Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Leistung im Lager - Simulationsbasierte Optimierung des Würth Logistikzentrums Künzelsau

01.12.2009
Das Fraunhofer IPA ist ein anerkannter Spezialist auf dem Gebiet der Materialfluss-Simulationen. Für die Würth-Gruppe modellierte es das reale Logistiksystem, um die Kommissionierleistung zu steigern.

Der weltweite Handel mit Befestigungs- und Montagematerial ist das Kerngeschäft unseres Kunden der Würth-Gruppe in Künzelsau. Mit über 100 000 Produkten für Handwerk und Industrie wurde aus dem Schraubenspezialisten ein Spezialist für Montagetechnik. Die Qualität der Logistik ist dabei genauso wichtig wie die Qualität der Produkte.

So sollen die Kundenaufträge mit einem Servicegrad über 99 Prozent zur Auslieferung kommen. Ziel von Würth war es nun, bei gleichbleibend hoher Qualität die Kommissionierleistung bzw. die Kommis­sio­nier­effizienz am Stand­ort Künzelsau zu steigern. Zur simulationsbasierten Unter­suchung der Optimie­rungs­potenziale hat sich Würth für die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IPA entschieden.

Dazu wurde zunächst das reale Logistiksystem, bestehend aus Kommissioniergassen, den Sortern, den Verpackungsstraßen und der Fördertechnik, am PC mit Hilfe einer Materialflusssimulationssoftware modelliert. Weiterhin wurde die gesamte Steuerungslogik der Würth-Logistik identisch in das Simulationsmodell implementiert. Als Simulationssystem wurde Plant Simulation von Siemens PLM, eine Weiterentwicklung des am Fraunhofer IPA entwickelten Systems simple++, verwendet. Die Abbildung zeigt einen Screenshot des im Rahmen dieses Projekts erstellten Simulationsmodells.

Im Rahmen des Projekts wurde ein Referenzzeitraum ausgewählt und mit Hilfe entsprechender Eingangsdaten im Simulationsmodell eins zu eins nachgebildet, um die Simulation zu verifizieren. Anschließend wurden verschiedene mögliche Maßnahmen zur Steigerung der Leistung konzipiert und simuliert. Da im Produktivbetrieb jede Optimierungsmaßnahme mit Änderungen an der Hardware, der Software, aber auch an der Organisation einher geht, war es für Würth essentiell zu wissen, welches System unter welchen Bedingungen zum Engpass wird.

Aus diesem Grunde wurde zunächst eine Untersuchung durchgeführt, die mit dem realen System nicht durchgeführt werden kann, wie beispielsweise die Simulation mit unendlicher Kapazität des Sorters und mit unendlicher Leistung der Kommissionierer. Auf diese Weise konnte dann das Verhalten des realen Systems exakt untersucht und bestehende Meinungen wie "Wenn der Sorter schneller wäre, dann ..." oder "Wir haben eine ungünstige Sendungsstruktur" entweder widerlegt oder teilweise auch bestätigt werden.

Eine der untersuchten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung war nun die Einführung eines separaten Kommissionierbereichs für Extrem-Schnelldreher. Auch diese Maßnahme wäre beim realen System mit einer Vielzahl von Änderungen einher gegangen, wie beispielsweise der Anpassung der Belegung der Kommissionierstraßen oder dem Umprogrammieren der Software zur Serienbildung. Mit Hilfe der Simulation konnte nun sehr schnell gezeigt werden, dass diese Maßnahme zu einer erheblichen Steigerung der Kommissionierleistung führen kann und dass es sich lohnen würde, die Änderungen am realen System vorzunehmen. Die weitere Umsetzung dieser Maßnahme könnte somit einen wichtigen Beitrag dafür leisten, dass die Würth Logistik weiterhin ihren hohen Ansprüchen an Qualität und Effizienz gerecht wird.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Ing. Kay Wöltje
Telefon +49 711 970-1253 I kay.woeltje@ipa.fraunhofer.de

Hubert Grosser | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Fit2Load – umweltfreundliches Mobilitätskonzept für Filiallieferverkehr
15.02.2018 | Fachhochschule Bielefeld

nachricht Lösungen für die begrenzte Reichweite von Elektrobussen
02.02.2018 | Universität zu Lübeck

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics