Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue U-Bahn-Steuerung: Doppelt so viele Fahrgäste

23.04.2013
Mit einem Zugkontrollsystem von Siemens können auf einer U-Bahn-Strecke doppelt so viele Züge und damit doppelt so viele Fahrgäste fahren wie bisher.

Dies berichtet die Forschungszeitschrift Pictures of the Future in ihrer aktuellen Ausgabe. Die Lösung, eine Entwicklung der globalen Siemens-Forschung Corporate Technology (CT), eignet sich auch zur Nachrüstung und kann so aufwändige Streckenneubauten vermeiden oder verschieben.



Das Systen Trainguard MT registriert die Position jedes Zuges und passt den Abstand zum dahinter fahrenden Zug automatisch an. Der feste Abstand von etwa drei Minuten, mit dem U-Bahnen bisher unterwegs sind, reduziert sich so auf bis zu 80 Sekunden. Trainguard MT ist inzwischen weltweit in verschiedenen Metropolen, unter anderem in Peking, Istanbul und London im Einsatz.

U-Bahnen sind eine der Hauptschlagadern von Großstädten und transportieren täglich Millionen von Menschen. Ihr Bau ist allerdings aufwändig, so dass sie nur schwer an steigendes Fahrgastaufkommen angepasst werden können. Ein Knackpunkt zur Erhöhung der Kapazität einer U-Bahn ist der bisher feste Abstand zwischen zwei Zügen. Er orientiert sich an einem maximal vorzuhaltenden Bremsweg und beträgt typisch etwa einen Kilometer.

Wüsste man für jede Bahn zu jedem Zeitpunkt, wo genau und wie schnell sie unterwegs ist, könnte man diesen Abstand an den tatsächlich nötigen Bremsweg anpassen und die Bahnen dichter aufeinander fahren lassen. Bisher fehlte jedoch die passende Funktechnik, um pausenlos derartige Daten zwischen Zug und Leitstelle zu übertragen.

Siemens CT griff deshalb auf die WLAN-Technik zurück und entwickelte eine Lösung mit entlang der Strecke installierten Zugangsknoten, so genannten Access-Points. Glasfaserkabel verbinden die Knoten untereinander sowie mit der Leitstelle und stellen so den Kontakt zwischen Zug und Zentrale her. Die Knoten sind - je nach Bahn - in etwa 250 Meter Abstand verlegt und die WLAN-Kommunikation ist so ausgelegt, dass sie durch die Computer und Handys der Fahrgäste nicht gestört wird. Das System erfasst die Position eines Zuges auf wenige Zentimeter genau. Verlässt ein Zug die Haltestelle, wird der Bahnsteig für den nachfolgenden Zug freigegeben, sobald der nötige Abstand erreicht ist. Bremst ein Zug, wird der Zug dahinter, wenn nötig, automatisch abgebremst.

In Peking ist Trainguard MT an zwei neuen U-Bahn-Linien mit insgesamt 31 Kilometer Länge im Einsatz. Die Bahnen transportieren täglich rund eine Million Pendler. In Istanbul rüstete Siemens eine U-Bahn-Linie bei laufendem Fahrgastbetrieb mit Trainguard MT nach. (IN 2013.04.4)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Augmented Reality in der Logistik: Packen mit der Datenbrille
02.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik

nachricht Aus dem Labor auf die Schiene: Forscher des HI-ERN planen Wasserstoffzüge mit LOHC-Technologie
19.04.2018 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics