Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Behörden arbeiten noch wie vor fünfzig Jahren

06.06.2001

Eine Studie der Universität Witten/Herdecke belegt: Jährlich könnten durch Internet Milliardensummen im deutschen Beschaffungswesen eingespart werden.

Vier von fünf Behördenmitarbeitern in Deutschland haben noch keine Erfahrung mit der elektronischen Beschaffung. Statt Waren und Dienstleistungen via Internet zu organisieren, werden in den Büros wie vor fünfzig Jahren noch Anforderungsformulare ausgefüllt, Ausschreibungen in Amtsblättern veröffentlicht und Bestellungen per Post auf den Weg gebracht. Dies ist das Ergebnis einer Studie zum Thema "Electronic Government", die von der Universität Witten/Herdecke unter der wissenschaftlichen Leitung von Erfolgsautor Stephan A. Jansen durchgeführt wurde. Jansen, dessen Buch "Oszillodox" über die Virtualisierung von Unternehmen zum "besten deutschen Wirtschaftsbuch" des Jahres gekürt wurde, deckte in der Untersuchung erstmals die Hintergründe für die Kritik der EU-Kommission am deutschen Beschaffungswesen auf. Der Einkauf von Behörden in Deutschland ist ein großer Markt. Mehr als fünfhundert Milliarden Mark oder 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gibt der Staat jährlich aus, um Sachleistungen zu organisieren. Europaweit sind es sogar eine Billion Euro, die für öffentliche Ausschreibungen aufgewandt werden. Doch nur zehn Prozent der Aufträge von Ländern oder Kommunen werden grenzüberschreitend vergeben. Deutschland bildet dabei mit fünf Prozent das Schlusslicht in der EU und steht deshalb in der Kritik der EU-Kommission. Nach geltendem Recht müssen Staatsaufträge ab etwa 400000 Mark oder Bauleistungen von knapp zehn Millionen Mark an europaweit ausgeschrieben werden. Mangelnde Internet-Kenntnisse sind dabei jedoch hinderlich. Nur neun Prozent der Behörden verfügen über elektronische Systeme zur Auftragsvergabe. Dabei würde der Einsatz von eGovernment-Lösungen viel Steuergelder einsparen. Jansen rechnet vor, dass eine herkömmliche Ausschreibung Kosten von durchschnittlich 477 Mark verursache. Bei der Benutzung eines Online-Dienstes würden die Kosten bei durchschnittlich hundert Mark liegen. Ein weiteres Problem besteht nach Ansicht Jansens darin, dass beispielsweise Kommunen zwar über eigene Internet-Portale verfügten, diese jedoch auf andere Kommunen nicht übertragbar seien. Die Praxis zeige, dass viele Kommunen an der Planung unwirtschaftlicher Eigenlösungen arbeiteten, um sich im kommunalen Wettbewerb zu profilieren. Jahr für Jahr koste der Betrieb und die Erstellung eigener Internet-Portale zwischen 2,5 und zehn Milliarden Mark.

Erste Ergebnisse der Studie "Public Electronic Procurement" (PEP) können bei der Universität Witten/Herdecke bestellt werden:

Universität Witten/Herdecke
Stephan A. Jansen
Leiter "Forschungsgruppe eGovernment"
Alfred-Herrhausen-Straße 50
58448 Witten.

Die Studie erscheint als Buch unter dem Titel: "Electronic Government - Neue Potentiale für einen modernen Staat" am 27. Juli als Buch bei Klett-Cotta

Stephan A. Jansen, Tel.: 02302/926-512, E-Mail: sjansen@uni-wh.de

Christiane Bensch | idw

Weitere Berichte zu: Beschaffungswesen Internet-Portal

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsgefahr nahe null - IMK-Indikator: Deutsche Wirtschaft auf dem Weg in die Hochkonjunktur
16.01.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Mit Schwung ins neue Jahr
28.12.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten