Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lagerhallen: Nie mehr suchen

03.11.2008
Ordnung ist in Lagerhallen ein flexibler Begriff. Lagerflächen können jederzeit verändert oder verlegt werden. In einer brandenburgischen Eisenhütte sorgen künftig Gabelstapler für nachvollziehbare Materialflüsse und Überblick im Lager. Automatisch und ganz nebenbei.

In welcher Gitterbox befinden sich die magnesiumbehandelten Werkstoffe? Und wo waren noch gleich die fertig gegossenen Stücke? Ohne zeitraubende Dokumentation ist es bisher kaum möglich, von der Fertigung bis zum Versand immer genau zu wissen, wo sich wie viele Teile eines Auftrags befinden.

Gabelstapler sollen künftig dabei helfen: In der Ortrander Eisenhütte liefern sie demnächst die notwendigen Informationen, ohne die Arbeitsabläufe zu unterbrechen. "Wir verwenden die Stapler als mobile Gates", verrät Jens Trebus vom Fraunhofer-Anwendungszentrum für Logistiksystemplanung und Informationssysteme ALI in Cottbus.

Die Ortrander Eisenhütte stellt Gussteile für Öfen, Haushaltsgeräte und Fahrzeuge her. Rohgussteile verlassen die Hütte bereits nach zehn bis zwölf Arbeitsschritten, bei aufwändigeren Teilen sind es wesentlich mehr. Stapler transportieren die Teile in Gitterboxen zwischen Arbeitsstationen, Bodenblocklagern und Versandhalle. Bis zu 10 000 Gitterboxen sind monatlich im Umlauf.

Der Umsatz der Ortrander Eisenhütte hat sich in den letzten drei Jahren verdreifacht, Tendenz steigend. Den Materialfluss mit den alten Methoden im Blick zu behalten, wird zunehmend schwieriger.

Künftig geben RFID-Transponder auf den Gitterboxen Auskunft darüber, welche Teile die Box enthält und zu welchem Auftrag sie gehören. Antennen an den Staplern lesen die RFID-Tags bei jedem Transport aus. Gleichzeitig ermittelt eine in die Gabeln integrierte Waage über das Gewicht die Anzahl der Teile im Behälter. Ein Ultraweitband-Funk-Ortungssytem stellt während dessen die aktuelle Position von Stapler und Box fest - dreidimensional und auf 15 Zentimeter genau.

Ist der RFID-Tag an den Boxen verdeckt, etwa weil er an der Rückwand der eisernen Gitterbox klebt, schirmt das Metall die Funkwellen ab. In diesem Fall kann der Stapler die RFIDs nicht auslesen, eine Software-Logik springt ein und ermittelt Standort und Inhalt des Behälters.

Sobald der Stapler seine Last absetzt, werden alle Informationen in einer Datenbank gespeichert. Für die Staplerfahrer entsteht so ein Lageplan mit dem genauen Standort jeder einzelnen Gitterbox, den sie über ihr Funk-Terminal an Bord abrufen können. Den Mitarbeitern zeigt das System den gesamten Materialfluss in Echtzeit: "Ich habe nicht nur alle Aufträge jederzeit im Blick, mit den neuen Daten kann ich künftig auch die Prozesse gezielt optimieren und Engpässe vermeiden", erwartet Geschäftsführer Bernd Williams-Boock. Trebus und sein Team testen das System derzeit mit einem Stapler vor Ort. Bewährt sich der Pilot, sollen Anfang 2009 alle Stapler umgerüstet werden.

Jens Trebus | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ali.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Zurück im Depot: AERO-TRAM schließt Messungen ab
13.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Fahrerlos ans Ziel
25.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung