Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2001: Leichte Erhöhungen in West und Ost

07.01.2002


582 Euro im Monat verdienten die Auszubildenden im Jahr 2001 durchschnittlich in Westdeutschland. Der Durchschnitt der tariflichen Ausbildungsvergütungen erhöhte sich mit 1,9 % weniger stark als im Vorjahr, in dem die durchschnittliche Vergütung um 2,7 % angestiegen war. In Ostdeutschland betrugen die tariflichen Ausbildungsvergütungen in 2001 durchschnittlich 497 Euro im Monat. Der Anstieg um 1,4 % war damit fast
ebenso hoch wie im Jahr zuvor (1,5 %). Die Angleichung der im Osten tariflich festgelegten Ausbildungsvergütungen an das Westniveau ist weiterhin leicht rückläufig: In 2001 wurden in den neuen Ländern durchschnittlich 85 % der westlichen Vergütungshöhe erreicht, während es in 2000 noch 86 % und 1996 sogar 90 % waren.

Für das gesamte Bundesgebiet lag der tarifliche Vergütungsdurchschnitt in 2001 bei 566 Euro pro Monat und damit um 1,9 % über dem Vorjahreswert (555 Euro).

Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in seiner Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen von 2001. Ermittelt wurden die durchschnittlichen Vergütungen für 208 Berufe in West- und 171 Berufe in Ostdeutschland. In diesen Berufen werden rund 90 % der Auszubildenden in West und Ost ausgebildet. Die in ungefähr 5 % der Tarifverträge vereinbarten erhöhten Beträge für Auszubildende ab 18 Jahren wurden jeweils eingerechnet.

Zwischen den Ausbildungsberufen gab es erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe. Sehr hohe Vergütungen sind seit langem in den Berufen des Bauhauptgewerbes (z.B. Maurer/Maurerin, Zimmerer/Zimmerin, Straßenbauer/Straßenbauerin) vereinbart: Sie betrugen in 2001 im Westen durchschnittlich 788 Euro und in den neuen Ländern 643 Euro pro Monat. Ebenfalls sehr hoch waren die Vergütungen in West- und Ostdeutschland mit durchschnittlich jeweils 756 Euro im Beruf Versicherungskaufmann/Versicherungskauffrau, der damit im Osten die Spitzenstellung einnahm. Im Westen wurde die mit Abstand höchste Ausbildungsvergütung im Beruf Binnenschiffer/Binnenschifferin mit 973 Euro pro Monat erzielt (Für Ostdeutschland wurde kein Wert ermittelt). Auch im Beruf Gerüstbauer/Gerüstbauerin wurden mit durchschnittlich 741 Euro im Westen und 621 Euro im Osten nach wie vor hohe Vergütungen erreicht; die Spitzenstellung, die das Gerüstbaugewerbe im Hinblick auf die Ausbildungsvergütungen über viele Jahre einnahm, ging 2001 allerdings durch die Absenkung des Vergütungsniveaus verloren. Beispiele für eher niedrige Ausbildungsvergütungen waren die Berufe Friseur/Friseurin (West: 398 Euro, Ost: 245 Euro), Florist/Floristin (West: 413 Euro, Ost: 301 Euro) und Bäcker/Bäckerin (West: 455 Euro, Ost: 350 Euro). Bei den ermittelten berufsspezifischen Durchschnitten ist zu beachten, dass häufig auch im gleichen Beruf die tariflichen Ausbildungsvergütungen je nach Region und Wirtschaftszweig erheblich voneinander abweichen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die tariflichen Ausbildungsvergütungen nur in der betrieblichen Ausbildung gelten; in der außerbetrieblichen Ausbildung werden in der Regel erheblich niedrigere Vergütungen gezahlt, die hier nicht berücksichtigt sind.

Insgesamt verteilten sich die Ausbildungsvergütungen in den untersuchten Berufen im Jahr 2001 wie folgt: In Westdeutschland bewegten sich die Vergütungen für 72 % der Aus-zubildenden zwischen 500 Euro und 700 Euro. Weniger als 500 Euro erhielten 22 % der Auszubildenden, wobei Vergütungen unter 350 Euro seltene Ausnahmen darstellten; mehr als 700 Euro gingen an 6 % der Auszubildenden. In Ostdeutschland waren für 43 % der Auszubildenden Vergütungen von 350 Euro bis 500 Euro und für 49 % von 500 Euro bis 700 Euro zu verzeichnen. 7 % der Auszubildenden kamen auf weniger als 350 Euro und 1 % auf mehr als 700 Euro.

Zwischen den Ausbildungsbereichen bestanden in West und Ost auch in 2001 deutliche Unterschiede im Vergütungsniveau: Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden im Öffentlichen Dienst (West: 640 Euro, Ost: 572 Euro) und in Industrie und Handel (West: 640 Euro, Ost: 550 Euro) erreicht. Unter dem jeweiligen Gesamtdurchschnitt lagen dagegen die Vergütungen im Handwerk, bei den Freien Berufen und in der Landwirtschaft. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass insbesondere in den Bereichen Industrie und Handel sowie Handwerk die Vergütungen der einzelnen Berufe sehr stark differieren.
Bei den bisher genannten Beträgen handelt es sich jeweils um die durchschnittlichen Vergütungen während der gesamten Ausbildungszeit. Für die einzelnen Ausbildungsjahre ergaben sich in 2001 folgende Beträge: In Westdeutschland betrugen die Vergütungen im 1. Lehrjahr durchschnittlich 514 Euro, im 2. Jahr 579 Euro und im 3. Jahr 652 Euro. In Ostdeutschland beliefen sie sich im 1. Ausbildungsjahr auf durchschnittlich 434 Euro, im 2. Jahr auf 502 Euro und im 3. Jahr auf 570 Euro pro Monat .

Dr. Ilona Zeuch-Wiese | idw

Weitere Berichte zu: Ausbildungsvergütung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index setzt Anstieg fort
22.06.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu
29.05.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie