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Diagnostica-Industrie: Das Geschäft mit Labortests ist rückläufig, nur das mit Selbsttests wächst noch

15.11.2001


Die vom Patienten selbst angewendeten Tests zur Erkennung und Kontrolle von Krankheiten, etwa des Diabetes, entwickeln sich mehr und mehr zur wirtschaftlichen Stütze der damit befassten Unternehmen der Diagnostica-Industrie. Die Produzenten diagnostischer Systeme für das ärztliche Labor verzeichneten fast nur noch bei diesem Geschäft nennenwerte Wachstumsraten. Dies teilte der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) heute (15.) bei der Eröffnungs-Pressekonferenz der Fachmesse Medica in Düsseldorf mit. Die Inlandsumsätze mit allen übrigen Diagnostica stagnierten oder gingen teilweise drastisch zurück.

Für das laufende Jahr rechnet der Verband, der rund 80 Unternehmen vertritt, mit einem Wachstum des Gesamtmarktes von 5,2 Prozent auf 3,05 Milliarden Mark. Werde das Heimdiagnosegeschäft nicht berücksichtigt, verharre der Markt bei 2,156 Milliarden Mark.

Wie der VDGH mitteilte, spiegeln sich in diesen Zahlen die Auswirkungen der sogenannten Laborreform von 1999 wider. Damals war den Ärzten ein Budget für ambulante Laborleistungen auferlegt worden, das bis heute fortbesteht. Deutlich werde dies beim Vergleich des ersten Halbjahres 1999, in dem dieses Budget noch nicht galt, und dem ersten Halbjahr 2001: Die Gesamtumsätze mit Diagnosetests für das ärztliche Labor, die auch den Verbrauch in Krankenhäusern und für Privatpatienten umfassen, und bei denen die Tests für die ambulante Versorgung mit Spezialuntersuchungen deutlich weniger als 25 Prozent ausmachen dürfte, liegen nach Berechnungen des VDGH im ersten Halbjahr 2001 noch immer rund 4,6 Prozent unterhalb des Niveaus des ersten Halbjahres 1999, nämlich bei 1.070 Millionen gegenüber 1.120 Millionen Mark. Seit Einführung der Budgets sind die Einsendungen von Speziallaboruntersuchungen der niedergelassenen Ärzte an Laborärzte um 40 Prozent zurückgegangen, was sich in den Umsatzzahlen der Diagnostica-Industrie niederschlägt.

Der Verband setzte sich erneut für die Abschaffung der Laborbugets ein, zumal ihm seit deren Einführung Hinweise für eine Unterversorgung der gesetzlich versicherten Bevölkerung mit Labordiagnosen vorliegen.

Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen von circa 80 Unternehmen. Sie stellen diagnostische Systeme für das ärztliche Labor zur Diagnose menschlicher Krankheiten her. Die Unternehmen erwirtschaften in Deutschland einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro im Jahr.

Thomas Postina | ots

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