Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie ältere Menschen im Supermarkt den Überblick behalten

13.04.2010
Wirtschaftswissenschaftler der Universität Jena prüfen Kennzeichnungssysteme für Lebensmittel

Lebensmittel einkaufen will gelernt sein. Jedenfalls wenn man Wert auf bestimmte Qualitätsmerkmale oder Inhaltsstoffe legt. Denn die Verpackungen von Lebensmitteln sind heute voll von Informationen: Wie viel Energie enthält ein Produkt? Was steckt an Nährstoffen wie Zucker, Fett oder Salz darin? Welche Zutaten enthält es?

"Hinzu kommen zahlreiche Label wie das ,Bio'- oder ,fair trade'-Siegel oder gesundheitsbezogene Informationen", sagt Prof. Dr. Roland Helm von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Aus dieser Fülle das gewünschte Produkt ausfindig zu machen und vor allem die dargestellten Informationen richtig lesen und interpretieren zu können, ist nicht leicht", so der Inhaber des Unilever-Stiftungslehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre weiter.

Besonders ältere Menschen haben es schwer, am vollen Supermarktregal den Überblick zu behalten. Wie sich die steigende Informationsfülle auf Lebensmittelverpackungen auf das Kaufverhalten speziell von älteren Menschen auswirkt, dieser Frage gehen die Marketingexperten im Team um Prof. Helm in den kommenden zwei Jahren in einem Forschungsprojekt nach. Das Projekt wird vom Stiftungsfonds Unilever zur Förderung der Wissenschaften finanziell unterstützt.

"Wir wollen zunächst die Einflussfaktoren ausfindig machen, die das Kaufverhalten von älteren Menschen bestimmen und prüfen inwieweit diese bei der Lebensmittelkennzeichnung eine Rolle spielen", erläutert Projektmitarbeiter Daniel Conrad. Dieser Frage komme angesichts der sich stetig ändernden Altersstruktur der Gesellschaft eine wachsende Bedeutung zu. "Zum anderen wollen wir ermitteln, in welchem Umfang altersbedingte Effekte in der Informationsverarbeitung veränderte Ansprüche an die Kennzeichnung von Lebensmitteln erwarten lassen", so Diplom-Kaufmann Conrad.

Für ihre Untersuchung planen die Wirtschaftswissenschaftler zunächst verschiedene konkurrierende Kennzeichnungssysteme hinsichtlich ihrer Eignung zur Informationsvermittlung zu vergleichen. So wollen sie die aktuell diskutierte "Ampelkennzeichnung" unter die Lupe nehmen, die dem Verbraucher den Nährwertgehalt anhand der Farben rot, gelb und grün signalisiert. Als Vergleichssystem dienen z. B. Nährwerttabellen mit den sogenannten "Big 4", die Angaben zum Brennwert, Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydrat-Gehalt liefern oder die "Big 8", die zusätzlich zu den "Big 4" über den Gehalt an Zucker, Salz, gesättigten Fettsäuren und Ballaststoffen informieren.

Anschließend geht es darum zu analysieren, ob und wie sich in einzelnen Altersgruppen die Wahrnehmung von Lebensmittelkennzeichnungssystemen unterscheidet. "Lassen sich daraus altersbedingte Faktoren ableiten, die als Ursache von Unterschieden im Kaufverhalten gelten können?", nennt Daniel Conrad eine zentrale Frage des Forschungsprojekts. Langfristiges Ziel der Jenaer Wirtschaftswissenschaftler ist es, anhand ihrer Erkenntnisse Empfehlungen geben zu können, wie ein optimales Lebensmittelkennzeichnungssystem aussieht, das speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten ist.

Kontakt:
Prof. Dr. Roland Helm / Dipl.-Kfm. Daniel Conrad
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Str. 3
07743 Jena
Tel.: 03641 / 943110, 03641 / 943117
E-Mail: e.jahn[at]wiwi.uni-jena.de / d.conrad[at]uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Frühwarninstrument zeigt „grün“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt gering
19.07.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten