Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kommission stellt Plan zur Ankurbelung der Investitionen in die Forschung vor

12.09.2002


Als Antwort auf die Forderung des Europäischen Rates von Barcelona vom März 2002, die Forschungsausgaben in der EU auf 3% des durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufzustocken, legte die Kommission gestern ihre Strategie vor. Bisher liegt dieser Anteil in Europa bei lediglich 1,9%. Die Mitteilung "Mehr Forschung für Europa" befasst sich mit der unzureichenden Investition in Wissenschaft und Technologie und den damit einhergehenden negativen Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit, das Wachstum und die Beschäftigung in Europa. In den USA werden jedes Jahr über 120 Mrd. € mehr in die Forschung und Entwicklung (F&E) investiert (private und öffentliche Mittel) als in der EU. Wird nicht rasch gehandelt, wird dieser Wissensrückstand das Innovationspotenzial in Europa hemmen und verhindern, dass Europa das vom Europäischen Rat von Lissabon im März 2000 vorgegebene Ziel erreicht, nämlich bis 2010 zur wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wissensgesellschaft in der Welt zu werden. Die wichtigste Herausforderung besteht darin, den Anteil der Investitionen des privaten Sektors, der zur Zeit bei durchschnittlich 55% liegt, auf zwei Drittel der gesamten F&E-Investitionen zu erhöhen. In den USA, Japan und verschiedenen Mitgliedstaaten ist dieser Anteil bereits erreicht oder überschritten. Koordinierte Maßnahmen auf europäischer, einzelstaatlicher und regionaler Ebene sind daher erforderlich, wenn Europa für privatwirtschaftliche F&E-Investitionen attraktiver werden soll. Zugang zu Finanzquellen, das Regelungsumfeld, Humanressourcen, Rechte am geistigen Eigentum, Steuerpolitik und andere Anreize müssen auf die F&E-Erfordernisse abgestimmt werden. Die Kommission wird nun eine breit angelegte Konsultation der interessierten Akteure vornehmen, um bis zum Jahresanfang 2003 eine Reihe gezielter Maßnahmen festlegen zu können.

... mehr zu:
»BIP »F&E-Investition »Investition

"Mehr Investitionen in Wissenschaft und Technologie sind ausschlaggebend für die Zukunft Europas”, erklärte der EU-Kommissar für Forschung, Philippe Busquin. “Gerade angesichts der aktuellen Konjunkturflaute geht es jetzt darum, noch stärker zu investieren, um die Grundlagen für Innovationen zu legen, die in Zukunft Wachstum und Arbeitsplätze sichern werden. In den USA wurden im Jahr 2000 288 Mrd. € für Forschung und technologische Entwicklung (FTE) ausgegeben, in der EU hingegen lediglich 164 Mrd. €. Der Abstand vergrößert sich noch. Wir brauchen eine umfassende Diskussion in Europa darüber, wie mit staatlichen Forschungsbudgets Anreize dafür geschaffen werden können, dass die Privatwirtschaft mehr investiert."

Mit einem Prozentsatz von 2,98% im Jahr 2000 haben die F&E-Ausgaben in Japan inzwischen den Anteil von 3% am BIP erreicht , die USA nähern sich diesem Wert an (mit einem seit 1995 stetig steigendem Anteil, der im Jahr 2000 2,69% erreichte). In Europa hingegen stagnieren die F&E-Ausgaben, die 2000 bei 1,93% lagen, seit Anfang des letzten Jahrzehnts auf einem Niveau von unter 2%.


Die F&E-Ausgaben liegen in Griechenland, Portugal, Spanien und in allen Beitrittsländern mit Ausnahme der Tschechischen Republik und Sloweniens unter 1% des BIP. In Schweden und Finnland liegt der Anteil am BIP hingegen bereits heute bei über 3%, in Deutschland erreicht er 2,5%. Der 3%-Wert gilt für Europa insgesamt: man kann nicht davon ausgehen, dass alle europäischen Länder bis 2010 diesen Anteil erreichen, allerdings sollten alle Länder Anstrengungen unternehmen, um das Umfeld für F&E-Investitionen attraktiver zu gestalten und die Verwendung von finanziellen Anreizen zu verbessern.
In der Mitteilung werden Rahmenbedingungen genannt, die systematisch verbessert werden müssen. Dazu gehören:

  • hoch qualifizierte Humanressourcen
  • eine starke öffentliche Forschungsbasis und bessere Kontakte zur Industrie
  • eine dynamische Unternehmenskultur
  • geeignete Systeme für den Schutz des geistigen Eigentums
  • ein wettbewerbsorientiertes Umfeld mit forschungs- und innovationsfreundlicher Regulierung und unterstützende Wettbewerbsregeln
  • unterstützende Finanzmärkte, makroökonomische Stabilität und günstige steuerliche Bedingungen.

Finanzielle Anreize für private F&E-Aktivitäten und technologiebasierte Innovationen könnten darüber hinaus effizienter und gezielter eingesetzt werden. In diesem Zusammenhang stehen den Behörden eine Vielzahl von Finanzinstrumenten zur Verfügung, insbesondere direkte Unterstützungsmaßnahmen, steuerliche Anreize, Garantieinstrumente und die staatliche Förderung von Risikokapital. Diese Instrumente müssen besser koordiniert werden.


Fabio FABBI 02 2964174
Lone Mikkelsen 02 2960567

Fabio Fabbi | Europäische Kommission
Weitere Informationen:
http://europa.eu.int/comm/research/era/listcom_en.html

Weitere Berichte zu: BIP F&E-Investition Investition

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise