht mehr Schritt. Das gilt auch für Deutschland. Hier ist insbesondere der Erneuerungsbedarf außergewöhnlich hoch. Booz Allen Hamilton beziffert die nötigen Investitionen bei Verkehr, Energie, Wasser und Umwelt hierzulande auf mindestens 400 Mrd. Euro bis zum Jahr 2030. Dabei nimmt der Aus- und Neubau von Verkehrswegen mit rund 150 Mrd. Euro den Großteil der Kosten ein.

Das für die Städte und Kommunen dringendste Problem ist die Instandhaltung und der Ausbau des Wasser- und Abwassernetzes. Laut Booz Allen-Analyse verschlingt dieser Bereich 60 bzw. 110 Mrd. Euro.

Insbesondere die so genannten Sickerverluste müssen eingedämmt werden. Während etwa in London rund ein Drittel des Trinkwassers durch Lecks in teils 150 Jahre alten Leitungen versickert, liegt der Durchschnitt in Deutschland bei bis zu 40%. Darüber hinaus müssen durch die immer höheren Auflagen bei der Abwasserbehandlung aufwändigere Kläranlagen gebaut werden. Die Instandhaltung und der Ausbau des Stromnetzes zum Beispiel durch die Erneuerung von Überlandleitungen beziffert Booz Allen bis 2030 auf rund 60 Mrd. Euro. Bei der Gas-Infrastruktur schlagen rund 20 Mrd. Euro für Pipelines, Terminals und Gasspeicher zu Buche.

Angesichts des kontinuierlichen und in einigen Kommunen akuten Handlungsbedarfs sind die finanziellen Grundlagen für die Infrastrukturmaßnahmen dringend zu sichern, sagt Kai Eltges, Geschäftsführer von Booz Allen Hamilton: "Düsseldorf und Dresden haben es vorgemacht. Schuldenfrei in zukunftsorientierte Bereiche investieren - von Kindertagesstätten und Schulgebäuden bis zum Hochwasserschutz. Ein solcher Masterplan erfordert Widerstandsfähigkeit und ein optimiertes Finanzmanagement."

Während der Finanzierungsbedarf steigt, sparen Städte und Gemeinden vor allem bei der Verkehrsinfrastruktur. Gaben sie im Jahr 1999 noch mehr als 19 Mrd. Euro für den Erhalt und den Ausbau von Straßen und Gebäuden aus, waren es 2004 noch nicht einmal mehr 15 Mrd. Euro - das ist ein nominaler Rückgang um 23%, der sich aktuell fortsetzt. Der starke Rückgang der staatlichen Bruttoanlageinvestitionen in Deutschland ist vor allem auf die veränderten Rahmenbedingungen der Städte und Gemeinden zurückzuführen. Einen Ausweg aus der Finanzierungsklemme können Privatisierungen und vor allem Private Public Partnerships bieten.

Rund ein Viertel der Investitionen in Infrastrukturprojekte nehmen etwa in Großbritannien, Spanien, Australien und den USA Private vor. In Deutschland soll diese Quote für Projekte auf Bundesebene in den nächsten Jahren auf 15% erhöht werden. Kai Eltges: "Ein absolut notwendiger Schritt. Neben privaten Finanzierungsoptionen wird der Blick nicht nur auf die einmalige Ausgabe, sondern auch auf die zukünftigen Unterhaltungskosten gerichtet. Bund, Länder und Kommunen können durch diese Kombination signifikant sparen und den aktuellen Investitionsstau sukzessive auflösen."

Booz Allen Hamilton ist mit mehr als 19.000 Mitarbeitern und Büros auf sechs Kontinenten die weltweit führende Strategie- und Technologieberatung. Das Unternehmen befindet sich im Besitz seiner rund 300 aktiven Partner. Sechs Büros sind im deutschsprachigen Raum: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München, Wien und Zürich. Der Umsatz beläuft sich weltweit auf 4 Mrd. US$, im deutschsprachigen Raum auf 229 Mio. Euro (Client Billings der Booz Allen Hamilton Gesellschaften im deutschsprachigen Raum).

Harald Ehren | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.boozallen.de

Weitere Berichte zu: Finanzierungsklemme Infrastrukturbedarf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wachstumsprognose wird angehoben
14.12.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Aufschwung setzt sich fort
28.11.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Lipid-Nanodisks stabilisieren fehlgefaltete Proteine für Untersuchungen

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Von Alaska bis zum Amazonas: Pflanzenmerkmale erstmals kartiert

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Krebsforschung in der Schwerelosigkeit

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie