Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wege zur integrierten Wirtschaftsförderung

11.02.2004


Strategie, Organisation und IT-Lösungen



Das World-Wide-Web entfaltet seinen größten Nutzen manchmal nicht in der großen, weiten Welt, sondern "vor Ort" in der Region. Wie regionale Wirtschaftsförderung sich strategisch ausrichten und organisieren sowie Internetportale nutzen kann für Information, Wissensmanagement und Marketing war Thema der Tagung "Wirtschaftsförderung als integrierte Dienstleistung" am 10.02.2004 im Institut Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen. Präsentiert wurden Ergebnisse des zweijährigen BMBF-Projektes "Wirtschaftsförderung als wissensbasierte Dienstleistung", in dessen Rahmen Pilotanwendungen für den Rheinisch-Bergischen Kreis sowie für die Stadt Gelsenkirchen entwickelt wurden.

... mehr zu:
»IAT »Wirtschaftsförderung


Das im IAT-Forschungsschwerpunkt "Innovative Räume" entwickelte Konzept der Wirtschaftsförderung geht im Kern davon aus, an die in der Region vorhandenen Kompetenzen anzuknüpfen, den Standort danach zu profilieren und Netzwerke zu knüpfen bzw. auf diese zurückzugreifen. In der Praxis ist das allerdings nicht so einfach - wie auch die Diskussion auf der Tagung zeigte. Wirtschaftsförderung wird immer noch mehr reaktiv, am Tagesgeschäft orientiert betrieben, weniger als aktives, strategisches Handlungsfeld. Auch bringt nicht jede Region das Potenzial für die Entwicklung von Kompetenzfeldern mit oder die Kompetenzen vor Ort verteilen sich auf mehrere Kommunen, was eine sehr flexible Zusammenarbeit auf regionaler Ebene erfordert.

Wie die "Wirtschaftsförderung der Zukunft" aussehen könnte, schilderte PD Dr. Dieter Rehfeld, Leiter des IAT-Forschungsschwerpunktes "Innovative Räume". Auf dem Weg zur Realisierung der Vision lauerten allerdings etliche Fallstricke. Prof. Dr. Jürgen Stember von der Hochschule Harz erläuterte IT-Instrumente, eGovernment und Organisationswandel bei der strategischen Wirtschaftsförderung. Er hob hervor, dass künftig eGovernment und Bürokratieabbau zu den wichtigen Wettbewerbsprofilen einer Region zählen werden.

Wie vergleichende Untersuchungen, die das IAT bei mehreren

Wirtschaftsförderungseinrichtungen im In- und Ausland vorgenommen hat, zeigen, werden die Möglichkeiten informationstechnischer Instrumente in der Wirtschaftsförderung noch kaum ausgenutzt. Meist steht die Vermarktung der Region nach außen im Vordergrund, außerdem gibt es meist isolierte Datenbanksysteme mit enormem Aufwand für Informationsbeschaffung und -verarbeitung. Integrierte IT-Lösungen für Wirtschaftsförderer, mit denen die Region gemäß der Wirtschaftsstruktur sowie ihren Kompetenzfeldern entwickelt werden kann und die im Idealfall sogar ein Wissensmanagement für die Region unterstützen, fehlen bisher am Markt.

Im Rahmen des Projektes wurden deshalb für zwei Pilotstandorte strategische Konzepte entwickelt und informationstechnisch umgesetzt: Das Einzelhandelsinformationssystem in Gelsenkirchen umfasst Informationen für Investoren und Gewerbetreibende sowie für Politik und Verwaltung, ein Flächenmonitoring, Instrumente zur Steuerung des Branchenmixes, die Zusammenführung von Informationsbeständen der unterschiedlichen Akteure sowie Serviceleistungen wie z.B. Kooperationsbörsen. Bei den lokalen Akteuren besteht bereits großes Interesse diese Lösung umzusetzen, zum so den Wirtschaftsstandort Gelsenkirchen voranzubringen.

Bei der Rheinisch-Bergischen Wirtschaftsförderung (RBW) sollen mit dem Projekt "impuls-50plus" regionale Branchennetzwerke aufgebaut werden. Strategie ist, die Region angesichts eines stetig abnehmenden Gewerbeflächenangebots und eines überproportional hohen Anteils von Senioren als führenden Standort für altersspezifische Dienstleistungen und Produkte zu etablieren. Ergänzend zu den wirtschaftlichen und beschäftigungsrelevanten Vorteilen verspricht sich die RBW soziale Vorteile: Ältere Menschen könnten bei Vorhandensein besonders umfassender Serviceleistungen wesentlich länger im gewohnten Wohnumfeld ein selbst bestimmtes Leben führen.

Die Erprobung des im Rahmen des Projektes entwickelten Konzepts zur Wirtschaftsförderung wird an beiden Pilotstandorten fortgeführt. Die Erfahrungen aus dem Projekt und Erkenntnisse aus weiteren regionalwirtschaftlichen Analysen und Konzepten für die Wirtschaftsförderung werden demnächst als Buch bei Nomos veröffentlicht.

Weitere Informationen: Brigitta Widmaier, Tel. 0209/1707-127, Stefan Gärtner, Tel. 0209/1707-164

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.wibad.de

Weitere Berichte zu: IAT Wirtschaftsförderung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise