Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wider der Service-Wüste - die Ansätze der Dienstleistungsforschung

17.08.2007
Mit dem Thema Dienstleistung hat jeder schon seine Erfahrungen gesammelt.

Oft fallen bei diesem Thema immer noch Begriffe wie "Service-Wüste". Was aber die wenigsten wissen: Das Thema Dienstleistung birgt viele sehr innovative Ansätze. Zu diesem Bereich gibt es sogar einen eigenen Forschungszweig. Warum das so ist und was diese Wissenschaftsdisziplin konkret macht? Diesen Fragen soll im folgendem einmal nachgegangen werden.

Dienstleistungsforschung gibt es in Deutschland seit zwölf Jahren. Die These dieser Disziplin lautet: Dienstleistungen entstehen durch Bedürfnisse der Menschen. Diese haben sich in den letzten Jahren geändert. Was darin begründet ist, dass sich die Struktur der Gesellschaft gewandelt hat. Zum Beispiel gibt es immer mehr Single-Haushalte, die Individualisierung der Gesellschaft wächst und die demographische Entwicklung hat sich verändert. Außerdem wächst der Trend zu Metropolregionen.

Auch im Bereich der Wirtschaft hat sich durch Faktoren wie weiter zunehmende Globalisierung, veränderte Konsumgewohnheiten sowie komplexere Produkte einiges geändert. Und so wird auch die Bedeutung von Dienstleistungsforschung immer größer.

"Service Engineering" ist der Oberbegriff dieser Forschungsrichtung. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Dienstleistungen in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen zu entwickeln. Dazu gehört auch das Umsetzen von neuen Ideen dieses Bereiches in marktfähige Leistungen. Forschung und Unternehmen stärken sich dabei gegenseitig. Der Forschungszweig unterstützt zum Beispiel Unternehmen, damit diese mit der gewünschten Qualität und Effizienz am Markt anbieten können.

Ein Beispiel dessen, was diese Forschung ganz praktisch umgesetzt hat, sieht man unter anderem am Verbundprojekt "MACS" (Mobile Automotive Cooperative Services). Daran beteiligt waren die TUM-Lehrstühle für Information, Organisation und Management und für Wirtschaftsinformatik, die Audi AG, das Institut für Automobilwirtschaft der Hochschule Nürtingen/Geislingen sowie das Institut für Arbeitswissenschaft der TU Darmstadt.

Im Durchschnitt verbringt jeder Berufstätige in Deutschland 90 Minuten pro Tag im Auto. Einziges Informationsmedium ist das Radio, die dort gesendeten Nachrichten sind nicht auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten. Gibt es darüber hinaus Möglichkeiten für Autofahrer diese Zeit sinnvoll und den eigenen Interessen entsprechend zu nutzen, in dem sie zum Beispiel selbst bestimmen welche Informationen sie hören möchten? Welche mobilen Dienste diesbezüglich könnte man Autofahrern während der Fahrt anbieten? (Dies natürlich unter Berücksichtigung der sicherheitstechnischen Anforderungen.) Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Verbundprojekt und entwickelte einen personenbezogenen mobilen Dienst, der auf innovativen Informations- und Kommunikationstechnologien basiert.

Das Ergebnis? Der Nachrichtendienst MACS MyNews. Er wurde prototypisch umgesetzt und im Dezember 2006 anhand eines Prototypen in einem Audi A6 Avant präsentiert. Er könnte dann den Autofahrer künftig auf Wunsch während der Fahrt mit ständig aktualisierten Nachrichten aus aller Welt versorgen. Dabei ist MACS MyNews individuell konfigurierbar. Der Fahrer bestimmt also selbst die Inhalte wie Welt- und Sportnachrichten oder den Wetterbericht, ebenso ob, in welcher Reihenfolge und wie lange er hierüber informiert werden möchte.

Ein weiteres Projekt, an dem aktuell im Rahmen der Dienstleistungsforschung gearbeitet wird, ist das Verbundprojekt Serv.biz - Business Transformation für hybride Wertschöpfungsnetzwerke an dem unter anderem das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und die Technische Universität München - Lehrstuhl für Allgemeine und Industrielle Betriebswirtschaftslehre -

beteiligt sind. Im Fokus steht die Untersuchung der unternehmerischen Herausforderungen, welche sich aus den Veränderungen der Wertschöpfungsprozesse durch hybride Wertschöpfung, z.B. durch die Kombination von Produktion und Dienstleistung oder die Bildung von Unternehmensnetzwerken ergeben. In diesem Zusammenhang werden die ökonomischen, organisatorischen und personalwirtschaftlichen Grundlagen von Business Transformation Prozessen für hybride Wertschöpfungsformen untersucht.

Und dies waren nur einige Beispiele dessen, was Dienstleistungsforschung leistet.

Mehr Ergebnisse werden nun von der Handelshochschule Leipzig und dem CLIC - Center for Leading Innovation & Cooperation deutschlandweit in acht Innovationsforen unter dem Titel "Innovative Dienstleistungen auf dem Weg zur Weltspitze" vorgestellt. Die Auftaktveranstaltung findet am 17. September auf dem Münchener Flughafen statt. Dort präsentieren die TU München sowie der Flughafen München unter dem Titel "Sehnsucht nach Aufbruch und Abenteuer: Superior Service als Treiber innovativer Dienstleistungen" die Dienstleistungspartnerschaft der beiden Einrichtungen. Eingeladen sind dazu Interessenten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Weitere Stationen sind dann unter anderem Aachen, Hamburg, Leipzig und Stuttgart.

Kontakt:
Handelshochschule Leipzig (HHL)
Antje Sauerland
Public Relations
Tel.: 0341-9 85 16 64
E-Mail: antje.sauerland@hhl.de

Volker Stößel | idw
Weitere Informationen:
http://www.hhl.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert
22.08.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitslosigkeit sinkt verhaltener
27.07.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Turbulente Bewegungen in der Atmosphäre eines fernen Sterns

23.08.2017 | Physik Astronomie