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Top-Manager bekennen sich nachhaltig zum Entwicklungsstandort Deutschland

11.11.2004


Neue Arbeitsplätze in Forschung & Entwicklung für 2005 geplant

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Über 80 Prozent der deutschen Unternehmen setzen in den kommenden Jahren bei ihren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf den Standort Deutschland. Dies ergab eine aktuelle Studie der internationalen Unternehmensberatung Celerant Consulting unter den Führungskräften deutscher Groß- und mittelständischer Unternehmen sowie bei Betriebsräten und Gewerkschaftsfunktionären zum Innovationsklima in Deutschland. Vor allem mittelständische Unternehmen werden ihre Forschungs- und Entwicklungsbudgets deutlich erhöhen. Über 40 Prozent der befragten Mittelständler, jedoch nur 14 Prozent der Großunternehmen planen für 2005 eine Erhöhung ihrer Ausgaben für Forschung & Entwicklung. Was die Auswirkungen dieser Investitionen auf die Entstehung neuer Arbeitsplätze angeht, herrscht weitgehend Einigkeit: Das Bekenntnis zum Forschungsstandort Deutschland schafft nach Einschätzung der Befragten sowohl im eigenen Unternehmen als auch im Unternehmensumfeld, beispielsweise bei Zulieferern oder Dienstleistern, mittelfristig neue Arbeitsplätze.

"Aus unserer Sicht sind weiter wachsende Investitionen der Unternehmen in Forschung und Entwicklung sinnvoll. Nicht nur die eigene Wettbewerbsfähigkeit profitiert, es werden dabei auch Arbeitsplätze geschaffen - und zwar am Innovationsstandort Deutschland und nicht im Ausland", so Markus Diederich, Geschäftsführer von Celerant Consulting.


Mittelstand ist kundennäher und innovationsorientierter

Generell bekennen alle befragten Unternehmen, die Bedürfnisse der Kunden nicht immer ausreichend zu berücksichtigen. Dass aus zahlreichen innovativen Ideen letztlich dann doch keine marktfähigen Produkte werden, führt die Mehrzahl aller Befragten (Großunternehmen 73 Prozent, Mittelstand 63 Prozent) auf die Vernachlässigung der Kundenbedürfnisse zurück. Über die Hälfte räumt zusätzlich ein, zu risikoscheu zu sein, wenn es um die Einführung innovativer Produkte geht.

Zum Innovationsklima eines Landes gehören auch die Bereitschaft und die Fähigkeit, Veränderungen und Neuerungen rasch umzusetzen. Dies fällt Unternehmen in Deutschland nach wie vor deutlich schwerer als in anderen Ländern: Während in den USA und im übrigen Europa 48 Prozent bzw. 57 Prozent der Manager damit zu kämpfen haben, sind es in Deutschland mehr als zwei Drittel. Über 80 Prozent beklagen in diesem Zusammenhang eine "deutsche Verharrungsmentalität" und Widerstände der Mitarbeiter (59 Prozent).

Nicht zu unterschätzen ist zudem der Eindruck, dass gute Ideen oft in der Organisation versanden. Diesen Umstand bemängeln insbesondere die Arbeitnehmervertreter zu 70 Prozent. "Ein Grund für das kritische Urteil der Arbeitnehmerseite ist sicherlich auch ihre größere Nähe zu den täglichen Betriebsabläufen. Hier ist noch eine Menge internes Potenzial vorhanden, das von den Unternehmen gehoben werden kann", so Diederich weiter.

Der Mittelstand bleibt der agilere Motor, wenn es um Innovationen geht; Großunternehmen hinken bei diesem Thema noch hinterher. Zwar wollen alle Unternehmen ihre Kunden deutlich stärker in Entwicklungsprozesse einbeziehen, um falsche Weichenstellungen zu vermeiden. Mittelständische Betriebe sind vielen Großunternehmen jedoch voraus, was die Nutzung von Kooperationen mit Hochschulen, Wissenschaftlern und Lieferanten betrifft. Obgleich der Mittelstand stärker unter dem überregulierten Umfeld leidet, ist er innovationsorientierter als die Großunternehmen. So agieren 85 Prozent der Mittelständler bei der Förderung von Produktideen offensiver und weitsichtiger mit Hilfe weit gespannter Netzwerke und Kooperationen (Großunternehmen: 68 Prozent). Zwei Drittel nutzen hierfür ein systematisches Vorschlagswesen (Großunternehmen: 37 Prozent) und drei Viertel investieren gezielt in intensive Fort- und Weiterbildung der betreffenden Mitarbeiter (Großunternehmen: 43 Prozent).

Innovationsmanagement als Führungsaufgabe

Nach übereinstimmender Aussage sind die Entscheider in den Unternehmen zeitlich zu sehr ins operative Tagesgeschäft eingebunden (über 40 Prozent der Arbeitszeit), um sich im gewünschten Umfang mit zukunftsorientierten, strategischen Fragen, Produktinnovationen und Kunden zu befassen. Das Thema Forschung und Entwicklung erscheint mit unter 10 Prozent der täglichen Arbeitszeit erst an fünfter Stelle auf der Prioritätenliste.

"Der Standort Deutschland besitzt die Chancen und Potenziale, wieder technologischer Spitzenreiter und Innovationsführer zu werden. Dazu ist jedoch auch in den Führungsetagen ein Umdenken erforderlich", erläutert Markus Diederich. "Das Top-Management muss die Entwicklung von Zukunftsstrategien und marktfähigen Innovationen weiter oben auf der Agenda platzieren. Dazu gehört auch ein systematisches und straffes Innovationsmanagement, denn Innovation ist nicht das, was unsere Ingenieure und Spezialisten entwickeln können, sondern was der Kunde benötigt und möchte".

Standort-spezifische Faktoren

Dass Deutschland das Potenzial hat, wieder einen Spitzenplatz unter den Innovatoren einzunehmen, steht außer Frage: So werden z.B. beim europäischen Patentamt aus Deutschland mit weitem Vorsprung die meisten Patente angemeldet, jedoch ein viel zu geringer Bruchteil (deutlich unter 10 Prozent) dann auch in marktfähige Innovationen tatsächlich umgesetzt. "Es mangelt hierzulande nicht an guten, innovativen Ideen, sondern an Mut und Umsetzungsfähigkeit", so das Urteil von Diederich.

Dazu trägt sicherlich auch das von den Top-Managern mehrheitlich als investitionshemmend empfundene Klima in Deutschland bei. So werden hierzulande einhellig vor allem bürokratische Hemmnisse, wie die viel zu langen Genehmigungsverfahren und die damit verbundenen Kosten kritisiert (93 Prozent). "Ohne den raschen und gezielten Abbau von Bürokratie", so Diederich, "verpuffen viele, sinnvolle Innovations-Maßnahmen von Wirtschaft und Politik in Deutschland. Dem hierzulande zweifellos vorhandenen Innovationswillen und Wachstumspotenzial muss der Weg in eine rasche wirtschaftliche Umsetzung schnellstmöglich geebnet werden".

Das Studiendesign

Im Auftrag von Celerant Consulting befragte das Marktforschungsinstitut TNS Emnid im Oktober 2004 über 120 Führungspersonen aus dem Top-Management großer Unternehmen (Umsatz > 750 Mio. Euro p.a.) sowie Vorstände und Geschäftsführer mittelständischer Betriebe (Umsatz von 100-750 Mio. Euro p.a.). Ebenfalls einbezogen wurden verantwortliche Betriebsräte und Gewerkschaftler (n = 50). Im Fokus standen die Branchen IT/Telekommunikation, Chemie, Dienstleistungen und die Automobilindustrie. Die Auswahl der Stichproben in den Telefoninterviews mit strukturierten Fragebögen erfolgte nach dem Zufallsprinzip.

Über Celerant Consulting

Celerant ermöglicht seinen Kunden weltweit, bessere Geschäftsergebnisse zu erzielen. Wir tun dies, indem wir vor Ort Hand in Hand mit unseren Kunden arbeiten. Diese praktische Unterstützung befähigt Mitarbeiter auf allen Unternehmensebenen, Geschäftsprozesse und Managementsysteme eigenständig zu optimieren und ihr Verhalten auf die neuen Anforderungen anzupassen. Das Ergebnis dieses Multiplikatoreffektes? Eine nachhaltige Erhöhung des Geschäftsergebnisses und zwar innerhalb eines klar definierten Zeitrahmens. Celerant Consulting ist ein Tochterunternehmen von Novell, Inc.

Michael Kieppe | Celerant Consulting GmbH
Weitere Informationen:
http://www.celerant.cc

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