Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strategisches Wissensmanagement - Grundlage erfolgreicher Strategie-Entwicklung im Unternehmen

27.09.2000


Neues Verfahren an der Universität Witten/Herdecke entwickelt und erfolgreich im Praxiseinsatz erprobt

Welche Fähigkeiten ermöglichen heute und in der Zukunft ein Überleben im härter werdenden Konkurrenzkampf? Was sind die wettbewerbsentscheidenden Kernkompetenzen des Unternehmens? Wo liegen seine strategischen Potentiale? Offenbar ist das strategische Wissen, das im Unternehmen vorhanden ist, eine wesentliche Quelle, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Denn Wissen macht handlungsfähig. Das Wissen um die eigenen Kompetenzen und ihre Rolle im Wettbewerb, diese Selbstvergewisserung, ist eine wesentliche Vorbedingung, um überhaupt die Kernkompetenzen zum Tragen zu bringen und weiterentwickeln zu können. Nur dann kann Strategie-Entwicklung nachhaltig funktionieren.

An dieser Stelle muss ein strategisches Wissensmanagement ansetzen, das zur Strategie-Entwicklung einen maßgeblichen Beitrag zu leisten vermag. Das heißt, eine Identifikation und Erhebung der Kompetenzen bedarf der Innensicht. Wer dagegen wie viele Unternehmensberater glaubt, durch bloßes Beobachten von außen die Kernkompetenzen eines Unternehmens zu erkennen, kommt über bloße Vermutungen nicht hinaus. Die Überraschung ist dann groß, wenn Strategien auf Basis dieser vermeintlichen Kernkompetenzen nicht zum Erfolg führen oder erst gar nicht umsetzbar sind. Nur eine gemeinsame Auffassung im Unternehmen darüber, was die eigenen Kompetenzen sind, stellt sicher, dass diese Potentiale auch wirksam werden und gezielt vermehrt werden können.

So verständlich diese Forderung nach einer "Kompetenzinventur" also ist, so wenig ist sie schon praktisch realisiert. Weder die Wissenschaft noch die Beratungspraxis verfügten bislang über eine systematische und analytisch befriedigende Methode zur Ermittlung von Kernkompetenzen. An diesem Punkt setzt ein neues Verfahren an, das Jörg Fengler von der Universität Witten/Herdecke im Rahmen praktischer Strategiearbeit in Unternehmen entwickelt und erfolgreich angewendet hat: ein strategisch orientiertes Wissensmanagement, das Klarheit über vorhandene Kompetenzen der Organisation in der Gegenwart und die zukunftsrelevanten Potentiale schafft. "Wissensmanagement beschränkte sich bisher meist auf das Speichern, Verschieben und Verwalten von Informationen: die richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar zu machen. Diesem gleichsam operativen Blickwinkel wird nun die strategische Komponente hinzugefügt. Starke und schwache Signale des Unternehmens werden systematisiert erfasst und ausgewertet, um die eigenen Fähigkeiten gezielt zu erkennen und strategisch zu nutzen", so beschreibt Fengler sein Verfahren. Es besteht aus einem mehrstufigen Prozess, in dem sowohl die Kompetenzen und Ressourcen als auch die verborgenen Potentiale eines Unternehmens in Tiefeninterviews und Workshops ermittelt und zu einem aussagekräftigen Gesamtbild der Organisation verdichtet werden. Besonderes Gewicht kommt dabei der Schaffung einer gemeinsamen Sichtweise auf Seiten der Beteiligten zu: "Strategie entsteht nicht am grünen Tisch. Auch die brillanteste Analyse ist nutzlos, wenn sie von den Schlüsselpersonen im Unternehmen abgelehnt wird. Daher besteht ein Hauptmerkmal des neuen Verfahrens in der Einbeziehung aller Beteiligter in einen sachlichen Diskurs, der das Grundverständnis für eine zukünftig erfolgreiche Strategie schafft" resümiert Fengler.

Das Buch von Jörg Fengler ist unter dem Titel "Strategisches Wissensmanagement: Die Kernkompetenzen des Unternehmens entdecken" mit der ISBN 3-89722-463-1 im Logos Verlag Berlin zum Preis von 69.00 DM erschienen und zeigt neben den konzeptionellen Grundlagen ausführlich anhand einer Praxis-Fallstudie, wie die einzelnen Schritte des Verfahrens im Unternehmen durchgeführt werden.

Weitere Informationen bei Jörg Fengler unter joerg_fengler@hotmail.com

Kay Gropp | idw

Weitere Berichte zu: Strategie-Entwicklung Wissensmanagement

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise