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Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Januar 2002 / Ende Januar 4.289.900 Arbeitslose

06.02.2002


Die Abkühlung des Arbeitsmarktes hat angehalten. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat im Januar um 326.400 auf 4.289.900 zugenommen; im Vorjahresvergleich gab es 196.700 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote lag bei 10,4 Prozent, die saisonbereinigte EU-standardisierte Erwerbslosenquote bei 8,1 Prozent. Die Zunahme der Arbeitslosenzahl konzentrierte sich nach wie vor auf die alten Länder. Nach den Worten des Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, neigt besonders die Industrie zur Schwäche, die im Westen größeres Gewicht hat als im Osten.

Die Zahl der Erwerbstätigen verringerte sich nach vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes im November saisonbereinigt um 15.000. Damit war die Entwicklung ein weiteres Mal wesentlich ungünstiger als in den ersten drei Quartalen des letzten Jahres. Nicht saisonbereinigt hat die Erwerbstätigkeit, vor allem jahreszeitlich bedingt, von Oktober auf November - das sind die jüngsten Zahlen - um 120.000 auf 39,07 Millionen abgenommen. Das waren 83.000 weniger als im November 2000.

In den alten Ländern registrierten die Arbeitsämter 2.791.300 Arbeitslose (Vormonat: +207.300; Vorjahr: +169.100). Die Arbeitslosenquote lag bei 8,3 Prozent. In den neuen Ländern wurden 1.498.600 Arbeitslose gezählt (Vormonat: +119.100; Vorjahr: +27.600). Die Arbeitslosenquote betrug 19,1 Prozent.

Die Kurzarbeit hat weiter zugenommen. Im Januar waren davon 211.700 Arbeitnehmer betroffen, 36.200 mehr als im Dezember und 119.600 mehr als vor Jahresfrist.

Betriebe und Verwaltungen meldeten den Arbeitsämtern 246.700 Stellen zur Besetzung. Das waren 31.200 weniger als im Januar vor einem Jahr. Im Laufe des Monats sind 213.500 Stellen abgegangen, 34.400 weniger. Am Ende des Monats waren 422.400 offene Stellen gemeldet, 61.900 weniger als vor Jahresfrist. Im Januar meldeten die Arbeitsämter 219.100 Vermittlungen. Bis die durch eine Prüfung des Bundesrechnungshofs aufgekommenen Zweifel an der Vermittlungsstatistik geklärt sind, wird die Vermittlungszahl nicht kommentiert.

Die Arbeitsmarktpolitik bewegte sich im Januar weiter auf hohem Niveau. Insgesamt wurden 976.800 Teilnehmer an gewichtigen Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik (einschließlich der Kurzarbeit) gezählt, 30.300 mehr als im Januar 2001. Mit Hilfe direkter Förderung regulärer Beschäftigung hatten beispielsweise 200.200 Arbeitnehmer Arbeit, 8.500 weniger. An beruflicher Weiterbildung beteiligten sich 317.000 Arbeitnehmer (- 38.600), in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen waren 128.700 zuvor Arbeitslose beschäftigt (-52.500) und in traditionellen Strukturanpassungsmaßnahmen 51.300 (+1.700).

Die aktuellen Arbeitsmarktstatistiken finden Sie hier: www.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/index.html

I. Deutschland

Abkühlung des Arbeitsmarktes hält an

Die Stagnation der deutschen Wirtschaft hat sich weiterhin am Arbeitsmarkt ausgewirkt. So ist - von jahreszeitlichen Einflüssen bereinigt - die Zahl der Erwerbstätigen im November erneut nennenswert gesunken und die der Arbeitslosen und Kurzarbeiter im Januar wiederum spürbar gestiegen. Diese Zunahmen konzentrierten sich nach wie vor auf die alten Länder. Ein Grund dafür ist, dass besonders die Industrie zur Schwäche neigt und diese im Westen größeres Gewicht hat als im Osten. Außerdem wird der Arbeitsmarkt in den alten Ländern durch ein tendenziell steigendes Kräfteangebot belastet, während es in den neuen - vor allem wegen negativer Wanderungs- und Pendlereffekte - eher sinkt.

Die Zahl der Erwerbstätigen verringerte sich nach vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes im November saisonbereinigt um 15.000. Damit war die Entwicklung ein weiteres Mal wesentlich ungünstiger als in den ersten drei Quartalen des Jahres 2001 (Oktober: -20.000; Januar bis September durchschnittlich: -5.000). Nicht saisonbereinigt hat die Erwerbstätigkeit, vor allem jahreszeitlich bedingt, von Oktober auf November um 120.000 auf 39,07 Mio abgenommen. Dieser Rückgang war deutlich größer als im Durchschnitt vergangener Jahre (z.B. November 1998 bis 2000: -58.000), auch als im November 2000 (-89.000). Folglich lag die Beschäftigung zuletzt erneut stärker unter dem Niveau des Vorjahres (-83.000; Oktober: -52.000; September: -1.000).

Die Arbeitslosigkeit hat sich weiter deutlich erhöht. Saisonbereinigt errechnete sich für Januar ein Anstieg von 31.000. Diese Zunahme war größer als im Durchschnitt der Monate zuvor (z.B. September bis Dezember: +21.000); dies könnte z.T. auf den überwiegend zu kalten und schneereichen Januar zurückzuführen sein, was vom Saisonbereinigungsverfahren nicht hinreichend berücksichtigt werden kann. Andererseits ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit dadurch in Grenzen gehalten worden, dass sich die Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik im Januar weniger verringerte als zumeist in diesem Monat.

Nicht saisonbereinigt hat die Arbeitslosigkeit, wie im Januar üblich, stark zugenommen. In diesem Monat gibt es stets die größten Anstiege. Dies beruht auf den zahlreichen Entlassungen sowohl in den witterungsabhängigen Außenberufen (Bau- und baunahe Fertigungsberufe, Landwirtschaftliche Berufe usw.), als auch - im Zusammenhang mit dem Kündigungstermin "Jahresende" - in fast allen anderen Berufen; diese Personen finden ganz überwiegend im Laufe des Frühjahrs wieder eine Beschäftigung. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Berichtsmonat um 326.400 auf 4.289.900. Diese Zunahme war wesentlich größer als im Durchschnitt der Jahre zuvor (z.B. Januar 1999 bis 2001: +262.800), auch als im letzten (+284.300). Folglich lag die Arbeitslosigkeit erneut spürbar stärker über dem Stand des Vorjahres (+196.700; Dezember: +154.600; November: +143.700). Dabei haben Veränderungen im Einsatz der Arbeitsmarktpolitik den Anstieg noch begrenzt, denn ihre Entlastungswirkung war im Januar zunehmend größer als vor einem Jahr (rd. +15.000; Dezember: rd. +5.000; November: rd. -20.000). Deutliche Rückgänge bei Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (-52.000) und bei Vollzeit-Weiterbildung (-38.000) wurden überkompensiert durch mehr Kurzarbeit (Vollzeit-Äquivalent: +33.000), aber vor allem durch stärkere Inanspruchnahme der Regelung des § 428 SGB III und von Altersteilzeit (+55.000 bzw. +15.000).

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, betrug im Januar 10,4 Prozent; auf der Basis der abhängigen zivilen Erwerbspersonen belief sie sich auf 11,5 Prozent. Damit sind die Quoten um jeweils 0,4 Prozentpunkte größer als vor Jahresfrist. Die EU-standardisierte saisonbereinigte Erwerbslosenquote errechnet sich auf 8,1 Prozent (ebenfalls +0,4 Prozentpunkte).

Kurzarbeit hat sich im Januar weiter erhöht. Zuletzt gab es 211.700 Kurzarbeiter, dies waren 36.200 mehr als im Vormonat und 119.600 mehr als im Vorjahresmonat (Dezember: +105.900; November: +98.900). Die Anstiege konzentrierten sich auf die alten Länder.

II. Alte Länder

Arbeitslosigkeit wiederum deutlich gestiegen

Anhaltspunkte für die jüngere Entwicklung der Erwerbstätigkeit im Westen liefert u.a. die Statistik der voll sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Demnach war die Zahl der Erwerbstätigen im November weiterhin größer als vor einem Jahr, allerdings mit abnehmender Tendenz. Wie sich die Beschäftigung in letzter Zeit saisonbereinigt verändert hat, muss offen bleiben.

Die Arbeitslosigkeit hat im Januar saisonbereinigt um 28.000 zugenommen; dies war mehr als in den Monaten zuvor. Seit einem Jahr lässt der konjunkturelle Abschwung die Zahl der Arbeitslosen nennenswert und tendenziell zunehmend steigen.

Nicht saisonbereinigt hat sich die Arbeitslosigkeit im Januar vor allem aus jahreszeitlichen Gründen stark erhöht, nämlich um 207.300 auf 2.791.300. Dieser Anstieg war wesentlich größer als zumeist in diesem Monat (z.B. 1999 bis 2001 durchschnittlich: +148.600), auch als im Januar 2001 (+168.600). Folglich lag die Arbeitslosigkeit weiter zunehmend über dem Vorjahresniveau (+169.100; Dezember: +130.300; November: +107.800).

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, belief sich im Januar auf 8,3 Prozent, berechnet auf Basis der abhängigen zivilen Erwerbspersonen auf 9,3 Prozent. Damit sind die Quoten um 0,3 bzw. 0,4 Prozentpunkte größer als vor einem Jahr.

Die Zugänge in Arbeitslosigkeit waren im Januar weiterhin relativ stark. Saisonbereinigt ergibt sich für die letzten drei Monate eine Zunahme (durchschnittlich: +9.000). Nicht saisonbereinigt wurden seit November letzten Jahres 1,39 Mio Arbeitslose registriert, dies sind 65.000 oder 5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nach wie vor wesentlich zahlreicher waren vor allem Zugänge aus Erwerbstätigkeit (ohne betriebliche oder außerbetriebliche Ausbildung: +82.100 oder +11 Prozent auf 803.900); diese Zunahme beruht praktisch allein auf mehr Meldungen nach regulärer, mehr als kurzfristiger Beschäftigung (+85.300 auf 769.700). Auch dies spiegelt die konjunkturelle Abkühlung wider. Die Zugänge nach betrieblicher oder außerbetrieblicher Ausbildung waren dagegen schwächer (-1.400 oder -6 Prozent auf 20.800); dasselbe gilt verstärkt für Meldungen nach schulischer Ausbildung (-7.600 oder -14 Prozent auf 46.700). Zugänge aus sonstiger Nichterwerbstätigkeit waren nur leicht rückläufig (-8.100 oder -2 Prozent auf 515.800); die Abnahme beruht vor allem auf weniger Meldungen nach Krankheiten (-14.300 auf 152.700).

Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit waren im Januar weiterhin eher schwach. Saisonbereinigt haben sie sich in den letzten Monaten praktisch nicht verändert. Nicht saisonbereinigt beendeten von November bis Januar 992.000 Personen ihre Arbeitslosigkeit, dies sind 47.800 oder 5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Dabei waren vor allem die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit - infolge der konjunkturellen Eintrübung - nach wie vor spürbar kleiner (ohne betriebliche oder außerbetriebliche Ausbildung: -28.500 oder -7 Prozent auf 374.700). Auch der Abgang in Ausbildung blieb schwächer als vor einem Jahr (-7.700 oder -9 Prozent auf 79.300); dies geht allerdings nach wie vor allein auf eine kleinere Zahl von Eintritten in berufliche Weiterbildung zurück (einschl. Deutsch-Sprachlehrgängen: -8.500 auf 54.800). Abmeldungen in sonstige Nichterwerbstätigkeit haben sich insgesamt vergleichsweise wenig geändert (-13.300 oder -3 Prozent auf 462.500). Dabei standen vor allem deutlich weniger Abgänge wegen Verrentung und Krankheit mehr solchen in den Status eines Leistungsempfängers gem. § 428 SGB III (einschl. §§ 125, 429 SGB III) gegenüber.

Stellenmeldungen haben sich im Berichtsmonat saisonbereinigt merklich erhöht (+14.000); darin könnten sich erste Erfolge der zu Jahresbeginn gestarteten "Vermittlungsoffensive" widerspiegeln. Nicht saisonbereinigt wurden von November bis Januar 551.000 Angebote registriert, dies sind 93.400 oder 14 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch diese Zahlen belegen den konjunkturellen Abschwung. Dem schwächeren Zugang folgend hat sich auch der Stellenabgang verringert. In den letzten drei Monaten wurden 564.500 Angebote abgemeldet, 82.600 oder 13 Prozent weniger.

Der Stellenbestand hat sich im Berichtsmonat erstmals seit längerem erhöht; saisonbereinigt errechnet sich eine Zunahme von 3.000 (Dezember: -7.000; November: -12.000). Nicht saisonbereinigt waren zuletzt 366.600 Angebote registriert, dies sind 64.100 weniger als vor Jahresfrist (Dezember: -70.800; November: -65.000).

Kurzarbeit stieg von Dezember auf Januar deutlich stärker als zumeist um diese Jahreszeit. So wuchs die Zahl der Kurzarbeiter um 32.300 auf 179.000; vor einem Jahr war die Zunahme nur etwa halb so groß. Die meisten Wirtschaftszweige haben dazu beigetragen, vor allem das Verarbeitende Gewerbe (+19.500 auf 116.200). Dabei gab es deutlich mehr Kurzarbeiter in den Bereichen Herstellung von Geräten der Elektrizitätserzeugung und von Metallerzeugnissen (jeweils: +3.100 auf 10.000 bzw. auf 11.800) sowie von Gummi- und Kunststoffwaren (+3.000 auf 9.400). Auch das Baugewerbe verzeichnete einen starken Anstieg (+8.900 auf 27.100). Dienstleistungen waren ebenfalls am Zuwachs beteiligt, bemerkenswert mehr Kurzarbeiter wurden im Bereich Handelsvermittlung und Großhandel registriert (+900 auf 2.900). Gegenüber Vorjahr gab es 109.600 Kurzarbeiter mehr (Dezember: +93.900; November: +89.400). Die durchschnittliche Arbeitszeit war unverändert um 39 Prozent reduziert (Vorjahr: 57 Prozent); mehr als die Hälfte fiel erneut für 23 Prozent der Kurzarbeiter aus (Vorjahr: 49 Prozent).

Arbeitsmarktpolitik: Mehr Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose, Trainingsmaßnahmen und Überbrückungsgeld als vor einem Jahr

Die Förderung beruflicher Weiterbildung hatte im Vergleich zum Vorjahr wie schon bisher geringeres Gewicht. So gab es Ende Januar 189.500 Teilnehmer in solchen Maßnahmen, das ist ein Minus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Berichtsmonat begannen 23.500 Menschen eine Maßnahme, 6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Bei Deutsch-Sprachlehrgängen dagegen lagen zuletzt Bestand und Eintritte spürbar über den Vorjahreswerten (+6 Prozent auf 21.600 bzw. +13 Prozent auf 3.300).

Die Zahl der Personen in Beschäftigungschaffenden Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes liegt nach wie vor deutlich unter Vorjahresniveau. Im Januar befanden sich 51.500 Personen in Arbeitsbeschaffungs- und traditionellen Strukturanpassungsmaßnahmen, das ist unverändert ein Minus von 19 Prozent. Die Abnahme geht wie schon bisher allein auf ABM zurück (-23 Prozent auf 41.600; traditionelle SAM dagegen: +10 Prozent auf 9.900). Im Januar nahmen insgesamt 4.300 Menschen eine derartige Tätigkeit auf, weiterhin 17 Prozent weniger (ABM: -23 Prozent auf 3.500; traditionelle SAM aber: +19 Prozent auf 900).

Der Bestand an Teilnehmern in Maßnahmen zur direkten Förderung regulärer Beschäftigung unterschreitet das Niveau des Vorjahres immer stärker. Im Berichtsmonat befanden sich mindestens 93.700 Personen in solchen Tätigkeiten, dies sind 9 Prozent weniger (ohne Arbeitnehmerhilfe). Das größte aber weiter deutlich abnehmende Gewicht hatten dabei nach wie vor Eingliederungszuschüsse (-25 Prozent auf 38.300). Auch Einstellungszuschüsse bei Neugründungen wurden erheblich weniger in Anspruch genommen, während Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose und Überbrückungsgeld merklich über dem Vorjahreswert lagen (-22 Prozent auf 4.700; +10 Prozent auf 22.900 bzw. +12 Prozent auf 27.600). Seit Jahresanfang haben mit Unterstützung dieser Instrumente (einschl. Arbeitnehmerhilfe) 9.700 Personen eine Beschäftigung begonnen, 12 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Abnahme beruht weiterhin insbesondere auf Eingliederungszuschüssen und Einstellungszuschüssen bei Neugründungen (-39 Prozent auf 2.900 bzw. -23 Prozent auf 400; dagegen Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose und Überbrückungsgeld: +15 Prozent auf 1.800 bzw. +10 Prozent auf 4.600).

An Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen beteiligten sich im Januar 30.000 Arbeitslose, dies sind 23 Prozent mehr als vor einem Jahr. 31.800 Personen traten im Berichtsmonat in eine solche Maßnahme ein (+30 Prozent).

Im Sofortprogramm zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit befanden sich im Januar mit 42.100 jungen Menschen 10 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die Arbeitsämter haben im Berichtsmonat mit 1.900 wesentlich mehr Jugendliche in die verschiedenen Maßnahmen gebracht (+52 Prozent).

Freie Förderung wurde zuletzt etwas stärker genutzt. Die Arbeitsämter bewilligten im Januar 22.500 Leistungen, 1 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Nach wie vor erheblich stärker wurde die vorruhestandsähnliche Regelung gem. § 428 SGB III in Anspruch genommen. Im Berichtsmonat gab es unverändert ca. 160.000 derartige Leistungsempfänger, ca. 38 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch die von der Bundesanstalt geförderte Altersteilzeit lag wie schon bisher stark über dem Vorjahresstand. Zuletzt machten ca. 47.000 Personen von dieser Möglichkeit Gebrauch (ca. +34 Prozent). Im Januar sind ca. 3.000 Zugänge gemeldet worden (ca. +11 Prozent).

III. Neue Länder

Arbeitsmarkt macht weiter keine Fortschritte

Die Erwerbstätigkeit dürfte auch im November 2001 deutlich unter dem Vorjahresstand gelegen haben; dafür sprechen jedenfalls Statistiken der Sozialversicherungen. Dies hängt auch damit zusammen, dass gleichzeitig 52.000 Arbeitnehmer weniger in Beschäftigungschaffenden Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes tätig waren (außerdem Strukturanpassungsmaßnahmen Ost für Wirtschaftsunternehmen: -13.000). Wie sich die Beschäftigung zuletzt saisonbereinigt entwickelt hat, lässt sich nicht sagen.

Saisonbereinigt hat die Arbeitslosigkeit im Januar geringfügig zugenommen (+3.000); dies entspricht weitgehend der Entwicklung im Jahr 2001 (monatsdurchschnittlich: +2.000). Allerdings hat auch zuletzt Arbeitsmarktpolitik geholfen; ihre Entlastungswirkung ist weniger zurückgegangen als zumeist in diesem Monat und hat damit einem stärkeren Anstieg der Arbeitslosenzahl entgegengewirkt.

Nicht saisonbereinigt hat sich die Zahl der Arbeitslosen fast ausschließlich aus jahreszeitlichen Gründen erhöht, und zwar um 119.100 auf 1.498.600. Das ist nur wenig mehr als im Durchschnitt der Jahre zuvor (z.B. Januar 1999 bis 2001: +114.200) und auch als im Januar 2001 (+115.800). Infolgedessen lag der Arbeitslosenbestand mit +27.600 stärker über dem Vorjahresniveau als im Dezember (+24.300; November: +35.900). Aber auch dabei hat Arbeitsmarktpolitik geholfen; ihre Entlastungswirkung hat den Stand des Vorjahres zuletzt nur noch um 34.000 unterschritten, nach -42.000 im Monat zuvor.

Die Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 19,1 Prozent; bezogen auf die abhängigen zivilen Erwerbspersonen waren es 20,6 Prozent. Vor einem Jahr beliefen sich die Quoten auf 18,7 bzw. 20,1 Prozent.

Die Zugänge in Arbeitslosigkeit waren zuletzt eher verhalten, auch wenn es saisonbereinigt im Durchschnitt der letzten drei Monate eine leichte Zunahme gab (+3.000). Nach nicht saisonbereinigten Angaben haben sich von November bis Januar 640.000 Personen arbeitslos gemeldet; dies sind 27.200 oder 4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Dabei gab es vor allem weniger Zugänge nach vorheriger Erwerbstätigkeit (ohne betriebliche und außerbetriebliche Ausbildung: -14.700 oder -4 Prozent auf 390.000), allerdings insbesondere nach Beschäftigungschaffenden Maßnahmen (-26.100 auf 44.900). Relativ noch stärker verringerten sich die Meldungen nach betrieblicher oder außerbetrieblicher Ausbildung (-3.000 oder -22 Prozent auf 10.800). Auch jene nach schulischer Ausbildung gingen zurück (-1.900 oder -5 Prozent auf 32.300), und zwar allein auf Grund weniger Meldungen nach beruflicher Weiterbildung (einschl. Deutsch-Sprachlehrgängen: -3.100 auf 20.500). Schließlich war die Zahl der Meldungen nach sonstiger Nichterwerbstätigkeit kleiner (-7.600 oder -4 Prozent auf 207.000), vor allem wegen weniger Rückmeldungen nach Krankheit (-11.400 auf 99.800).

Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit waren auch im Januar schwach. Saisonbereinigt ergibt sich für die letzten Monate praktisch keine Veränderung. Nicht saisonbereinigt haben von November bis Januar 453.700 Personen ihre Arbeitslosigkeit beendet, 13.400 oder 3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Dabei sind wie bisher die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit stärker zurückgegangen (ohne Ausbildung: -11.900 oder -6 Prozent auf 185.900). In Ausbildung haben sich dagegen erheblich mehr Arbeitslose abgemeldet (+5.700 oder +12 Prozent auf 51.200). Dies beruht vor allem auf beruflicher Weiterbildung (einschl. Deutsch-Sprachlehrgängen: +2.800 auf 35.000) sowie auf schulischer Ausbildung oder Studium (+2.600 auf 11.900). Die Abgänge in sonstige Nichterwerbstätigkeit haben sich verringert (-7.600 oder -4 Prozent auf 197.000). Dabei gab es insbesondere weniger Abmeldungen in Rente und Arbeitsunfähigkeit, dagegen mehr in den vorruhestandsähnlichen Status gem. § 428 SGB III.

Die Stellenmeldungen waren weiter rückläufig; saisonbereinigt haben sie im Durchschnitt der Monate November bis Januar leicht abgenommen (-2.000). Nicht saisonbereinigt registrierten die Arbeitsämter in den letzten drei Monaten 160.400 Angebote, 19.700 oder 11 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Weniger Beschäftigungschaffende Maßnahmen haben darauf nur einen geringen Einfluss gehabt (-3.300 auf 40.200). Den Zugängen folgend waren auch die Stellenabgänge deutlich kleiner. In den letzten drei Monaten wurden 167.800 Angebote abgemeldet, 18.400 oder 10 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Der saisonbereinigte Stellenbestand hat zuletzt etwas abgenommen (-2.000). Nicht saisonbereinigt gab es im Januar 55.800 Angebote, nur noch 2.200 mehr als vor einem Jahr (Dezember: +5.600). Stellen für Beschäftigungschaffende Maßnahmen waren im Berichtsmonat weniger gemeldet als im Vorjahr (-700 auf 10.400).

Kurzarbeit hat sich im Januar weitgehend im üblichen Rahmen erhöht, und zwar um 3.800 auf 32.700. Die Zunahme entfällt zur Hälfte auf das Baugewerbe (+1.900 auf 6.500), aber auch Dienstleistungen trugen dazu bei (+1.200 auf 7.700). Eine bemerkenswerte Abnahme verzeichnete die Herstellung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen (-1.900 auf 500). Gegenüber Vorjahr gab es 10.100 Kurzarbeiter mehr (Dezember: +12.000; November: +9.400). Der durchschnittliche Arbeitszeitausfall erhöhte sich leicht auf 50 Prozent (Vormonat: 48 Prozent; Vorjahr: 58 Prozent). Um mehr als die Hälfte wurde die Arbeitszeit für 38 Prozent der Kurzarbeiter reduziert (36 Prozent; 51 Prozent).

Arbeitsmarktpolitik: Mehr Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose, Freie Förderung und Jugendsofortprogramm als vor einem Jahr

Geförderte berufliche Weiterbildung hatte auch zuletzt kleineres Gewicht als vor Jahresfrist. So befanden sich im Berichtsmonat insgesamt 127.500 Menschen in derartigen Lehrgängen, das ist ein Minus von 9 Prozent. Im Januar begannen 13.100 Personen eine solche Maßnahme, 16 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. In Deutsch-Sprachlehrgängen gab es mit zuletzt 5.800 Teilnehmern 2 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die Zahl der Eintritte seit Jahresbeginn war jedoch deutlich kleiner (-20 Prozent auf 700).

Der Bestand geförderter Personen in Beschäftigungschaffenden Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes lag weiter spürbar unter Vorjahresniveau, die Zugänge haben sich dagegen praktisch nicht mehr verringert. So waren im Berichtsmonat in ABM und traditionellen SAM 128.500 Personen tätig, dies sind 23 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Dabei entfiel die Abnahme allein auf ABM (-31 Prozent auf 87.100; traditionelle SAM dagegen: +2 Prozent auf 41.400). Die Zugänge im Januar waren mit 8.300 so groß wie vor einem Jahr (-1/2 Prozent; ABM: +1 Prozent auf 5.800; aber traditionelle SAM: -3 Prozent auf 2.500).

Die Zahl der Teilnehmer in Maßnahmen zur direkten Förderung regulärer Beschäftigung lag auch zuletzt leicht über Vorjahresniveau. Im Januar befanden sich wenigstens 106.500 Menschen in entsprechenden Tätigkeiten (ohne Arbeitnehmerhilfe; +1 Prozent). Nach wie vor spielen, wegen veränderter Förderkonditionen, vor allem SAM OfW eine erheblich kleinere Rolle (-33 Prozent auf 18.200). Im Zusammenhang damit haben Eingliederungszuschüsse deutlich zugelegt (+12 Prozent auf 55.200); auch mit Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose waren erheblich mehr Personen tätig (+44 Prozent auf 16.200). Dagegen nahmen weniger Personen Überbrückungsgeld in Anspruch (-6 Prozent auf 11.400). Im Berichtsmonat haben insgesamt 7.900 Personen mit diesen Instrumenten eine Arbeit aufgenommen (einschl. Arbeitnehmerhilfe), 16 Prozent weniger als im Januar 2001. Wie bisher standen Zunahmen bei Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose (+69 Prozent auf 1.200), erhebliche Abnahmen bei SAM OfW und bei Eingliederungszuschüssen gegenüber (-33 Prozent auf 1.200 bzw. -22 Prozent auf 3.300).

In Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen gab es im Januar 15.300 Teilnehmer, dies sind 4 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Seit Jahresbeginn haben 17.400 Personen eine solche Maßnahme begonnen (+8 Prozent).

Das Sofortprogramm zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit hatte auch zuletzt wesentlich größere Bedeutung als im Vorjahr. So befanden sich im Januar 55.500 Teilnehmer in entsprechenden Maßnahmen (+42 Prozent). Im Berichtsmonat sind 1.100 Personen eingetreten (+81 Prozent).

Leistungen der Freien Förderung wurden etwas häufiger gewährt. Im Januar bewilligten die Arbeitsämter 7.500 Leistungen, 1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Zuletzt machten nach wie vor ca. 90.000 Leistungsempfänger von der vorruhestandsähnlichen Regelung des § 428 SGB III Gebr

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