Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ABM: Im Osten viele ältere, im Westen vor allem junge Teilnehmer

15.12.2006
Mit der Einführung der Arbeitsgelegenheiten, der sogenannten "Ein-Euro-Jobs", ist die Zahl der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) in Deutschland weiter zurückgegangen. Derzeit sind rund 50.000 Personen in ABM beschäftigt.

Im Jahr 2000 war die Zahl viermal so hoch. Wenig verändert hat sich die Zusammensetzung der ABM-Teilnehmer: In Ostdeutschland beginnen weiterhin viele Ältere über 50, in Westdeutschland vor allem junge Erwachsene unter 25 eine ABM. Bei den rund 300.000 Arbeitsgelegenheiten sind dagegen die jüngeren Teilnehmer in West und Ost überproportional vertreten, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen waren in der Vergangenheit das am häufigsten eingesetzte Instrument auf dem zweiten Arbeitsmarkt. Im Jahr 2000 waren noch durchschnittlich mehr als 200.000 Personen in ABM beschäftigt, drei Viertel davon in Ostdeutschland. Die Zahl ist seitdem jedoch deutlich zurückgegangen. In den Jahren 2005 und 2006 liegt der Durchschnitt bei weniger als 50.000 ABM-Teilnehmern.

Andererseits gibt es seit Januar 2005 die neuen Arbeitsgelegenheiten für Arbeitslosengeld-II-Empfänger. Im Jahresdurchschnitt 2005 lag die Zahl der sogenannten "Ein-Euro-Jobs" bei rund 200.000, im Jahr 2006 ist ihre Zahl auf mehr als 300.000 gestiegen.

Die neuen Arbeitsgelegenheiten lösten die früheren kommunalen Beschäftigungsprogramme für Sozialhilfeempfänger ab. Diese "Hilfe zur Arbeit"-Stellen nach dem Bundessozialhilfegesetz wurden allerdings nicht statistisch exakt erfasst. Nach einer Schätzung des Deutschen Städtetages gab es im Jahr 2002 etwa 266.000 solcher Stellen.

Kaum veränderte Teilnehmerstruktur bei ABM

Trotz der zurückgehenden Zahlen hat sich die Zusammensetzung der ABM-Teilnehmer relativ wenig verändert. In Westdeutschland beginnen vor allem junge Erwachsene unter 25 Jahren eine ABM. Im Osten sind seit jeher Ältere über 50 und Langzeitarbeitslose unter den ABM-Teilnehmern überproportional vertreten.

Frauen sind auf dem zweiten Arbeitsmarkt unterrepräsentiert

Nach wie vor unterrepräsentiert auf dem zweiten Arbeitsmarkt sind dagegen die Frauen. Dies gilt insbesondere für Westdeutschland. Während Frauen im Jahr 2005 rund 45 Prozent der Arbeitslosen in Ost und West stellen, beträgt ihr Anteil an den ABM-Zugängen in Ostdeutschland nur 39 Prozent und in Westdeutschland sogar nur 33 Prozent. Bei den Arbeitsgelegenheiten sind Frauen in Westdeutschland mit 34 Prozent ebenfalls erheblich unterrepräsentiert. In Ostdeutschland entspricht ihr Anteil an den Arbeitsgelegenheiten mit 45 Prozent dagegen genau ihrem Anteil an den Arbeitslosen.

In den Arbeitsgelegenheiten sind viele unter 25

Verstärkt gefördert werden mit den Arbeitsgelegenheiten junge Erwachsene - und das sowohl in West- als auch in Ostdeutschland. Hier spielt eine Rolle, dass Jugendliche nach dem Sozialgesetzbuch II unverzüglich in Arbeit, Ausbildung oder Arbeitsgelegenheit zu vermitteln sind. Bei Arbeitsgelegenheiten für junge Erwachsene sei eine begleitende Qualifizierung besonders wichtig, um neue Perspektiven auf dem Arbeits- oder Ausbildungsmarkt zu ermöglichen, betont das IAB.

Die IAB-Studie im Internet: http://doku.iab.de/kurzber/2006/kb2406.pdf.

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de
http://doku.iab.de/kurzber/2006/kb2406.pdf

Weitere Berichte zu: ABM Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index setzt Anstieg fort
22.06.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu
29.05.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie