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Verbesserung der Kommunikation und Sicherheit an Bord

01.06.2015

Die Seeschifffahrt ist ein von Internationalität geprägtes Arbeitsumfeld mit hunderten verschiedener Nationalitäten, die bei internationalen Reedereien arbeiten. Um eine reibungslose Kommunikation zu erreichen, hat die Internationale Maritime Organisation (IMO) English als „Lingua Franca“ der Seefahrt bestimmt.

Für viele Seeleute hat diese Entscheidung dazu geführt, Englisch als Fremdsprache erlernen zu müssen, einschließlich der spezifischen nautischen Standardphraseologie (SMCP). Oft stellt dies einen schwierigen Teil der Ausbildung dar, der bei Nichterfolg zu Kommunikationsproblemen führen kann. Diese wiederum sind die Ursache für viele Seeunfälle.


Studierende können im Projekt neue Kommunikationsstrategien ausprobieren.

M. Stephan

Daher müssen mehr Möglichkeiten zum Verbessern der Kommunikationsfähigkeit geschaffen werden, wofür das internationale Forschungsvorhaben „Analyse und Implementierung eines lernerzentrierten Ansatzes durch den Einsatz von Computerdialogsystemen“ nun einen Lösungsansatz bieten will.

Das Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Peter John entwickelt einen ChatBot – ein Computerdialogsystem zum Verbessern der Sprachausbildung im maritimen Bereich. Das ChatBot-System wird mit mehreren Kommunikationssituationen programmiert, die für die Sicherheit an Bord von Seeschiffen relevant sind. Internetbasierte, computergesteuerte Dialoge werden unabhängig von Unterrichtseinheiten verfügbar sein, um Standarddialoge (einschließlich der SMCP) zu trainieren.

In diesem Projekt wird zum ersten Mal ein ChatBot oder Computerdialogsystem für den Bereich der Sprachenlehre im maritimen Bereich entwickelt und eingesetzt. Diese Systeme werden als besonders geeignet angesehen, um bereits erlernte Kompetenzen in praktischer Weise anzuwenden und hierdurch zu festigen.

Studierende werden in die Lage versetzt, Kommunikationsmuster anzuwenden und Kommunikationsstrategien in einer Lernumgebung auszuprobieren, die realistische oder authentische Erfahrungen konstruiert. Dieser als „Konstruktivismus“ bezeichnete Lernansatz wurde ursprünglich von Jean Piaget geprägt und erfährt seither eine große Beliebtheit.

Die Dialogsysteme passen sich ihrem Schwierigkeitsgrad in Echtzeit an die Lernenden an und ermöglichen so eine bessere individuelle Progression der einzelnen Teilnehmer_innen. Alle Dialoge werden empirisch ausgewertet, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu mündlicher Kommunikation in verschiedenen sicherheitskritischen Situationen zu erlangen. Das Projekt leistet daher einen Beitrag zur Seefahrt und indirekt auch zum Schutz der maritimen Umwelt.

Künftig können ChatBots auch eingesetzt werden, um weitere Forschungsfragen in Verbindung mit mündlicher Kommunikation zu beantworten, wie z.B. der Umgang mit Risiken oder zum Messen der negativen Empfindung durch mehrdeutige oder ablenkende Dialoge mit anderen.

Die internationalen Projektpartner kommen von folgenden Hochschulen: Antwerp Maritime Academy (BEL), Novia University of Applied Sciences (FIN), Australian Maritime College (AUS) und Tokyo University of Marine Science and Technology (JPN).

Das auf 13 Monate angelegte Projekt wird von der International Association of Maritime Universities und der Nippon Foundation in Japan unterstützt.

Anke Westwood | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.jade-hs.de

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