Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Berufsausbildungsvorbereitung: Vor allem kleine Betriebe reagieren (noch) mit Zurückhaltung

10.08.2006
Betriebe - vor allem kleinere Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten - sehen sich beim Thema Berufsausbildungsvorbereitung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) nur gering informiert.

Das Angebot einer Berufsausbildungsvorbereitung für benachteiligte Jugendliche wird zwar als sinnvoll angesehen, jedoch reagieren rund zwei Drittel der Unternehmen sehr zurückhal-tend, wenn es um die praktische Durchführung im eigenen Betrieb geht. Unternehmen, die derzeit ausbilden oder bereits Erfahrungen mit benachteiligten Jugendlichen gemacht haben, sind wesentlich eher bereit, ein solches Angebot zu unterbreiten.

Obwohl die befragten Unternehmen Maßnahmen zur Integration benachteiligter Jugendlicher in Ausbildung oder Arbeit sehr positiv bewerten, sind sie mehrheitlich der Auffassung, dass Berufsausbildungsvorbereitung nicht Aufgabe der Betriebe sei.

Dies sind einige der Kernaussagen einer repräsentativen Umfrage unter 3.028 Betrieben, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Auftrag gegeben hat. Die Umfrage war zentraler Bestandteil eines BIBB-Forschungsprojekts, dessen Ziel es zum einen war, zu er-mitteln, inwieweit Betriebe über die Möglichkeit informiert sind, eine Berufsausbildungsvorbereitung eigenständig oder in Verbindung mit Bildungsträgern, die sozialpädagogische Erfahrungen besitzen, durchzuführen. Zum anderen wurde erforscht, ob Betriebe bereit sind, eine Berufsausbildungsvorbereitung anzubieten und - falls nicht - welche Gründe dagegen sprechen.

Auch die Bewertung und der Einsatz von Qualifizierungsbausteinen in der Berufsausbildungsvorbereitung waren Gegenstand der repräsentativen Befragung.

Als Hauptgrund gegen ein betriebliches Engagement nannten mehr als zwei Drittel der Unternehmen die Arbeitsanforderungen im Betrieb, die den Einsatz von lernbeeinträchtigten oder sozial benachteiligten Jugendlichen nicht zuließen. Ferner gaben die Unternehmen als weitere Hinderungsgründe befürchtete Mehrbelastungen, zu wenig Personal, das sich spe-ziell um Jugendliche in der Berufsausbildungsvorbereitung kümmern könne, sowie fehlende spätere Einsatzmöglichkeiten dieser Jugendlichen im Betrieb an.

Das Instrument der Qualifizierungsbausteine wird über alle Betriebsgrößenklassen hinweg als sinnvoll angesehen. Eine Berufsausbildungsvorbereitung mit Qualifizierungsbausteinen ist für die befragten Betriebe aber nur dann sinnvoll, wenn sie im Verbund mit anderen Be-trieben und einem Bildungsträger bzw. Berufsschule organisiert wird.

Die Bereitschaft der Betriebe, eine Berufsausbildungsvorbereitung durchzuführen, könnte gesteigert werden, wenn die Jugendlichen durch einen Bildungsträger vorqualifiziert werden, die sozialpädagogische Begleitung sichergestellt ist, zu der sich die weit überwiegende Mehrheit der Betriebe selbst nicht in der Lage sieht, sowie finanzielle oder steuerliche Anrei-ze gegeben würden. Vor allem aber zusätzliche Informationen und Kenntnisse könnten dazu beitragen, mehr Betriebe für die Durchführung einer solchen Maßnahme zu gewinnen. Dagegen spielt die Frage einer möglichst geringen Vergütung für die betroffenen Jugendlichen keine besondere Rolle.

Die Weiterentwicklung der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit, die Übernahme der Berufsausbildungsvorbereitung in das BBiG zum 1. Januar 2003, das Vermittlungsinstrument der Qualifizierungsbausteine sowie die Einstiegsqualifizierung Jugendlicher (EQJ) binden die Betriebe stärker als bisher in die Berufsvorbereitung ein. Von dieser stärkeren Einbindung der Betriebe in die Qualifizierung (noch) nicht ausbildungsreifer Jugendlicher wird ein "Türöffner"- bzw. "Klebe-Effekt" für einen besseren Übergang in Ausbildung und Beschäftigung erwartet.

Die Ergebnisse des BIBB-Forschungsprojekts sind veröffentlicht in:

Brigitte Seyfried: "Berufsausbildungsvorbereitung aus betrieblicher Sicht", Bonn, 2006.

Bestelladresse:
W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG
Postfach 10 06 33
33506 Bielefeld
Telefon: 0521 / 9 11 01 11 Telefax: 0521 / 9 11 01 19
http://www.wbv.de service@wbv.de
ISBN 3-7639 1082-4 Bestell-Nr. 110.475
Preis: 16,90 Euro
Inhaltliche Auskünfte im BIBB erteilt:
Brigitte Seyfried, Tel.: 0228 / 107-1308, Fax: 0228 / 107-2973, seyfried@bibb.de

Andreas Pieper | idw
Weitere Informationen:
http://www.good-practice.de/bbigbausteine
http://www.wbv.de
http://www.bibb.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit