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Integrierte Produktion statt Stückwerk

14.04.2008
"Ganzheitliche Produktionsprozesse" sollen Einzelmaßnahmen in produzierenden Unternehmen bündeln. Kleine und mittlere Unternehmen sind damit oft überfordert. Das Projekt IMPROVE des Fraunhofer ISI leistet praktische Unterstützung - mit zählbarem Erfolg.

TQM, KVP, Gruppenarbeit - drei Beispiele für vermeintliche Allheilmittel, mit denen deutsche Unternehmen seit den neunziger Jahren ihre Produktionsprozesse auf Weltniveau getrimmt haben.

Doch mehr und mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass Programme wie Total Quality Management oder Kontinuierliche Verbesserungsprozesse immer nur Teile des Problems angehen. Unternehmer, die das Optimum für ihren Betrieb herausholen wollen, müssen dagegen Aspekte wie Qualität, Flexibilität und Kosten unter einen Hut bringen - "ganzheitliche Produktionssysteme" heißt die neue Herausforderung.

Große Konzerne stellen sich ihr, indem sie ganze Stabsabteilungen dafür einsetzen. Für kleine und mittlere Unternehmen ist dieser Top-Down-Ansatz nicht geeignet, so das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe. "Diese Betriebe können die bestehenden Lösungen nicht komplett abschreiben", warnt Projektleiter Dr. Gunter Lay. Gefragt seien vielmehr Strategien, die Produktionsprozesse aufbauend auf dem Vorhandenen verbessern.

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Das Fraunhofer ISI hat im Projekt IMPROVE, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Instrumente entwickelt, mit denen kleine und mittlere Betriebe Synergiepotenziale in ihrer Produktion entdecken können. In dem Buch "Von Modernisierungsinseln zu integrierten Produktionssystemen", erschienen im VDMA-Verlag, geben die Autoren des Fraunhofer ISI praktische Hilfestellung, um ganzheitliche Produktionssysteme zu etablieren.

So wird erklärt, wie die speziell entwickelte Beziehungslandkarte die gewachsenen Abhängigkeiten in den Produktionsprozessen zu Tage fördert oder wie das IMPROVE-Cockpit hilft, Einzelmaßnahmen an der Geschäftsstrategie auszurichten. Zu jedem Instrument gibt das Buch Best-Practice-Beispiele aus den acht am IMPROVE-Projekt beteiligten Firmen.

Eine ist die Pumpenfabrik Ernst Scherzinger in Furtwangen. "Seit 2004 haben wir die Durchlaufzeiten für Produktneuentwicklungen um 30 Prozent verkürzt", so Erich Willimsky, geschäftsführender Gesellschafter bei Scherzinger. Im gleichen Zeitraum stieg die Produktivität um 18 Prozent bei weiter sinkenden Ausschussquoten. Mit 15 Prozent mehr Personal erzielte der Betrieb 60 Prozent mehr Umsatz - ein Erfolg, der über das neue Entlohnungssystem allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugute kommt.

Dass die IMPROVE-Ergebnisse auf fruchtbaren Boden fallen, beweisen die Workshops, die Fraunhofer ISI und IAO regelmäßig anbieten, zuletzt im Februar mit Teilnehmern aus 60 Firmen. Weitere Informationen zu kommenden Workshops sowie Vorlagen, Checklisten und Handlungsanleitungen finden interessierte Firmen unter http://www.integrierte-modernisierungskonzepte.de

Kontakt:
Dr. Gunter Lay
Telefon: 0721 / 6809 - 300
E-Mail: gunter.lay@isi.fraunhofer.de
Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht Marktpotenziale technischer Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft.

Die interdisziplinären Forschungsgruppen konzentrieren sich auf neue Technologien, Industrie- und Serviceinnovationen, Energiepolitik, Nachhaltigkeit und Infrastruktursysteme, Politik und Regionen, Regulierung sowie Innovations- und Technologiemanagement und Vorausschau

Bernd Müller | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de
http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm.
http://www.integrierte-modernisierungskonzepte.de

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