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Keine Aussicht auf Erholung des M&A-Marktes

21.06.2004


KPMG: "M&A-Geschäft kommt nicht auf die Beine" / Halbjahresbilanz ist herbe Enttäuschung - Aber: Klare Signale für Trendwende

Obwohl sich das Niveau der globalen M&A-Aktivitäten zu stabilisieren scheint, ist die erwartete Erholung des weltweiten Marktes für Unternehmenstransaktionen weiterhin nicht in Sicht. Der seit Ende 2000 anhaltende Abwärtstrend beim Geschäft mit Fusionen und Übernahmen setzt sich trotz eines vielversprechenden Auftakts zu Beginn des Jahres 2004 fort, wenn auch weniger drastisch als in den Vorjahren.

Während sich der Wert globaler Unternehmenstransaktionen im ersten Halbjahr 2004 nur geringfügig um rund ein Prozent auf 553 Milliarden US$ verringerte (gegenüber 557 Milliarden US$ im ersten Halbjahr 2003), sank die Anzahl abgeschlossener Transaktionen im selben Zeitraum deutlich, nämlich um zehn Prozent auf 8.073 (gegenüber 8.942 im ersten Halbjahr 2003). Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des Bereichs Corporate Finance von KPMG, die auf Daten des Marktforschungsunternehmens Dealogic beruht.

Auch in Deutschland rückt die Aussicht auf eine Erholung des M&A-Marktes immer weiter in die Ferne. Einem schwungvollen Start in das Jahr folgte ein Rückgang der Transaktionsvolumina und -anzahl, so dass der gesamte Transaktionswert im ersten Halbjahr 2004 mehr als zwölf Prozent unter dem Vorjahreswert liegt (43 Milliarden US$ gegenüber 49 Milliarden US$). Die Anzahl der Transaktionen reduzierte sich um 15 Prozent von 609 auf 519.

Thomas Ehren, Managing Partner des Bereichs Corporate Finance bei KPMG in Deutschland: "Das M&A-Geschäft kommt nicht auf die Beine, obwohl dies für die strategische Ausrichtung der Unternehmen von hoher Bedeutung wäre. Die Halbjahresbilanz hinkt den Erwartungen deutlich hinterher und ist vor allem in Anbetracht des optimistischen Auftakts im Januar und Februar eine herbe Enttäuschung. Ein stabileres wirtschaftliches Umfeld sowie der Aufschwung der Aktienmärkte zu Beginn des Jahres gaben Anlass zur Hoffnung auf eine Erholung des M&A-Marktes. Diese Hoffnung hat sich bislang nicht erfüllt."

Klare Signale für Trendwende Eine zukunftsorientierte Analyse, die außer abgeschlossenen auch angekündigte Transaktionen berücksichtigt, deutet allerdings auf eine Verbesserung der Marksituation und die erwartete Trendwende hin. Unter Einbezug angekündigter Unternehmensübernahmen weist der weltweite Transaktionswert im ersten Halbjahr 2004 eine Steigerung von 54 Prozent im Vergleich zu den ersten sechs Monaten in 2003 auf. Einen erheblichen Anteil an dieser Steigerung haben einige in der Presse zu Anfang des Jahres angekündigte Großtransaktionen, wie z.B. die Sano-fi/Synthelabo-Aventis-Übernahme mit 74 Milliarden US$ und die JP Morgan Chase/Bank One-Transaktion mit 58 Milliarden US$.

Thomas Ehren: "Im Januar wies die Ankündigung einer Reihe schlagzeilenträchtiger Übernahmen auf eine Belebung des M&A-Marktes hin. Der Aufschwung griff jedoch nicht auf den gesamten Markt über, und viele dieser großen Transaktionen sind noch nicht abgeschlossen. Die gesamte Entwicklung des Marktes für Fusionen und Übernahmen bis Jahresende hängt sowohl weltweit als auch in Deutschland wesentlich vom Ausgang dieser Transaktionen ab. Wäre zum Beispiel die angekündigte Walt Disney-Übernahme durch Comcast ein Erfolg ge-worden, sähen die Transaktionszahlen schon jetzt deutlich anders aus."

Fazit und Ausblick Der starke Anstieg der M&A-Aktivitäten im Januar hat die Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung des M&A-Marktes geschürt. Allerdings führten eine Reihen destabilisierender Faktoren zu einem erneuten Rückgang von Transaktionswerten und -anzahlen im ersten Halbjahr 2004. Insbesondere das schwierige Kapitalmarktumfeld, illustriert an den abgesagten Börsengängen der Halbleiterunternehmen X-Fab und Siltronic und der Werkstattkette Autoteile Unger, zeigt, dass es erneut Bewertungsunterschiede zwischen Käufern und Verkäufern gibt, die transaktionshemmend wirken. Da die Restrukturierungen mit entsprechenden Notverkäufen weitestgehend abgeschlossen sind, möchten Verkäufer ihre Wertvorstellungen erzielen. Käufer hingegen stellen aufgrund des unsicheren konjunkturellen Umfelds nach wie vor die Risikoaspekte von Akquisitionen in den Vordergrund und sind dementsprechend aktuell nicht bereit, strategische Preise zu zahlen. Ohne Veränderung der wirtschaftlichen Fundamentaldaten wird sich die Erholung des M&A-Marktes wohl auch weiterhin verzögern.

Ein signifikanter Teil des zukünftigen Umsatzvolumens im Markt für Unternehmenstransaktionen wird nach Einschätzung des Bereichs Corporate Finance bei KPMG durch Transaktionen mit Private Equity-Häusern generiert. Insbesondere Secondary Buy-outs, also Transaktionen unter Finanzinvestoren, prägen die Transaktionslandschaft. Trotz der gegenwärtig angespannten Lage der Finanzmärkte sind Finanzinvestoren bereit, attraktive Preise zu zahlen, was Secondary Buy-outs zur gangbaren Alternative für IPOs macht, wie die Überlegungen einiger ehemaliger Börsenkandidaten, z.B. der bereits erwähnten Autoteile Unger GmbH oder der Friedrich Grohe GmbH, beweisen.

Die halbjährliche Analyse auf Basis des britischen Marktforschungsunternehmens Dealogic beinhaltet nur abgeschlossene Transaktionen, um eine Darstellung der tatsächlichen Zahlungsströme im Zusammenhang mit Unternehmenstransaktionen zu liefern.

Marita Reuter | KPMG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de

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