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1,6 Millionen Gründer im vergangenen Jahr in Deutschland

15.03.2004


Viele Gründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus

Rund 1,6 Millionen Menschen und damit 2,3 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren wagten im vergangenen Jahr in Deutschland den Schritt in die Selbständigkeit. Das ergab die diesjährige Analyse der KfW Bankengruppe zur Struktur und Dynamik des Gründungsgeschehens, der KfW-Gründungsmonitor 2004. Damit gründeten 2003 genauso viele Menschen ihr Unternehmen wie im Vorjahr. "Das zeigt: Trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds ist die Selbständigkeit für viele Menschen weiterhin eine interessante Alternative", sagte Hans W. Reich, Vorstandssprecher der KfW Bankengruppe während der heutigen Vorstellung des Berichts. "Das ist wichtig, denn die jungen Unternehmen können unsere Wirtschaft beleben: mit neuen Ideen, Techniken und Machern." Am häufigsten starten die Gründer im Dienstleistungssektor (81 %) und dort vor allem im Bereich Dienstleistungen für Unternehmen (17 %), gefolgt von Gründungen im Einzelhandel einschließlich Kfz-Reparatur (13 %).

Während die Anzahl der Gründungen konstant blieb, weist der KfW-Gründungsmonitor 2004 mit dem Titel "Gründungen aus der Arbeitslosigkeit gewinnen an Bedeutung" Veränderungen bei der Struktur der jungen Unternehmen aus: Viele Gründer starten heute ihre unternehmerische Tätigkeit aus der Arbeitslosigkeit heraus. Im Jahr 2003 war jeder vierte zunächst beim Arbeitsamt gemeldet, bevor er zum eigenen Chef wurde. "Die Menschen, die aus der Arbeitslosigkeit kommen, machen quasi aus der Not eine Tugend. Dieser Gruppe der Gründer muss volkswirtschaftlich mehr Beachtung geschenkt werden", sagte Reich.

Immer mehr Gründer starten ihre Selbständigkeit aus dem Nebenerwerb heraus. Im vergangenen Jahr waren es 975.000 Gründer, die ihre selbständige Arbeit zunächst nebenberuflich starteten. "Diese Gründer ist von großer Bedeutung für unsere Volkswirtschaft: Sie schaffen ähnlich viele Arbeitsplätze wie die Vollerwerbsgründer und jeder dritte von ihnen plant zudem, den Nebenerwerb auf Dauer zum Vollerwerb zu machen", sagte Reich. Viele Nebenerwerbsgründer bevorzugen aber zunächst den sanfteren und risikoärmeren Übergang in die Selbständigkeit und erproben so ihr Geschäftsmodell.

Die Strukturveränderung bei den Gründungen geht einher mit einem deutlich niedrigeren Finanzierungsbedarf. Die meisten Nebenerwerbsgründer benötigen für den Start weniger als 25.000 EUR. Auch bei den Vollerwerbsgründungen ist der Finanzierungsbedarf gesunken: Nur jeder zehnte Gründer braucht für den Start mehr als 50.000 EUR. Die Hälfte aller Gründer mit Finanzierungsbedarf benötigt aber Fremdkapital. Jeder vierte Gründer, der für den Start in die Selbständigkeit finanzielle Mittel braucht, klagt bei der Finanzierung durch Banken über Schwierigkeiten. Dies dürfte u. a. daran liegen, dass gerade das kleinteilige Kreditgeschäft mit hohen Prüfungs- und Bearbeitungskosten verbunden ist. Zudem bedeuten Gründungen oftmals ein schwer kalkulierbares Risiko für das jeweilige Kreditinstitut.

"Die KfW Mittelstandsbank bietet zwei Förderprogramme im Mikro-Lending-Segment an: Das Mikrodarlehen und das StartGeld, die mit einer hohen Haftungsfreistellung verbunden sind, was das Risiko der durchleitenden Bank deutlich mindert", sagte Reich. Bei größerem Finanzierungsbedarf stehen dann die KfW-Programme Unternehmerkapital und Unternehmerkredit zur Verfügung, die auch die spezifischen Bedürfnisse von Gründern berücksichtigen. Neben Programmen zur Finanzierung bietet die KfW Mittelstandsbank ein umfassendes Beratungsangebot an. "Gerade für diejenigen Gründer, die auf wenig kaufmännische Erfahrung zurückgreifen können, ist es sinnvoll, frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, z. B. beim Erstellen von Business-Plänen", sagte Reich.

Im vergangenen Jahr förderte die KfW Mittelstandsbank mehr als 16.000 Gründer mit einem Finanzierungsvolumen von rund 1,6 Mrd EUR.

Der jährlich erscheinende KfW-Gründungsmonitor basiert auf einer repräsentativen Untersuchung, bei der mehr als 40.000 Personen im Bundesgebiet befragt wurden. Dabei berücksichtigt er als einzige Studie in Deutschland neben den Vollerwerbsgründungen in vollem Umfang die Nebenerwerbsgründungen.

Sonja Contzen | KfW
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

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