Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wegweisende Flugleistung für Elektroflieger e-Genius - 341 km, 2 Stunden, 4 Liter

24.06.2011
Das am Institut für Flugzeugbau der Universität Stuttgart unter Leitung von Prof. Rudolf Voit-Nitschmann entwickelte und gebaute Elektroflugzeug e-Genius flog vor einigen Tagen bei ruhigem Wetter im Allgäu eine Strecke von 341 Kilometern innerhalb von zwei Stunden Flugzeit und verbrauchte dabei nicht mehr Energie als ein Äquivalent von vier Litern Benzin.

Die Geschichte des bemannten elektrischen Fluges reicht bis in das Jahr 1973 zurück, als Heino Briditschka am 21. Oktober 1973 zum ersten Mal mit seiner umgebauten MB-E1 abhob. Seit dem sind viele weitere Elektroflugzeuge hinzugekommen, bis heute jedoch keines, dass es mit konventionellen Flugzeugen aufnehmen konnte. Erst dem e-Genius gelang es, in diese Bereiche vorzudringen und dabei sparsamer als alles bisher Dagewesene zu sein.

Als am Mittwoch Pilot und Bauleiter Karl Käser sowie Systemingenieur Steffen Geinitz zu einem weiteren Testflug über das Allgäu abhoben, wurde der Geschichte des Elektrofluges ein weiteres Kapitel hinzugefügt.

Mit dem Start vom Werksgelände der Grob Aircraft AG, die dem Team einen Hangar und Unterstützung zur Verfügung stellte, begann um 11:58 Uhr der Rekordflug. Pilot Karl Käser steuerte vom Start weg auf etwa 4.000 Fuß und drehte zwischen Bad Wörishofen und Tannhausen seine Runden, bis um 14:03 Uhr die Landung erfolgte. Bei der Landung um 14:03 Uhr hatte e-Genius bei tadellosem Betrieb von Flugzeug und elektrischen Antriebssystem 341 Kilometer zurückgelegt. Über die Flugzeit und die Distanz wurden gerade einmal 46 Kilowattstunden an Energie benötigt, was in etwa einem Energieäquivalent von 4 Litern Benzin entspricht. Umgerechnet auf die beiden Piloten entspricht dies einem Verbrauch von 0,6 Liter Benzin pro Passagier und 100 Kilometern.

Das eigens für den E-Genius entwickelte Antriebssystem verfügt über eine Leistung von 60kW und eine Gesamtkapazität der Akkus von 56kWh. Das Gesamtgewicht des Antriebsstranges inklusive Motor, Umrichter und kompletten Batteriesystem mit Überwachung und Sicherheitseinrichtung beläuft sich dabei gerade einmal auf 336 Kilogramm.

Durch die finanzielle Unterstützung von Arthur Fischer, Ehrensenator der Universität Stuttgart, begann 2007 die technische Entwicklung an dem Flugzeug unter Leitung von Prof. Voit-Nitschmann. Mit Unterstützung des Flughafens Stuttgart und der Universität wurden die Arbeiten vorangetrieben. Dank des Sponsorings von Airbus Deutschland im Herbst letzten Jahres konnte sich das Team an den Bau von e-Genius machen. In acht Monaten entstand ein zweisitziges Flugzeug inklusive dem kompletten Antriebssystem, das am 25. Mai zu seinem Erstflug startete. Diese kurze Realisierungszeit ist vor allem dem Einsatz des Teams und der beteiligten Studenten zuzuschreiben, die zahllose Nachtschichten und Wochenenden geopfert haben.

Unterstützung erhielt das Team unter anderem von der Steinbeis Flugzeug- und Leichtbau GmbH, Schempp-Hirth Flugzeugbau GmbH, LTB Sammet GmbH, DG Flugzeugbau GmbH, Pipistrel d.o.o. und der Grob Aircraft AG, sowie zahlreichen weiteren Sponsoren und Projektpartnern.

Jedoch gibt es noch viel zu tun, um das Flugzeug zu optimieren. Hierfür sucht das Team weitere Sponsoren, damit weitere Rekorde geflogen und weitere Kapitel der Geschichte des Elektrofluges hinzugefügt werden können.

Weitere Informationen:
Institut für Flugzeugbau, e-Genius, Pfaffenwaldring 31,70569 Stuttgart,
e-mail: e-Genius@ifb.uni-stuttgart.de
Prof. Rudolf Voit-Nitschmann, Projektmanagement, Tel.: 0711/685-62770,
Steffen Geinitz, Projektleitung Antriebssystem, Tel. 0711 685-60437,
Len Schumann, Projektleitung Flugzeugstruktur, Tel.: 0711 685-62407.

Andrea Mayer-Grenu | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa
22.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Zurück im Depot: AERO-TRAM schließt Messungen ab
13.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena

24.02.2017 | Bildung Wissenschaft

Stachellose Bienen lassen Nester von Soldatinnen verteidigen

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ifremer entwickelt autonomes Unterwasserfahrzeug zur Untersuchung der Tiefsee

24.02.2017 | Maschinenbau