Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sichere Warenkette - Aufatmen für Logistikdienstleister

02.10.2008
Logistikdienstleister tragen die volle Verantwortung für die Transportgüter. Zur richtigen Zeit müssen sie am richtigen Ort unbeschadet eintreffen. Doch eine Garantie für die lückenlos gesicherte Warenkette können sie bisher nicht geben.

Dieser Aufgabe widmen sich die Forscher vom Magdeburger Fraunhofer IFF und die Experten von mSE Management Solutions München. Ihr "Hub-Cockpit" sorgt dafür, dass die Ware sicher, unbeschadet und pünktlich am richtigen Ort ankommt. Gemeinsam stellen sie diese clevere Logistiklösung auf dem 25. Deutschen Logistik-Kongress in Berlin vor.

Wenn Probleme in der Distribution auftauchen, dann meistens dort, wo ein Handling der Ware stattfindet. Hier können Waren unsachgemäß transportiert oder gelagert werden, sie befinden sich am falschen Ort oder sind nicht rechtzeitig auffindbar. Im schlimmsten Fall verschwinden sie sogar. Logistikdienstleister tragen stets die volle Verantwortung für ihre Transportgüter, bei Verlust oder Beschädigung können Schadensersatzforderungen gegen sie geltend gemacht werden. Fehler ziehen nicht nur finanzielle Einbußen nach sich, sondern können auch zu Image- und Vertrauensverlust führen.

"Clever gesteuert ist schon halb gewonnen. Bei unserem "Hub Cockpit" setzen wir auf das Monitoring, also auf die durchgängige Verfolgung der Ware mit den neuesten RFID-Technologien" erklärt Logistikexperte Prof. Michael Schenk, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF. Das System wird von einer speziellen Software gesteuert. "Die Kombination verschiedener RFID-, Sensorik- und Ortungskomponenten zu einem cleveren, hybriden Gesamtsystem ist eine besondere Herausforderung. Durch die intensive Zusammenarbeit unserer Spezialisten ist uns eine hervorragende, praxistaugliche Lösung gelungen" freut sich Klaus Imping, Geschäftsführer von mSE.

Und so funktioniert das "Hub Cockpit" in einem Logistikknoten: Die einzelnen Prozesse werden überwacht. Jegliche Abweichung wird registriert und im Moment der Entstehung in Überwachungsmonitoren angezeigt, damit sofort Korrekturmaßnahmen eingeleitet werden können. Der Clou: Die Überwachung erfordert keine zusätzliche manuelle Datenerhebung und behindert somit die bestehenden Prozesse nicht. Sobald ein Paket das Lager erreicht, wird es durch vorher aufgebrachte RFID-Tags vom System erkannt und automatisch in die digitale Bestandsliste eingefügt. Von diesem Moment an hat die Ware einen Prozessplan, dessen Umsetzung kontinuierlich beobachtet wird. Jede Abweichung wird vom Hub-Cockpit im selben Moment angezeigt, sofort lässt sich korrigierend eingreifen, bevor sich irreparable Auswirkungen auf das Transportgut einstellen. Nach dem Abladen werden die Güter von Gabelstaplern verteilt. Diese besitzen ebenfalls eine neuentwickelte RFID-Einheit, die die Ware erkennt und ihren neuen Standort mit der Bestandsliste abgleicht. Auch das Regal, in dem das Paket letztendlich abgeladen wird, verfügt über RFID-Tags und registriert somit den neuen Bestand. Soweit ist die Transportkette innerhalb des Lagers gesichert. Zur Auslieferung an den Empfänger wird das Paket auf Fahrzeuge verladen. Bei diesem Vorgang können sich Fehler einschleichen. Beispielsweise könnte das Paket versehentlich in den falschen Transporter gelangen. Um solche Fehlerquellen zu minimieren, haben die Magdeburger Fraunhofer-Experten und ihre Partner einen RFID-Handschuh entwickelt. Sobald der Lagerarbeiter nun die Ware greift, wird ihr Standort automatisch vom System aktualisiert. Das integrierte Display des RFID-Handschuhs zeigt alle relevanten Informationen an. Zum Beispiel, dass sich Glasgegenstände innerhalb des Kartons befinden. Somit weiß der Arbeiter, dass er besonders vorsichtig sein sollte. Außerdem wird ihm angezeigt, auf welches Fahrzeug er das Paket laden soll und wie viel Zeit er für diesen Auftrag hat.

Ebenso wichtig wie die durchgängige Verfolgung der Ware ist die Überwachung ihres Zustands. Fraunhofer-Experten aus Magdeburg und Berlin haben dafür ein spezielles Frühwarnsystem entwickelt. Das so genannte Tag-Head, eine flexibel einsetzbare Einheit, ist mit Sensor-, Kommunikations-, Ortungs- und RFID-Technik ausgestattet. Die Sensoren überwachen Temperatur, Feuchtigkeit und Erschütterungen. Wird ein vorher definierter Grenzwert erreicht, schlägt das Tag-Head Alarm. Die Sensor- und Ortungsdaten können zum Beispiel über GSM abgerufen oder mit Hilfe des Tag-Heads auf einen RFID-Transponder geschrieben werden. Regelmäßig oder auf Abruf überträgt das Tag-Head eine Statusmeldung an die Lager-Software. Verlassen die Sensorwerte den definierten Sicherheitsbereich wird, automatisch eine Alarmmeldung abgesetzt und die entsprechenden Sensorwerte und die Position auf den RFID-Transponder geschrieben.

Auf dem 25. Deutschen Logistik-Kongress in Berlin vom 22. - 24. Oktober stellen das Fraunhofer IFF und mSE erstmals die Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit öffentlich vor (Stand P/04/ im Saal Potsdam II).

Über das Fraunhofer IFF:
Das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF forscht und entwickelt auf den Schwerpunkten Logistik und Materialflusstechnik, Virtual Engineering, Automatisierung sowie Prozess- und Anlagentechnik. Zu seinen Kunden für die Auftragsforschung gehören die öffentliche Hand, internationale Industrieunternehmen, die Dienstleistungsbranche und Unternehmen der klein- und mittelständischen Wirtschaft.

Für sich wandelnde und hochkomplexe Produktionsnetzwerke optimiert das Fraunhofer IFF Fabrikanlagen, Produktionssysteme und logistische Netze. Führend ist das Magdeburger Institut bei der Realisierung von RFID- und Telematikbasierten Lösungen zur Identifikation, Überwachung und Steuerung von Warenflüssen. Mit dem LogMotionLab steht eines der am besten ausgestatteten RFID-Labore Europas zur Verfügung, um branchentypische Anwendungen zu entwickeln, zu testen und zu zertifizieren. Intelligente Überwachungslösungen, die dezentrale Speicherung von Informationen am Objekt und die Verknüpfung von Informations- und Warenfluss ermöglichen fälschungssichere Identifikation von Objekten, gesicherte Warenketten und deren lückenlose Dokumentation.

Ansprechpartner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Anna-Kristina Wassilew
Tel. + 49 391 40 90 446
presse@iff.fraunhofer.de
Über mSE Management Solutions München:
Die mSE-GmbH ist ein globaler Lösungsanbieter im Bereich Supply Chain Management und Business Integration. Mit über 80 Mitarbeitern arbeitet das Unternehmen an den Standorten München, Lübeck, Pittsburgh (USA) und Singapur. Das Leistungsspektrum der mSE-GmbH reicht von der Strategieberatung bis zur Realisierung, Einführung und Betreuung unternehmens-, standort- und systemübergreifender Lösungen der Informations- und Materialflussprozesse für Unternehmen aller Branchen. Hierfür entwickelt, implementiert und vertreibt die mSE-GmbH Lösungen. Die innovativen Lösungen, die im Rahmen von unterschiedlichen Projekten für namhafte Kunden entwickelt wurden, sind in der Vergangenheit mit diversen Logistikpreisen ausgezeichnet worden.
Ansprechpartner:
Klaus Neufeld
Tel.: +49 89 57 83 95 0
kneufeld@mse-solutions.com

Anna-Kristina Wassilew | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iff.fraunhofer.de
http://www.logmotionlab.de
http://www.mse-gmbh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

nachricht Smarte Datenanalyse für Verkehr in Stuttgart
28.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie