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ZEW-Energiemarktbarometer - Experten erwarten keine Entspannung bei Energiepreisen

01.10.2007
Die große Mehrheit der für das ZEW-Energiemarktbarometer befragten Experten erwartet langfristig (das heißt in den nächsten fünf Jahren) steigende Preise bei Strom für Industriekunden, bei Erdgas, Rohöl und Kohle.

Kurzfristig (das heißt in den nächsten sechs Monaten) geht die Mehrheit der Experten für Kohle und Erdgas von stagnierenden Preisen aus, während sich für die Energieträger Strom und Rohöl der Anteil der Experten, die stagnierende Preise erwarten, und der Anteil der Experten, die steigende Preise erwarten, die Waage halten. Dies zeigt eine Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, bei mehr als 200 Energieexperten im Rahmen des aktuellen ZEW-Energiemarktbarometers.

Die überwiegende Mehrheit der befragten Experten sieht weiterhin langfristig steigende Energiepreise. So erwarten rund 84 Prozent in den nächsten fünf Jahren steigende Strompreise. Etwa 13 Prozent gehen von einem gleich bleibenden Preisniveau aus, und lediglich 3 Prozent rechnen mit niedrigeren Preisen. Nur im Sommer 2004 rechnete eine noch größere Anzahl der Experten mit einem langfristigen Preisanstieg beim Strom (rund 86 Prozent).

Auch Öl- und Gaspreise steigen nach Einschätzung der Experten in den nächsten Jahren weiter. Etwa 84 Prozent der Befragten gehen von steigenden Erdgaspreisen aus, 82 Prozent von weiter steigenden Ölpreisen. Mit einer Umkehr der Preisentwicklung hin zu gleich bleibenden Preisen rechnet nur eine Minderheit (11 Prozent für den Ölpreis und 9 Prozent für den Gaspreis). Noch geringer ist der Anteil der Experten, die von langfristig sinkenden Preisen ausgehen (rund 7 Prozent für Gas- und Ölpreis).

Nicht ganz so pessimistisch ist die Einschätzung der Kohlepreisentwicklung. Zwar erwarten immer noch rund 65 Prozent der Experten steigende Preise, aber immerhin 30 Prozent rechnen für das Jahr 2012 mit einem Kohlepreis auf ähnlichem Niveau wie im Jahr 2007, rund 5 Prozent sogar darunter.

Bei der kurzfristigen Energiepreisentwicklung hatten die Befragten noch vor einem halben Jahr eine deutliche Entspannung erwartet. Diese Erwartung hatte allerdings nicht lange Bestand. In der aktuellen Befragungsrunde gehen lediglich rund 49 Prozent der Experten von stagnierenden Strompreisen aus (erstes Halbjahr 2007: rund 57 Prozent). Nur noch rund 2 Prozent rechnen mit sinkenden Strompreisen (gegenüber rund 6 Prozent im ersten Halbjahr 2007).

Hingegen rechnen 49 Prozent der Experten mit höheren Elektrizitätspreisen in den nächsten sechs Monaten. Ein seit dem zweiten Halbjahr 2004 andauernder Trend ist damit erstmals durchbrochen. In den sechs Befragungsrunden vom zweiten Halbjahr 2004 bis zum ersten Halbjahr 2007 war der Anteil der Befragten, die mit kurzfristig steigenden Strompreisen rechneten, gesunken.

Die Experten sehen auch die kurzfristige Entwicklung der Öl- und Gaspreise weit skeptischer als vor sechs Monaten. So erwartet jeweils eine knappe Mehrheit stagnierende Preise (etwa 47 Prozent bei Öl und 50 Prozent bei Gas). Gut 45 Prozent der Experten rechnen dagegen mit steigenden Öl- und rund 40 Prozent mit steigenden Gaspreisen. Vor einem halben Jahr waren lediglich 25 Prozent bzw. 26 Prozent der Teilnehmer dieser Meinung. Gut zwei Drittel der Experten gehen für die nächsten sechs Monate von konstanten Kohlepreisen aus, rund 30 Prozent von steigenden Preisen und lediglich rund 3 Prozent von einem Rückgang des Kohlepreises.

Das ZEW-Energiemarktbarometer:
Das ZEW-Energiemarktbarometer ist eine halbjährliche Befragung von mehr als 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis (Energieversorgungs-, -handels- und -dienstleistungsunternehmen), die zu ihren Erwartungen hinsichtlich der kurz- und langfristigen Erwartungen auf den nationalen und internationalen Energiemärkten befragt werden (kurze Frist: sechs Monate, lange Frist: fünf Jahre).
Ansprechpartner:
Dr. Ulf Moslener, Telefon 0621/1235-209, Fax -226, E-Mail moslener@zew.de
ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/zn/schwerpunkte/energiemarkt/schwerpunkt_Energiemarkt0907.pdf - das aktuelle ZEW-Energiemarktbarometer

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

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