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Außenhandel behauptet sich in schwierigem Umfeld

12.06.2001

"Der deutsche Außenhandel erzielte auch im April 2001 kräftige Steigerungsraten, obwohl die Konjunktur in wichtigen Absatzmärkten sich spürbar abgekühlt hat. Unsere Außenwirtschaft behauptet sich damit auch in einem zunehmend schwierigen internationalen Umfeld." Dies erklärte Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), zu den neuesten Zahlen zum deutschen Außenhandel. Zuvor hatte das Statistische Bundesamt die aktuellen Daten bekannt gegeben. Demnach wurden im April 2001 von Deutschland Waren im Wert von 103,3 Milliarden DM (52,8 Milliarden Euro) ausgeführt und Waren im Wert von 93,1 Milliarden DM (47,6 Milliarden Euro) eingeführt. Die deutschen Ausfuhren lagen damit im April 2001 um nominal 16,7 Prozent und die Einfuhren um 18,5 Prozent höher als im April 2000. Der Außenhandelsüberschuss stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht auf 10,2 Milliarden DM.

"Momentan zehren wir noch von den guten Auftragseingängen der zweiten Jahreshälfte 2000. Hier rechnen wir mit einem leichten Rückgang durch die Wirtschaftsschwäche in den USA und aufgrund der verschlechterten Aussichten für Westeuropa", so der BGA-Präsident. "Für die ersten vier Monate ergibt sich eine Steigerung der Ausfuhren um 14,3 Prozent und der Einfuhren um 13,5 Prozent. Damit bestätigt sich die Tendenz unserer Prognose vom Frühjahr, die für das Gesamtjahr 2001 bei 12 Prozent Wachstum der Ein- und Ausfuhren liegt", so Börner. "Besonders dynamisch entwickelten sich im April die Exporte in die Drittstaaten außerhalb der Europäischen Union. Diese stiegen um 23 Prozent, während die Exporte in die EU nur um 12,5 Prozent zunahmen."

Ohne den Außenhandel würde die deutsche Konjunktur "in den Keller fallen", sagte Börner. "Uns bereiten vier Faktoren Kopfzerbrechen: Die schwächere Binnenkonjunktur, die steigende Inflation, der schwache Außenwert des Euro und die zu hohe Arbeitslosigkeit. Wenn es jetzt keine deutlichen Signale für wirtschaftsfreundliche Strukturreformen aus der Politik gibt, wird der Bundeskanzler sein Ziel beim Abbau der Arbeitslosigkeit nicht erreichen können." Der Zuwachs der Erwerbstätigen habe sich im ersten Quartal 2001 gegenüber dem Vorjahr auf unter ein Prozent verlangsamt, das Binnenwachstum habe in diesem Zeitraum 1,6 Prozent betragen. Die Inflation habe, nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes, im Mai 2001 bei 3,5 Prozent gelegen und der Euro konnte seine Schwächephase noch nicht überwinden. Es sei daher eine "radikale Umkehr in der Wirtschaftspolitik" notwendig, erklärte BGA-Präsident Börner in Berlin.

Volker Tschirch | ots

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