Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Staat und Wirtschaft müssen risikobereiter werden - Experten fordern Innovationen und Investitionen

06.10.2004


Mehr Risikobereitschaft und gemeinsame Anstrengungen von Staat und Wirtschaft für die Wissenschaft haben führende Vertreter der deutschen Forschung gefordert. "Wir können die Innovationsdebatte nicht losgelöst von der Risikodebatte führen", so Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Er verlangt von Staat und Wirtschaft, sich gemeinsam für die Forschungsförderung einzusetzen. "Wir müssen uns vor einem hüten: Wenn wir über Forschung reden, ist das nicht nur ein Thema, das die öffentliche Hand betrifft. Zwei Drittel der Forschungsausgaben kommen aus der Wirtschaft - also müssen wir sehen, dass wir die Wirtschaft mit ins Boot nehmen."



Sollte das nicht gelingen, seien die erhofften Investitionen von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung nicht zu erreichen. Dieses Ziel hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder für das Jahr 2010 in Aussicht gestellt. Experten und Berater bemängeln schon seit längerer Zeit, dass zwar durch Forschung und Entwicklung die Grundlagen gelegt werden, aber das unternehmerische Klima für innovative Dienste und Produkte fehle.



"Wir sind mit unseren Ergebnissen nicht im Bewusstsein der Großindustrie und auch nicht in dem der mittelständischen Industrie verankert", sagte Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Wirtschaft und Grundlagenforschung müssten stärker aufeinander zugehen. "Die deutsche Forschung ist gefordert, die Lücke zwischen den wissenschaftlichen Erkenntnissen und deren Umsetzung in Produkte zu schließen", sagte Gruss. Er kündigte dazu eine eigene Initiative an.

Die Max-Planck-Gesellschaft werde dafür gemeinsam mit der Bundesregierung ein Konzept entwickeln. "Wir wollen Strukturen bilden, die die Wertschöpfungskette so verlängern, dass die Risikokapitalgeber wieder investieren." Selbst neue Höchststände bei Entwicklungen und Patenten werden nicht helfen, wenn die Visionen und der Mut für kommerzielle Umsetzungen fehlen.

„Heute existiert in Deutschland ein ausgesprochenes Negativ-Klima für neue Geschäftskonzepte. Wagniskapital fehlt grundsätzlich auf dem deutschen Markt und die Banken finanzieren nur eigenkapitalstarke Unternehmen, die in bekannte und somit berechenbare Geschäftskonzepte investieren. Komme ich aber als Unternehmer mit der Idee für neue Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle, werde ich nicht finanziert“, moniert Michael Sander, Geschäftsführer der TCP Terra Consulting Partners GmbH http://www.terraconsult.de in Lindau.

Es müsse nicht nur ein Innovationsklima entstehen, sondern auch ein Investitionsklima, so Sander. Der Staat könne dafür aber nur die Voraussetzungen schaffen. Dass in Deutschland im Grunde die Innovationsbranchen im Zuge des Niedergangs des Neuen Marktes weggebrochen seien, so Sander, sei aber auch auf eine verfehlte Wirtschaftspolitik zurückzuführen. Sich auf die DAX-Schwergewichte zu stützen, zementiere zwar den Status Quo, aber dieses Sicherheitsdenken würde auch die Chancen einfrieren. „Wir brauchen nicht nur ein Innovationsklima, sondern auch ein Investitionsklima, besonders für Firmenneugründungen“, fordert Sander. Die Wirtschaft müsse Chancen sehen können, damit sie bereit sei, Risiken einzugehen.

Gunnar Sohn | NeueNachricht, ne-na
Weitere Informationen:
http://www.ne-na.de
http://www.fraunhofer.de.
http://www.mpg.de

Weitere Berichte zu: Innovationsklima Investitionsklima

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Indikator: Konjunkturampel schaltet von „gelb“ auf „grün“
16.05.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das erste Quartal 2018
30.04.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics