Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Führerschein für Unternehmensgründer

01.03.2007
Ein Zertifizierungssystem zu schaffen, das die Gründerausbildung europaweit standardisiert, ist das Ziel der europäischen Initiative SofE - IDEA School of Entrepreneurs.

Das mehrstufige System erlaubt vor allem eine europaweite Vergleichbarkeit der erworbenen Qualifikationen. Neun Partner aus neun Ländern arbeiten in dem im Rahmen des europäischen Leonardo da Vinci Programms geförderten Projekt. Unter ihnen ist auch die Darmstädter INI-Novation GmbH, die sich auf die Unterstützung von Unternehmensgründungen aus Forschungseinrichtungen spezialisiert hat. Nach Abschluss des Lehrplans für Gründer geht das Projekt nun in die nächste Phase.

Mehr als neunzig Prozent aller Unternehmen in Europa haben weniger als zehn Mitarbeiter und gehören damit zu den so genannten Mikro-Unternehmen. Ihre Mitarbeiter haben in der Regel ein breites Aufgabengebiet und sind als Unternehmer im Unternehmen gefordert. Die Ausbildung in Europa - egal ob an der Hochschule oder in Berufsschulen - bereitet auf diese Anforderungen allerdings nur unzureichend vor. Der Weg in die Selbstständigkeit fällt vielen schwer, da ihnen häufig betriebswirtschaftliche Kenntnisse fehlen und sie nur schwer einschätzen können, was mit der Selbstständigkeit auf sie zukommt.

Weiterbildungsangebote in diesem Bereich gibt es zwar in ausreichendem Maß, doch deren Inhalte und Qualität sind sehr unterschiedlich und damit auf europäischer Ebene nicht vergleichbar.

Das europäische Projekt SofE - IDEA School of Entrepreneurs möchte diese Lücke schließen: "Unser Ziel ist es, einen qualitativ hochwertigen Weiterbildungsstandard zu schaffen, der Gründerinnen und Gründern in ganz Europa einen Leitfaden an die Hand gibt, welche Fertigkeiten und Kenntnisse für die berufliche Selbstständigkeit notwendig sind. Gleichzeitig möchten wir eine europaweite Vergleichbarkeit der Kenntnisse erreichen und den Absolventen von Gründerkursen damit auch den Einstieg in anderen europäischen Ländern erleichtern", beschreibt Dr. Marion Mienert, Geschäftsführerin der INI-Novation GmbH, die ambitionierte Zielsetzung des Projekts. "Das Zertifizierungsprogramm ist in insgesamt drei Kompetenzstufen gestaffelt. Nach jeder Stufe legt der Lernende eine standardisierte Prüfung ab, ähnlich der European Computer Driving Licence ECDL. Das Ergebnis dieses Tests wird in einem Zertifikat dokumentiert. Unternehmensgründern dient es als Referenz, mit der sie beispielsweise Geldgebern nachweisen können, dass sie über das nötige unternehmerische Wissen und Gründungskompetenzen verfügen", erklärt Mienert das Zertifizierungssystem.

Die erste Stufe vermittelt Grundlagenwissen. Darauf aufbauend werden immer komplexere Kompetenzen vermittelt. Die letzte Stufe soll als Anreiz zum lebenslangen Lernen gesehen werden. Das hier ausgestellte Zertifikat verliert nach einiger Zeit seine Gültigkeit. Dann muss der oder die Lernende sich neues Wissen aneignen und mit einem erneuten Test beweisen, dass er oder sie sich fachlich weiterentwickelt hat. Die Inhalte der Kurse decken insgesamt sieben Themenfelder ab, die für die Arbeit in Kleinstunternehmen oder die Selbstständigkeit elementar sind. Dazu gehören etwa Management, Marketing und Organisation ebenso wie rechtliche und kulturelle Aspekte. Damit die Inhalte stets auf dem neuesten Stand sind, werden sie regelmäßig von einem internationalen Expertenteam überarbeitet.

Das Projekt läuft seit Oktober 2005 und endet im September diesen Jahres. Entsprechend weit sind die Arbeiten bereits vorangeschritten. "Die Lehrinhalte und ein Modell-Lehrplan wurden bereits entworfen. Nun sind wir daran, das Prüfungssystem zu organisieren, durch das die Teilnehmer ihre Zertifikate erwerben können und das Franchise-Konzept zu definieren, über das später in jedem EU-Staat die Tests abgenommen werden können", erläutert Mienert den aktuellen Projektstatus.

Finanziert und unterstützt wird das Projekt durch die Europäische Kommission und das europäische Austauschprogramm Leonardo da Vinci.

Die Projektpartner:
INI-Novation GmbH - Deutschland
Proplan Ltd. - Zypern
Foundation for Women Entrepreneurs - Malta
METRICS, Ingegneria della Comunicazione - Italien
Business School Ostrava plc. - Tschechien
ATS Consulting - Griechenland
Kompetansemegleren AS (Skillbroker Ltd.) - Norwegen
Transsilvanische Universität von Brasov - Rumänien
Komarnock College - Schottland
Kontakt:
INI-Novation GmbH
Dr. Marion Mienert
Rundeturmstraße 10
64283 Darmstadt
Telefon: 0 61 51/1 55-5 92
E-Mail: marion.mienert@ini-novation.com
Die INI-Novation GmbH
Die INI-Novation GmbH ist ein Beratungsunternehmen auf den Gebieten des Innovationsmanagements, der Forschungsverwertung und der Vermarktung neuer Technologien. Als Technologievermittlerin verfügt

INI-Novation über Expertise in verschiedenen Technologiebereichen. Zu den Kunden gehören Forschungsinstitute, öffentliche Einrichtungen und KMU ebenso wie einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die beabsichtigen, ihre Technologien und Geschäftsmodelle erfolgreich zu vermarkten.

Die INI-Novation GmbH ist ein Spin-off der INI-GraphicsNet Stiftung, der Dachorganisation des INI-GraphicsNet. Die INI-GraphicsNet Stiftung unterstützt als Unterauftragnehmerin das Projekt SofE.

Kurzprofil INI-GraphicsNet:

Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt sowie weiteren acht Institutionen in sechs Ländern: dem Centre for Advanced Media Technology (CAMTech), dem Centre for Graphics and Media Technology (CGMT), beide in Singapur, dem Centro de Computação Gráfica (CCG) in Guimarães und Coimbra (Portugal), The IMEDIA Academy und IMEDIA, Inc. in Providence, Rhode Island (USA), den Omaha Graphics and Media Laboratories (OGM Labs) in Nebraska (USA), dem Centre for Visual Interaction and Communication Technologies (VICOMTech) in San Sebastian (Spanien), dem Institute for Graphic Interfaces (IGI) in Seoul (Süd-Korea) und dem Center for Advanced Computer Graphics Technologies (GraphiTech) in Trento (Italien).

Diese Institutionen bilden das weltweit größte und leistungsfähigste Forschungs-Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung. Ihre Kernkompetenz ist die Visualisierung und interaktive Verarbeitung von Daten, Informationen und Wissen. Sie erforschen und entwickeln neue Interaktions- und Dialogformen für digitale Medien und realisieren innovative Systeme zur Kommunikation und graphisch-interaktiven Kooperation über Rechnernetzwerke. Innerhalb des Forschungsverbundes sind an den zehn Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 500 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Der Etat betrug 2005 über 38 Millionen Euro.

Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://www.sofe.info
http://www.ini-novation.com
http://www.inigraphicset-stiftung.de

Weitere Berichte zu: Datenverarbeitung INI-Novation Selbstständigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Online-Quickcheck »Frugal Innovation Index« macht Unternehmen fit für Entry-Level Produkte
19.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Innovationskraft stärken – IAT untersuchte öffentliche und private Innovationsaktivitäten in NRW
12.04.2017 | Institut Arbeit und Technik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten