Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Green-Card-Initiative steht in Indien hoch im Kurs

08.06.2001

Die Green-Card-Initiative der Bundesregierung stößt bei indischen IT-Fachleuten auf große Resonanz. Etwa 65% der indischen Spezialisten aus der Informationstechnikbranche könnten sich vorstellen, vorübergehend nach Deutschland zu emigrieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine empirische Erhebung des Lehrstuhls für Soziologie an der Universität Hohenheim, die Katja Fiedler unter indischen IT-Fachleuten durchgeführt hat.



Generell herrscht in Indien ein sehr hohes Interesse an der Green-Card-Initiative. Dementsprechend verwundert es nicht, daß unter den bisher vergebenen Green-Cards die Inder die mit Abstand größte Gruppe stellen, deutlich vor Russen, Rumänen und Tschechen.

... mehr zu:
»Green-Card


Gehört von der Initiative haben über 95% der indischen IT-Spezialisten, interessiert an Details sind knapp 80%. Allerdings gibt es noch Defizite, was die Informationspolitik angeht. Über die Hälfte der indischen Spezialisten kennt weder die Rahmenbedingungen noch die Details der Initiative.

Für die Green-Card sprechen aus Sicht der Inder vor allen finanzielle Aspekte sowie die sozialpolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland. Ferner werden bessere Berufschancen, ein höherer Lebensstandard sowie die deutsche Kultur als wesentliche Attraktionspunkte der Green-Card-Initiative betrachtet.

Besondere migrationsfördernde Faktoren bilden die unterschiedlichen politischen und sozialen Bedingungen beider Länder. Mehr als 87% der indischen Computer-Fachleute bringen explizit ihre Unzufriedenheit mit den politischen und sozialen Bedingungen ihres Heimatlandes zum Ausdruck; gleichzeitig vermuten über die Hälfte der Fachleute einen sehr viel höheren und vor allen deutlich attraktiveren sozialpolitischen Standard in Deutschland. Diese unterschiedlichen Rahmenbedingungen bilden einen ganz wesentlichen "Push-Faktor" für die vorübergehende Auswanderungsbereitschaft.

Migrationshemmende Faktoren bilden unter indischen Computerspezialisten interessanterweise nur eine untergeordnete Rolle. Weder der mögliche Mangel an sozialen Kontakten, weder das Fehlen hinduistischer Zentren noch die Ausländerfeindlichkeit gelten als gravierende Hemmnisse, nach Deutschland zu kommen. Selbst das Thema "deutsche Sprache" wird als recht unproblematisch eingestuft, da die Mehrheit der Befragten das Deutsche wegen der gemeinsamen indogermanischen Sprachwurzel als relativ leicht erlernbar betrachtet oder aber glaubt, mit Englisch-Kenntnissen zurechtzukommen.

Besonders aufschlussreich an der Studie ist der Befund, dass lediglich 22% der indischen Computerspezialisten die Deutschen für ausländerfeindlich halten, die überwiegende Mehrheit von ca. 60% dagegen an ein positives Bild der Deutschen gegenüber Ausländern glaubt. Selbst Rüttgers Postkartenaktion unter dem Motto "Kinder statt Inder" hat das Deutschlandbild der indischen Spezialisten nicht wesentlich beeinträchtigt. Die große Mehrheit der indischen Fachleute hält die Postkartenaktion für eine politische Kritik am deutschen Bildungssystem und nicht als Ausdruck einer allgemeinen Fremdenfeindlichkeit.

Klaus H. Grabowski | idw

Weitere Berichte zu: Green-Card

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsgefahr nahe null - IMK-Indikator: Deutsche Wirtschaft auf dem Weg in die Hochkonjunktur
16.01.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Mit Schwung ins neue Jahr
28.12.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie