Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Topmanager erwarten deutlichen Anstieg der Compliance-Kosten

23.11.2004


Aktuelle PwC-Befragung US-amerikanischer und europäischer Konzernchefs ergibt: Mehr als 40 Prozent haben keinen genauen Überblick über ihre tatsächlichen Compliance-Ausgaben - Zweifel am Return on Investment

Mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Topmanager US-amerikanischer und europäischer Konzerne rechnet in den nächsten ein bis zwei Jahren mit einem Anstieg ihrer Ausgaben für die Kontrolle und Einhaltung externer und interner Vorschriften (engl. Compliance) um durchschnittlich 23 Prozent. Immerhin 44 Prozent der Unternehmer (Europa: 48 Prozent, USA: 38 Prozent) haben keinen genauen Überblick darüber, wie hoch ihre Compliance-Ausgaben tatsächlich sind. 59 Prozent der Firmenlenker beurteilen ihre Programme zudem als "teilweise ineffizient". Zu diesen Ergebnissen kommt das aktuelle Management Barometer: Cost of Compliance, eine Umfrage von PricewaterhouseCoopers (PwC) unter 278 Geschäftsführern und Finanzvorständen.

Immerhin 45 Prozent der befragten Unternehmer glauben, ihre Compliance-Ausgaben exakt bestimmen zu können. Die meisten dieser Unternehmen beziehen jedoch bei ihren Berechnungen nicht alle tatsächlichen Kosten ein. So werden häufig keine Sanierungskosten, Geldbußen, Strafzahlungen, entstandene Umsatzverluste oder durch Compliance-Fälle gebundene Managementkapazitäten berücksichtigt.

Kurt Glasner, Leiter des Bereichs Performance Improvement bei PwC: "Unternehmen investieren beträchtliche Summen in die Optimierung ihrer Compliance-Programme, oft sogar mehr als sie eigentlich wissen. Die Untersuchung zeigt, dass es erheblichen Nachholbedarf gibt, wenn es um die Transparenz der Kosten und der Effizienz geht. Die Risiken, die durch nicht funktionstüchtige Compliance-Programme entstehen, sind für multinationale Unternehmen sehr groß."

Während 52 Prozent der befragten Manager keine klare Vorstellung davon haben, welchen Nutzen ihr Unternehmen aus den Compliance-Ausgaben zieht, glauben 49 Prozent, dass ihre Programme verbessert werden müssten. Nahezu alle (90 Prozent) wollen in den kommenden 12 bis 24 Monaten ihr Risiko-Management optimieren (78 Prozent aller Nennungen), die Abläufe vereinfachen (72 Prozent) und die Kosteneffizienz steigern (66 Prozent). Dabei rechnen die Manager in diesem Zeitraum mit einem Anstieg ihrer Compliance-Ausgaben um 9,9 Prozent.

Insgesamt, so schätzen die Manager, geben ihre Unternehmen derzeit rund sechs Prozent des Gesamtbudgets für Compliance-Programme aus, europäische Firmen 6,5 Prozent, US-amerikanische Unternehmen 5,9 Prozent.

74 Prozent der Ausgaben entfallen auf externe Anforderungen und Vorschriften, darunter Abschlussprüfungen (Audits) und Berichte für Aufsichtsbehörden. "In den Vereinigten Staaten liegt diese Quote wegen der strengen Bestimmungen des Sarbanes-Oxley Acts sogar bei 84 Prozent, in Europa hingegen bei 61 Prozent", so Christof Menzies, Partner bei PwC im Bereich Advisory. Für interne Programme, dazu zählen vor allem Risiko-Management-Systeme und ethische Verhaltensregeln, wenden europäische Unternehmen 39 Prozent ihrer Compliance-Budgets auf, nur 16 Prozent die US-amerikanischen Firmen.

Das aktuelle Management Barometer: Cost of Compliance können Sie kostenfrei im pdf-Format herunterladen unter: www.barometersurveys.com

Dr. Kurt Glasner | PriceWaterhouseCoopers

Weitere Berichte zu: PwC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr nahe Null
18.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht WSI-Tarifarchiv: Tariflöhne und -gehälter 2016: Reale Steigerungen von 1,9 Prozent
05.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie