Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strom- und Gasindustrie: Volumen der Fusionen und Übernahmen halbierte sich in 2003 nahezu

16.03.2004


PwC-Analyse Power Deals: Anteil europäischer Unternehmen am globalen Transaktionsvolumen sinkt von 78 Prozent in 2002 auf 42 Prozent in 2003 / Energieversorger E.ON an fünf der zehn größten Deals mit deutschen Käufern beteiligt

Die Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, kurz: M&A) in der Strom- und Gaswirtschaft sind im Jahr 2003 weltweit, vor allem aber in Europa, stark zurück gegangen: Zwar fiel die Anzahl der Transaktionen nur um sechs Prozent auf 398 (2002: 424), das Volumen aller Käufe und Verkäufe sank jedoch von 84,9 Milliarden US-Dollar in 2002 auf 43 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr. Immerhin entfielen 69 Prozent auf die zweite Jahreshälfte 2003, was auf eine Marktbelebung hindeutet. Während die nordamerikanischen Strom- und Gasunternehmen ihren Anteil am globalen Transaktionsvolumen von 13 Prozent (2002) auf 42 Prozent (2003) steigern konnten, fiel der Anteil der europäischen Firmen von 78 Prozent im Rekordjahr 2002 auf lediglich 40 Prozent im Jahr 2003. Die zehn größten Deals fanden im Stromsektor statt, die Gasversorger spielten nur eine untergeordnete Rolle. Aus deutscher Sicht war vor allem E.ON aktiv: Der Energieversorger war als Käufer an zwei der zehn größten Transaktionen weltweit und an drei der größten Deals in Europa beteiligt. Für das laufende Jahr ist aufgrund kartellrechtlicher Bestimmungen und der Unsicherheit über die Auswirkungen des Emissionshandels in der Europäischen Union ab 2005 nicht mit Mega-Deals im Energiesektor zu rechnen.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Analyse Power Deals - Annual Review 2003 von PricewaterhouseCoopers (PwC). PwC untersucht darin jährlich alle nationalen und internationalen Fusionen und Übernahmen von Elektrizitäts- und Gasanbietern. Danach folgte auf die Rekordjahre 2001 und 2002, in denen sich Energieversorger durch Beteiligungen weltweit in neue Märkte einkauften und staatliche Betriebe privatisiert wurden, eine Phase der Konsolidierung und Konzentration auf die Heimatmärkte.

Deutschland: Kartellrecht setzt Grenzen bei Übernahmen

Die großen Elektrizitäts- und Gasanbieter sind durch das Kartellrecht beim Kauf von Wettbewerbern in Deutschland mittlerweile an ihre Grenzen gestoßen. So waren die Übernahmen und Beteiligungen an kommunalen Stadtwerken 2003 rückläufig; ihre Zahl betrug nur noch sechs (2002: zwölf), da die meisten Stadtwerke entweder bereits teilprivatisiert sind oder einen großen Energieversorger als Partner und Aktionär haben. Hier bietet sich aus Sicht der PwC-Experten in Zukunft eine Chance für mittelgroße Unternehmen und Finanzinvestoren. Die größte Übernahme im deutschen Energiesektor 2003 erfolgte durch eine Eigenkapitalgesellschaft (Private Equity-Investoren): der Kauf der Viterra Energy Services AG durch die britische CVC Capital Partners für 994 Millionen US-Dollar.

E.ON an fünf der zehn größten Deals mit deutschen Käufern beteiligt

Die meisten Transaktionen aus deutscher Perspektive gingen 2003 auf das Konto von E.ON. Der Energieversorger aus Düsseldorf trat bei den zehn größten globalen Deals im Elektrizitäts- und Gasbereich zweimal auf, bei den "Top Ten" der Übernahmen mit europäischen Käufern dreimal und bei den Transaktionen mit deutschen Käufern gleich fünfmal. Dazu zählt der Kauf der britisch-amerikanischen Midlands Electricity und der Erwerb des Mehrheitsanteils an der schwedischen Graninge AB. Insgesamt ging die Anzahl der M&As mit deutschen Käufern jedoch weiter zurück - sie fiel von 47 (2002) auf 29 (2003).

Markt bietet weiterhin Potenzial für wertorientierte Investoren

"Wir rechnen für dieses Jahr weltweit zwar mit einer leichten Steigerung der Transaktionen bei den Strom- und Gasanbietern, jedoch mit keinem weiteren Mega-Deal", beschreibt Manfred Wiegand, Partner bei PwC und verantwortlich für den Bereich Global Utilities, die Aussichten. "In Europa sind viele der größeren Privatisierungen bereits abgeschlossen und insbesondere die großen Unternehmen konzentrieren sich zur Zeit auf die Integration der übernommenen Firmen. Andererseits stehen auch sehr interessante Privatisierungen an, zum Beispiel in Frankreich und in Zentral- und Osteuropa. Auch das Auftreten einiger Finanzinvestoren - überwiegend in Nordamerika - hat gezeigt, dass der Markt auch weiterhin interessante Möglichkeiten für wertorientierte Investoren bietet."



Weitere Informationen erhalten Sie bei:

... mehr zu:
»Energieversorger »PwC

Manfred Wiegand
PricewaterhouseCoopers
Tel.: (0211) 9 81 - 28 12

E-Mail: manfred.wiegand@de.pwc.com

Sandra Werning
PricewaterhouseCoopers
Corporate Communications / Presse
Tel.: (069) 95 85 - 15 64
E-Mail: sandra.werning@de.pwc.com

| ots
Weitere Informationen:
http://www.pwc.com/energy

Weitere Berichte zu: Energieversorger PwC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitslosigkeit sinkt verhaltener
27.07.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten