Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Uni Stuttgart untersucht elektrisch betriebene Bürgerbusse

16.09.2014

Besserer Nahverkehr für den ländlichen Raum

Wissenschaftler des Betriebswirtschaftlichen Instituts und des Instituts für Eisenbahn- und Verkehrswesen der Universität Stuttgart untersuchen gemeinsam mit weiteren Partnern aus der Region, in wieweit durch bürgerschaftliches Engagement und den Einsatz der Elektromobilität der öffentliche Nahverkehr auf dem Land verbessert werden kann.


e-Bürgerbustauglicher Minibus

(Foto: German E-Cars)

Der Startschuss für das auf zwei Jahre angelegte Projekt „e-Bürgerbus“ fällt im Rahmen einer Kick-off-Veranstaltung am 22. September ab 18.00 Uhr im Rathaus der Anwendungskommune Salach/ Kreis Göppingen.

Im ländlichen Raum ist eine engmaschige Versorgung durch den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nicht flächendeckend rentabel, da die Wegstrecken kurz sind und in kleinen Gemeinden oft nur ein bis zwei Haltestellen bedient werden.

Gerade in diesen Orten können Bürgerbusse, die mit bürgerschaftlichem Engagement beispielsweise durch einen Verein betrieben werden, das Angebot im ÖPNV partnerschaftlich ergänzen. Gleichzeitig bieten Bürgerbuslinien aufgrund der kurzen Wegstrecken zwischen 80-120 km/Tag ein optimales Einsatzszenario für die Elektromobilität.

Ziel des Projektes e-Bürgerbus ist die praktische Erprobung und Evaluation des Einsatzes von elektrisch betriebenen oder mit Hybridantrieb ausgestatteten Bürgerbussen in kleineren Städten und Gemeinden in der Region Stuttgart. Hierzu wird den Anwendungskommunen während der Projektlaufzeit für Grundlagenforschung ein Minibus zur Verfügung gestellt, der sich neben dem elektrischen Antrieb insbesondere dadurch auszeichnet, dass er die Anforderungen an einen konzessionierten Linienverkehr erfüllt.

Das Fahrzeug wird im Sinne eines Multiplikatoreffekts in den Versuchsgemeinden eingesetzt. Durch diesen Mobilitätsansatz liefert das Projekt auch Daten, welche die Besonderheiten in den Anwendungskommunen (zum Beispiel Linienverläufe, Topographie, Bedienungszeiträume) einbeziehen. Dies dient auch der Suche nach einem tragfähigen Geschäftsmodell für die Verstetigung dieses Mobilitätskonzepts.

An dem durch das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg mit rund 310.000 Euro geförderten Projekt sind neben der Universität Stuttgart die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, Geschäftsstelle NAMOREG und das Verkehrswissenschaftliche Institut Stuttgart (VWI) beteiligt. Anwenderkommunen sind neben Salach im Kreis Göppingen die Kommunen Ebersbach und Uhingen. Das Projekt ist Teil des aus rund 40 Einzelprojekten bestehenden Forschungsverbundes Schaufenster Elektromobilität Baden-Württemberg.

Unter dem Namen LivingLab BWe mobil wird hier - finanziert durch Bund und Land - Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt. Die Projektpartner wollen das Bürgerbuskonzept mit Blick auf die künftigen Herausforderungen des Nahverkehrs insbesondere in ländlich geprägten Regionen weiterentwickeln und ökonomische, ökologische und soziale Gesichtspunkte berücksichtigen.

Die Ergebnisse der Erprobung gehen in eine Entscheidungsvorlage ein, die fundierte Fakten über die Sinnhaftigkeit des Einsatzes von e-Bürgerbussen in Abhängigkeit kommunaler Besonderheiten liefert und für den Vergleich mit dem Einsatz konventionell betriebener Bürgerbusse herangezogen werden soll. Hierauf aufbauend wird ein Projektleitfaden für interessierte Kommunen erstellt, der aufzeigt, wie e-Bürgerbusse erfolgreich implementiert werden können. Hierzu gehören auch organisatorische Hilfestellungen für die Gründung von Bürgerbusvereinen. Der Leitfaden soll auch die Übertragbarkeit der Projektergebnisse auf Kommunen außerhalb der Region gewährleisten.

Bei der Kickoff-Veranstaltung am 22. September um 18.00 Uhr im Rathaus Salach, Rathausplatz 1, 73084 Salach, nehmen seitens der Universität Stuttgart Prof. Ullrich Martin (Institut für Eisenbahn- und Verkehrswesen und Prof. Georg Herzwurm (Betriebswirtschaftliches Institut, Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik II) teil. Die Gemeinde Salach wird durch Bürgermeister Bernd Lutz und die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg durch den Geschäftsstellenleiter der NAMOREG, Rainer Gessler und vertreten sein. Ferner wird ein Fahrer der Bürgerbusvereine der Anwendungskommunen sprechen.

Weitere Informationen:
Dr. Fabian Hantsch, Universität Stuttgart, Institut für Eisenbahn- und Verkehrswesen,
Tel. 0711/685- 66360, E-Mail: fabian.hantsch (at) ievvwi.uni-stuttgart.de, www.e-buergerbus.de
Andrea Mayer-Grenu, Universität Stuttgart, Abt. Hochschulkommunikation, Tel. 0711/685-82176,
E-Mail andrea.mayer-grenu (at) hkom.uni-stuttgart.de

Andrea Mayer-Grenu | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften