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2008 für Versicherer zweitteuerstes Jahr der Geschichte

16.12.2008
Natur- und Unwetterkatastrophen nehmen kontinuierlich zu

Die globale Erwärmung beschert der weltweiten Versicherungsbranche einen teuren Jahresabschluss. Aufgrund wetterbedingter Naturkatastrophen summierten sich die Schäden aktuellen Schätzungen der Münchener Rück zufolge in diesem Jahr auf über 100 Mrd. Dollar. Dem deutschen Versicherungsriesen nach seien von den Schäden nur rund die Hälfte versichert gewesen.

Diese Summe kann sich Klimaforschern zufolge aber noch erhöhen. Bezieht man die volkswirtschaftlichen Schäden durch Erdbeben in die Bilanz für 2008 ein, belaufen sich die Gesamtbelastungen auf mehr als 200 Mrd. Dollar. "Werden die Verluste seitens der Finanzbranche mit einberechnet, dann ist 2008 definitiv nicht billig für die Branche", so Stefan Schulz, Sprecher der Hannover Rückversicherung AG, auf Nachfrage von pressetext.

Die vorläufigen Zahlen der Branche verdeutlichen das Ausmaß der Versicherungsschäden. Trotzdem bleiben diese Belastungen noch weit unter dem Ausnahmejahr 2005. Damals sorgte der Wirbelsturm Katrina für Schäden in Höhe von 125 Mrd. Dollar - versichert davon waren aber nur 60 Mrd. Dollar. Wegen der Klimaveränderungen, die Fachleute auf eine gestiegene Erwärmung zurückführen, kam es 2008 zu verheerenden Naturkatastrophen. "Insbesondere die Schnee- und Eisstürme in mehreren Provinzen Chinas und der Wintersturm Emma in Europa führten zu Schäden. Aber auch die Erdbeben in Sichuan, Hagelstürme in der Bundesrepublik sowie die beiden Hurrikans Gustav und Ike sind hierbei zu erwähnen", fasst Schulz die wichtigsten Ereignisse auf Nachfrage von pressetext zusammen.

Laut Schmidt beläuft sich die Nettoschadensbelastung für die Hannover Rück bis September dieses Jahres auf insgesamt 445 Mio. Euro. Die Diskrepanz zu den Vorjahren wird anhand der Zahlen deutlich. 2007 belief sich die Schadenssumme auf 285 Mio. Euro. Das bis dato größte Schadensjahr 2005 belief sich für die Hannoveraner Schmidt zufolge auf 1,07 Mrd. Euro. Der Konzern schätzt in seiner aktuellen Prognose, dass Wirbelsturm Ike die Rückversicherer mit rund 220 Mio. Euro belasten wird. Wie das Handelsblatt heute, Dienstag, berichtet, werden die durch Ike verursachten Schäden auf 15 bis 20 Mrd. Euro geschätzt. Versicherungsinsider verweisen in diesem Zusammenhang auch darauf, dass Ike unterschätzt wurde und wegen der Finanzmarktturbulenzen in den Hintergrund gerückt sei. Ike ist der bisher drittteuerste Sturm.

Dass sich das aktuelle Geschäftsjahr 2008 in seinen Belastungen für die Hannover Rück mehr als deutlich niederschlägt, zeigt sich auch am Hagelsturm Hilal, der den Konzern fast 48 Mio. Euro kostete. Mit Stichtag 30. September lag die Gesamtbelastung damit über dem erwarten Wert von zehn Prozent der Nettoprämie in der Schaden-Rückversicherung.

Hannover-Rück-Vorstandschef Wilhelm Zeller gibt jedoch Entwarnung, da im vierten Quartal vom 70-Mio.-Euro-Großschadenbudget erst 15 Mio. Euro verbraucht worden seien. Als generellen Trend sehen Klimaforscher Naturkatastrophen seit den 1980er Jahren deutlich ansteigen. Als Gründe führen die Wissenschaftler die steigende Weltbevölkerung sowie den höheren Lebensstandard an. In Deutschland unterschätzen die Versicherten nach wie vor die Folgen des Starkregens.

Florian Fügemann | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.hannover-rueck.de

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