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Jedes zweite deutsche Unternehmen unzufrieden mit seiner Innovationskraft

29.11.2004


Studie von Booz Allen belegt: Entwicklungszeiten könnten um 25% gesenkt werden / Anteil des F&E-Budgets, das außerhalb von Mittel- und Westeuropa ausgegeben wird, steigt bis 2007 auf 31%


Eine neue europaweite Studie von Booz Allen Hamilton zeigt: Unternehmen wollen ihre Wettbewerbsfähigkeit in Zukunft wieder verstärkt durch Wachstum und Innovationen und nicht durch Kostensenkung stärken. Sie verfolgen in den nächsten drei Jahren aggressive Ziele zur Verbesserung ihrer Innovationskraft:

- die Innovationseffektivität soll um 29% steigen

- die Entwicklungszeiten - mit denen derzeit nur 37% der Unternehmen zufrieden sind -sollen um ein Viertel kürzer werden
- 55% der Unternehmen halten Innovationen zur Erreichung ihrer strategischen Ziele für sehr wichtig, 34% immerhin noch für wichtig.

Bei den Rahmenbedingungen beklagen deutsche Unternehmen besonders das innovationsfeindliche Klima. Der Wirtschaftsstandort Deutschland braucht Innovationen. Sie sind der Schlüssel zur langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes. Welche Innovationsperspektiven haben Unternehmen? Die internationale Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton legt jetzt eine Untersuchung zu den Innovationsperspektiven vor. Befragt wurden mehr als 250 Unternehmen aus sieben europäischen Ländern - davon 44% der Befragten aus Deutschland. Die Antworten kommen größtenteils aus der obersten Führungsebene.

Innovationsstrategie klar formulieren

Wettbewerb wird in den nächsten Jahren wieder verstärkt auf Wachstum und Innovation basieren. Daher ist die wichtigste Fähigkeit eines Unternehmens die kontinuierliche Steigerung der eigenen Innovationsleistung. Sie erfordert klare Innovationsziele - doch gerade damit sind Unternehmen unzufrieden.

Die Booz Allen-Untersuchung zeigt: Nur jedes zweite deutsche Unternehmen ist bezüglich seiner Innovationsziele wirklich zufrieden. Als wichtigstes Innovationsziel nennen die Unternehmen einen höheren Mehrwert für den Kunden, gefolgt von gesenkten Produkt- und Dienstleistungskosten. Der größte Handlungsbedarf besteht in einem verbesserten Kundenverständnis und einer optimierten Innovationskultur. Gerade diese kann vor allem durch eine klare Ausformulierung und ein breiteres Verständnis der Innovationsstrategie verbessert werden. Auch hier ist nur etwa die Hälfte der Unternehmen zufrieden mit dem Status-Quo.

Als wichtigste Quellen für neue Ideen als Grundlage für Innovationen werden die Partnerschaft mit Kunden und die Auswertung von Kundeninformationen und Kunden-Feedback genannt. Zudem sehen Unternehmen starken Nachholbedarf in der Förderung von Kreativität und der Verbreitung von Wissen: Nur 50% der befragten Unternehmen sind zufrieden mit ihrem gegenwärtigen Wissens- und Ideenmanagement. Anreize für Mitarbeiter zur Weitergabe von Wissen und Ideen und die richtigen Kriterien für die Auswahl der richtigen Ideen für Projekte könnten dieses Defizit lösen.

Um 15% kürzere Entwicklungszeiten allein durch bessere Einbindung externer Partner möglich

Der Anteil des F&E-Budgets, den Unternehmen außerhalb Mittel- und Westeuropas ausgeben, steigt bis zum Jahr 2007 von 19% auf 31%. Das liegt an dem besseren Zugang zu Markt- und Kundeninformationen in neuen Märkten, neuen Technologien und qualifizierten Mitarbeitern - nicht so sehr an den niedrigeren Faktorkosten in diesen Regionen. Auch zeichnet sich ab, dass Unternehmen mit mehreren Entwicklungsstandorten diese stärker in ein Netzwerk integrieren Die Unternehmen sehen die heute noch mangelhafte Lieferantenintegration in die F&E als wichtigen Hebel zur Verbesserung der Innovationsleistung an. Dadurch erwarten sie sich eine höhere Entwicklungseffizienz und eine Verkürzung der Entwicklungszeit um 15%. Der Anteil der Zulieferer am F&E-Aufwand steigt in den nächsten drei Jahren von 25% auf 30%. Weitere Verkürzungen der Entwicklungszeit und damit eine Verbesserung ihrer Innovationseffizienz erwarten die Unternehmen durch den Anstieg der standardisierten Komponenten und Teile von 45% auf 57%.

Mit mehr als 15.000 Mitarbeitern und Büros auf 6 Kontinenten zählt Booz Allen Hamilton zu den weltweit führenden Management- und Technologieberatungen. Das Unternehmen befindet sich im Besitz seiner 250 aktiven Partner. Sechs Büros sind im deutschsprachigen Raum: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München, Wien und Zürich. Im vergangenen Geschäftsjahr belief sich der Umsatz weltweit auf 2,7 Mrd. US$, im deutschsprachigen Raum auf 174 Mio. Euro.

Sabine Reihle | Booz Allen Hamilton
Weitere Informationen:
http://www.boozallen.de

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