Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das beste Mittel gegen Arbeitslosigkeit ist Bildung

14.06.2005


Eine gute Ausbildung schützt vor Arbeitslosigkeit. Die Analyse der qualifikationsspezifischen Arbeitslosigkeit liefert den eindeutigen Befund: Je höher die Qualifikation, desto niedriger ist das Arbeitsmarktrisiko. Personen ohne Berufsabschluss haben dagegen immer schlechtere Chancen bei der Stellensuche, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Investitionen in die Bildung dürfen über den akuten Arbeitsmarktproblemen daher nicht vernachlässigt werden, schreiben die Nürnberger Arbeitsmarktexperten in einer aktuellen Studie. Schließlich sei Bildungsförderung langfristig die beste Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.



Im Jahr 2004 war im Westen jede fünfte Erwerbsperson ohne Berufsabschluss arbeitslos, im Osten sogar jede zweite. Dahinter steht ein lang anhaltender Abbau von Einfacharbeitsplätzen, der selbst in Zeiten mit hohem Wirtschaftswachstum bestenfalls gebremst verlief, aber nicht aufgehalten wurde. Sogar eine kräftige Konjunkturbelebung dürfte deshalb die Lage der Geringqualifizierten kaum bessern.



Akademiker tragen dagegen das mit Abstand niedrigste Arbeitslosigkeitsrisiko: Im Jahr 2004 lag deren Arbeitslosenquote mit 3,5 Prozent im Westen und 6 Prozent im Osten deutlich unter der aller anderen Vergleichsgruppen. Ein Studium mache sich also durchaus bezahlt, so das IAB. Akademiker würden seit langem das kleinste Risiko tragen, arbeitslos zu werden. Zudem verdienen sie besser als andere, sind seltener "unter Wert" beschäftigt und haben häufig die interessanteren Jobs. Sie können ihr Arbeitsvermögen der Studie zufolge aber auch länger und ergiebiger nutzen: Selbst bei Akademikern zwischen 55 und 64 Jahren beträgt die Arbeitslosenquote im Bundesdurchschnitt nur 3,5 Prozent. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote aller Qualifikationsgruppen liegt in dieser Altersgruppe dagegen bei 10 Prozent.

Zurzeit bessere Arbeitsmarktsituation Älterer

Auch dieser Wert ist verglichen mit 17,5 Prozent im Jahr 1998 noch relativ erfreulich. Beim Rückgang der Arbeitslosenquote Älterer spielen unter anderem Altersteilzeit- und Frühverrentungsmodelle, die sog. 58er Regelung und nicht zuletzt die im Augenblick relativ günstige demographische Situation eine Rolle: Die geburtenschwachen Kriegs- und Nachkriegsjahrgänge machen sich derzeit in einer deutlich sinkenden Zahl an 55- bis 64-Jährigen bemerkbar und entlasten damit auch den Arbeitsmarkt für ältere Arbeitnehmer. Dieser demographische Entlastungseffekt wird aber bereits in den nächsten Jahren auslaufen. Bei unveränderten Rahmenbedingungen werden sich daher die Beschäftigungsprobleme Älterer eher wieder verschärfen.

Der IAB-Kurzbericht "Höhere Bildung schützt auch in der Krise vor Arbeitslosigkeit" von Alexander Reinberg und Markus Hummel kann im Internet abgerufen werden unter doku.iab.de/kurzber/2005/kb0905.pdf

| idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Aufwärtstendenz setzt sich fort
21.02.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das 4. Quartal 2016: Anhaltend hohes Niveau offener Stellen
21.02.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie