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EU: Weniger Wachstum und steigende Inflation

21.02.2008
Lebensmittel und Energiepreise treiben Teuerung

Die Europäische Union wird 2008 langsamer wachsen als bisher angenommen.

Nachdem die US-Notenbank Fed bereits gestern, Mittwoch, die Wachstumsprognose für die USA gesenkt hatte, gab die EU-Kommission heute ihre aktuelle Zwischenprognose für 2008 bekannt und dämpft damit ebenfalls die Wachstumserwartungen.

Demnach soll das Wirtschaftswachstum im Euroraum 1,8 Prozent betragen, noch im November hatte man mit einem Plus von 2,2 Prozent gerechnet. Aufgrund der anhaltenden Finanzmarktturbulenzen sowie der schwachen US-Wirtschaft und den zugleich hohen Rohstoffpreisen wurde die ursprüngliche Vorhersage jedoch gesenkt. Zugleich kündigte die Kommission an, dass die Inflationsrate voraussichtlich 0,5 Prozent höher als bisher angenommen, ausfallen und damit durchschnittlich bei 2,6 Prozent liegen wird.

Die Inflation wird vor allem durch steigende Preise im Lebensmittel- und Energiebereich getrieben. Laut EU-Kommission ist jedoch ein Ende des Anstiegs abzusehen. Bereits im vierten Quartal 2008 wird mit einer Normalisierung gerechnet. Auch das schwächelnde Wirtschaftswachstum soll nicht von langer Dauer sein. So würden die Wachstumsprognosen der sieben größten EU-Länder auf eine erneute Beschleunigung in der zweiten Jahreshälfte 2008 schließen lassen. Dabei geht die Kommission aber davon aus, dass sich die US-Konjunktur im Zuge der gesetzten finanzpolitischen Maßnahmen erneut positiv entwickelt und sich die Turbulenzen an den Finanzmärkten legen werden.

"Wir teilen die Ansicht, dass die Inflationsrate in der zweiten Jahreshälfte zurückgehen wird, bei dem erneuten Aufschwung des Wirtschaftswachstums sind wir jedoch skeptischer", sagt RZB-Analyst Gottfried Steindl gegenüber pressetext. So sieht man bei der RZB die Voraussetzungen für einen erneuten Anstieg in der zweiten Jahreshälfte noch nicht gegeben, dieser wird erst im kommenden Jahr erwartet. Ein Grund dafür sei, dass sowohl Unternehmen als auch private Haushalte derzeit von höheren Fremdfinanzierungskosten betroffen sind, wodurch unter anderem Investitionen hinausgeschoben werden.

Für die gesamte Europäischen Union rechnet die Kommission 2008 mit einem Wirtschaftswachstum von 2,0 statt wie bisher 2,4 Prozent. Die Inflation wird voraussichtlich 2,9 Prozent betragen. Im vergangenen Jahr lag die Teuerungsrate bei durchschnittlich 2,3 Prozent (Euroraum: 2,1 Prozent), das Wirtschaftswachstum betrug 2,9 Prozent (2,7 Prozent).

Neben der europäischen Wirtschaft muss auch der amerikanische Markt mit geschmälertem Wachstum rechnen. Vor drei Monaten rechnete die US-Notenbank für die US-Wirtschaft noch mit einem Plus von 1,8 bis 2,5 Prozent, nun wurde die Prognose auf 1,3 bis zwei Prozent verringert. Auch hier spielt die Kreditkrise eine entscheidende Rolle, zugleich wirken sich auch die anhaltenden Probleme am US-Immobilienmarkt negativ auf das Wirtschaftswachstum aus. Neben dem schwächeren Wachstumsaussichten sagt die Fed zudem steigende Arbeitslosenzahlen voraus. Die Arbeitslosenrate werde demnach zwischen 5,2 und 5,3 Prozent liegen. Bisher wurde ein Anstieg von 4,8 bis 4,9 Prozent prognostiziert. Experten schließen aufgrund der Fed-Äußerungen weitere Zinssenkungen nicht aus.

Victoria Schubert | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://ec.europa.eu

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