Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rentenmarkt: Wenig Rückenwind für Bondanleger

18.11.2003


Der von den kräftigen Expansionssignalen in Amerika beflügelte globale Wachstumsoptimismus und die jüngsten Leitzinsschritte Großbritanniens und Australiens haben in den letzten Wochen die Bondrenditen weiter klettern lassen. Die mangels Teuerungsdruck zumindest auf Sicht niedrigen Notenbankzinsen der Fed und EZB sowie Ungewissheiten über die Aufschwungsdauer jenseits der Stimulierungsmaßnahmen der US-Regierung begrenzten indes die Verzinsung der 10jährigen US-Treasuries auf zuletzt gut 4,3 Prozent und der als europäische Benchmark fungierenden Bundesanleihen auf rd. 4,4 Prozent (ca. ein Prozentpunkt über dem Junitief).

Zwar dürfte die im 3. Quartal mit einem BIP-Plus von annualisiert 7,2 nach 3,3 Prozent mit der höchsten Rate seit 19 Jahren expandierende US-Wirtschaft kaum nachhaltig mit gleichem Tempo voranpreschen. Allerdings nähren die Frühindikatoren (z.B. ISM Manufacturing Oktober 57,0 nach 53,7 bzw. Services 64,7 nach 63,3 Punkte) Hoffnungen auf eine weitere Stabilisierung am Arbeitsmarkt, die dem Aufschwung ein nachhaltiges Momentum verleihen sollte. Die Furcht der Rentenakteure vor einer konjunkturellen Überhitzung wird jedoch durch die nach dem Feuerwerk der letzten Monate etwas gedämpfteren Konsumaussichten gemildert. Zudem lag die Kernrate der Inflation im September bei lediglich 0,2 %. Dies erlaubt Fed-Chef Greenspan, mit mehr Geduld als üblich die Konjunkturstärkung bei einem Niedrigstleitzins von 1,0 Prozent abzuwarten.

Da selbst Japan inzwischen spürbare Besserungssignale aussendet (3. Quartal BIP annualisiert +2,2 nach +3,9 Prozent), ist auch für die Eurozone auf Basis der Nachfrage aus stärker wachsenden Weltregionen mit einem sukzessiven Aufstieg aus der Talsohle (3. Quartal +0,4 nach minus 0,1 Prozent) zu rechnen. Dennoch konzediert z.B. die EU-Kommission mit ihrer Wachstumsschätzung 2003/04 (+0,4 bzw. +1,8 Prozent) eine spürbare Dynamiklücke zu den USA, wobei vor allem die Binnenkonjunktur durch mangelnde Strukturanreize gebremst bleibt, während der gestärkte Euro vorhandene externe Nachfrageimpulse abschwächt. Per saldo erwartet die EZB in diesem Umfeld nicht zuletzt öl- und nahrungsmittelbedingt erst auf mittlere Sicht Euro-Inflationsraten von knapp unter 2 Prozent (Oktoberrate vorläufig 2,1 Prozent), wodurch aber ähnlich wie beim Geldmengenwachstum (M3 im September +7,4 nach +8,2 Prozent) noch kein Handlungsbedarf für die Währungshüter entsteht.

Insgesamt bleiben längerfristige Engagements in festverzinslichen Wertpapieren angesichts der international zunehmenden Konjunkturzuversicht (ungeachtet periodisch aufflackernder Nachhaltigkeitsskepsis) anfällig für Kursenttäuschungen. Zwar sind aktuell die Teuerungspotenziale durch hohen internationalen Wettbewerbsdruck der Unternehmen limitiert, allerdings dürften die Notenbanken mit Blick auf die schuldeninduzierten Inflationsbefürchtungen nur noch begrenzte Zeit weitere Leitzinsdiskussionen aufschieben können. Insofern sollten bei Neuanlagen etwas kürzere Fristen vorerst favorisiert bleiben.



Kontakt: Hans Beth, Tel.: 06131-13-2616, Fax: -2574, E-Mail: hans.beth@LRP.de

Hans Beth | LRP
Weitere Informationen:
http://www.LRP.de

Weitere Berichte zu: EZB Rentenmarkt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit