Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sparkassen unterstützen europäische Strukturpolitik

09.05.2007
Starke Sparkassen auch in schwachen Regionen - Institut Arbeit und Technik der Fachhochschule Gelsenkirchen untersuchte die Rolle der Sparkassen in der Strukturpolitik

Lokal gebundene Sparkassen sind hervorragend geeignet, eine auf Wachstum und Ausgleich setzende europäische Strukturpolitik als regionale Akteure vor Ort zu unterstützen. Mit ihrer Geschäftspolitik agieren sie strukturpolitisch in einer Doppelfunktion, indem sie einerseits Wachstumspotenziale aktivieren und anderseits dazu beitragen, wirtschaftlich schwächere Regionen zu stabilisieren.

Vor allem in strukturschwachen Räumen sind sie zentrale und unerlässliche Akteure. Sie können diese Aufgabe nachhaltig erfüllen, weil sie auch in wirtschaftlich schwächeren Regionen mindestens so erfolgreich wie in reichen Regionen sind. Selbst in den strukturschwachen Randregionen Ostdeutschlands erzielen sie auskömmliche Erträge. Das zeigen Ergebnisse eines Forschungsprojektes am Institut Arbeit und Technik (IAT). Im Auftrag der "Wissenschaftsförderung der Sparkassen-Finanzgruppe e.V." untersuchten Stefan Gärtner und PD Dr. Dieter Rehfeld vom IAT-Forschungsschwerpunkt "Innovation, Raum und Kultur" die Rolle der Sparkassen in der regionalen Strukturpolitik.

Auf wissenschaftlicher Grundlage wurden dabei exemplarisch vier Regionen und Sparkassen genauer beleuchtet und der Frage nachgegangen, ob und mit welcher Geschäftspolitik Sparkassen auch in schwachen Regionen nachhaltig erfolgreich sind. Denn nur dann können sie dort die regionale Entwicklung längerfristig vorantreiben. Wie die Ergebnisse zeigen, können die Sparkassen gerade auch beim "Aufbau Ost" die Entwicklung regionaler Kompetenzen unterstützen und zu einer ausgeglichenen regionalen Entwicklung beitragen.

Dass Sparkassen auch in strukturschwachen Regionen erfolgreich sein können, hat verschiedene Ursachen: Die privaten Geschäftsbanken haben sich speziell aus den schwachen und peripheren Regionen zurückgezogen und den Genossenschaftsbanken und Sparkassen dieses Feld überlassen. Die geringere Wettbewerbsintensität vor Ort hat für die Sparkassen stabile, langfristige Kunden-Bank-Beziehungen zur Folge, die Informationsbeschaffung wird einfacher. Dies zeigt, welche große Bedeutung räumliche Nähe insbesondere bei der Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen hat und dass Bankenmärkte keinesfalls raumlos sind. "Der Zusammenhang von regionaler Strukturschwäche und dennoch ganz ordentlichen Ertragsaussichten einer Bank lässt sich letztlich nur in Verbindung mit dem Geschäftsmodell der Sparkassen-Finanzgruppe erklären", so der IAT-Experte Stefan Gärtner. Sie konzentrieren sich auf die Region, sind schnell und flexibel mit hoher Marktkenntnis und nutzen das Verbundsystem für die kostengünstige Abwicklung des Mengengeschäfts und das Vorhalten von Spezialkompetenzen.

Trotz vielfältiger Finanzierungsangebote im Internet spielt räumliche Nähe für die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen noch immer eine herausragende Rolle. Aufgrund ihrer lokalen Kenntnis verfügen regional gebundene Kreditinstitute wie die Sparkassen über ein spezifisches, Prüf- und Risikokosten minderndes Know-how bezüglich der regionalen Unternehmen, Märkte und Strukturen und können rascher reagieren. Durch ihre Unabhängigkeit haben sie einen wesentlich größeren Spielraum als konzerngebundene Außenstellen der Großbanken. Sie fördern eine Netzwerkbildung der lokalen Wirtschaft, entwickeln auf die Region abgestimmte Finanzinstrumente und tragen so zu einer ausgeglichenen Regionalentwicklung bei. Die Studie belegt darüber hinaus, dass die strukturpolitischen Aktivitäten und die Bedeutung der Sparkassen durch ihr umfangreiches gesellschaftliches Engagement vor Ort weit über die eigentlichen Bankdienstleistungen hinausgehen.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:
Stefan Gärtner, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsschwerpunkt Innovation, Raum und Kultur des Instituts Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen, Telefon: 0209/1707-164, E-Mail: gaertner@iat.eu

PD Dr. Dieter Rehfeld, Leiter des Forschungsschwerpunkts Innovation, Raum und Kultur des Instituts Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen, Telefon: 0209/1707-268, E-Mail: rehfeld@iat.eu

Claudia Braczko
Institut Arbeit und Technik
Öffentlichkeitsarbeit/Pressestelle
der Fachhochschule Gelsenkirchen
Fon 0209/9596-676, Fax -563
E-Mail: claudia.braczko@fh-gelsenkirchen.de

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://iat.eu

Weitere Berichte zu: Geschäftspolitik IAT Strukturpolitik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie