Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weißbuch der Kommission sieht Raumfahrt als horizontale Priorität vor

12.11.2003


Die Europäische Kommission hat Pläne für eine europäische Weltraumpolitik vorgelegt, deren Umsetzung mittels eines mehrjährigen Programms erfolgen soll, das mit steigendem Bedarf mehr Mittel zuweist.



Das Weißbuch der Kommission "Space: A new European frontier for an expanding Union. An action plan for implementing the European Space Policy" (Raumfahrt - eine neue europäische Grenze für eine wachsende Union. Aktionsplan zur Umsetzung der europäischen Weltraumpolitik) wurde nach einer sechsmonatigen Konsultationsphase über das vorangegangene Grünbuch von der Kommission in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) erstellt. Darin wird beschrieben, wie die EU mit Hilfe von Raumfahrttechnologien ihre wichtigsten Ziele verwirklichen kann: ein schnelleres Wirtschaftswachstum; Schaffung von Arbeitsplätzen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit; Erweiterung und Kohäsion; nachhaltige Entwicklung sowie Sicherheit und Verteidigung.

... mehr zu:
»ESA »Raumfahrt »Weltraumpolitik


"Das Endergebnis zeigt, dass sich Politiker wie Bürger deutlich für eine aktivere Rolle der EU in der Raumfahrt aussprechen", so das für die Forschung zuständige Mitglied der Europäischen Kommission Philippe Busquin. "Dieses Weißbuch ist ein Aufruf zum Handeln, um Europa für neue Ziele und neue Herausforderungen zu mobilisieren. Es wird dazu beitragen, Europas wissenschaftliche Talente, Technologien und unternehmerische Fähigkeiten zu fördern und diese für Europa und seine Bürger einzusetzen."

Grundpfeiler des Dokuments ist der Vorschlag der Kommission, die europäische Weltraumpolitik als horizontale Politik einzurichten. Das Weißbuch enthält keine ausführlichen institutionellen Vereinbarungen, da die Kommission zuerst abwarten muss, ob die Raumfahrt in der Europäischen Verfassung wie erwartet den gemeinsamen Zuständigkeiten zugeordnet wird.

Unter dem mehrjährigen Programm stünde ein weitaus umfangreicherer Haushalt als bisher zur Verfügung. "[D]er tatsächliche und potenzielle Nutzen der Raumfahrttechnologie ist unter den derzeit bestehenden institutionellen und finanziellen Vereinbarungen nicht vollständig zu gewährleisten", heißt es im Weißbuch. "Diese konzentrieren sich vorwiegend auf Forschung und Entwicklung und sind für eine optimale Nutzung der Raumfahrtaktiva ungeeignet."

Es wird nicht deutlich, woher die zusätzlichen Mittel stammen sollen. Im Weißbuch heißt es hierzu: "Es sind mehrere Szenarien zur Erhöhung der Ausgaben der Union für die Weltraumfahrt denkbar." Der Umfang der Mittel dürfte wahrscheinlich von den Zielen der Mitgliedstaaten und der Fähigkeit des "Raumfahrtsystems" der Union, darauf zu reagieren und sie einzubeziehen, abhängen. Höhere öffentliche Ausgaben werden voraussichtlich für eine erhebliche Hebelwirkung bei der Mobilisierung von Mitteln anderer Akteure aus der EU sorgen.

Der Vorschlag geht auch auf die institutionellen Zuständigkeiten, das Thema der laufenden Verhandlungen zwischen der Kommission und der ESA hinsichtlich eines Rahmenabkommens, ein. Die Kommission erwägt eine Ausweitung ihres Zuständigkeitsbereichs, sodass sie in der Lage ist, Aktivitäten im Rahmen einer neuen Weltraumpolitik zu steuern, zu finanzieren und zu koordinieren. Die ESA ihrerseits würde die Führungsrolle bei der Ausarbeitung, Vorlage und Entwicklung der erforderlichen Lösungen übernehmen. Die Weltraum- und Forschungsorganisationen der Einzelstaaten wären weitgehend für die Umsetzung der sie betreffenden Handlungsschwerpunkte des Programms zuständig.

Das Weißbuch empfiehlt ferner Maßnahmen zur Sicherung des unabhängigen europäischen Zugangs zum Weltraum, die Verbesserung der Raumfahrttechnologie, die Förderung der Erforschung des Weltraums, die verstärkte Heranführung Jugendlicher an naturwissenschaftliche Berufe und die Stärkung der europäischen Spitzenstellung in der Weltraumforschung.

Das Weißbuch wird von der Kommission als "Aufruf zum Handeln" bezeichnet. Es prophezeit der europäischen Weltraumindustrie ernsthafte Folgen, wenn der Vorschlag nicht von allen Akteuren und Betroffenen angenommen werde: "Wenn Europa den vorgeschlagenen weltraumpolitischen Ansatz nicht akzeptiert, steht ihm sein Niedergang als "Weltraummacht" bevor, da es nicht in der Lage sein wird, neue Technologien zu entwickeln und Anwendungen zu erhalten", warnt das Weißbuch.

| cn
Weitere Informationen:
http://europa.eu.int/comm/space/whitepaper/index_en.html

Weitere Berichte zu: ESA Raumfahrt Weltraumpolitik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie