Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschen für die Luftfahrt: Campus Forschungsflughafen als neue Einrichtung gegründet

06.11.2009
Der Forschungsstandort der Luftfahrt in Braunschweig gewinnt Alleinstellung und internationale Sichtbarkeit: Die Technische Universität Braunschweig und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bündeln ihre breit gefächerten Kompetenzen. Gemeinsam haben sie den Campus Forschungsflughafen als neue Einrichtung gegründet.

Der Bund, das Land Niedersachsen und die TU Braunschweig investieren in einen Forschungsbau, der 2011 in unmittelbarer Nähe des DLR und der schon dort angesiedelten Institute der TU Braunschweig entstehen wird.

Lutz Stratmann, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, die Sprecher des Campus Forschungsflughafen, Prof. Dr.-Ing. Rolf Radespiel (TU Braunschweig) und Prof. Dr.-Ing. Stefan Levedag (DLR) sowie der Präsident der TU Braunschweig, Prof. Jürgen Hesselbach, und Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, werden heute ab 14 Uhr anlässlich der feierlichen Eröffnung in ihren Reden über den geplanten Neubau, die Perspektiven des Campus Forschungsflughafen und das Forschungsprojekt "Bürgernahes Flugzeug" informieren.

Der Campus Forschungsflughafen als Forschungsverbund

Der Campus Forschungsflughafen ist eine wissenschaftliche Einrichtung der TU Braunschweig in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Er verfolgt den Zweck, grundlegende, interdisziplinäre Forschung der Luft- und Raumfahrttechnik zu fördern.

Der Luftverkehr der Zukunft benötigt wissenschaftlich fundierte Innovationen, um Umwelt­verträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit zu gewährleisten.
Am Forschungsflughafen Braunschweig besteht bereits heute eine einmalige Ausstattung für Forschung in der Luftfahrttechnik: Forschungsflugzeuge, Windkanäle, Simulatoren, Prüfstände sowie die Flughafeninfrastruktur.

Durch die Bündelung der breiten Kompetenzen der Luftfahrt-Institute des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und der Technischen Universität Braunschweig sowie die Einbindung weiterer Partner kann der Standort eine international führende Rolle in der Luftfahrtforschung einnehmen.

Der Forschungsbau am Campus Forschungsflughafen in Stichworten:

- Baubeginn März 2010, Umzug September 2011
- Investitionsvolumen 23 Millionen Euro (Bund, Land Niedersachsen, TU Braunschweig)
- 3760 m2 Hauptnutzfläche
- Büro, Besprechung, IT-Infrastruktur
- Technikhalle: 7 Sheds für Windkanäle, Wasserkanäle, Verdichterprüfstände
- Triebwerksprüfstand für 50kN Schub
- Hörsaal und studentische Projekträume
Forschungsprogramm am Campus Forschungsflughafen:
Das "bürgernahe" Flugzeug
Die Vision des Forschungsprogramms "bürgernahes Flugzeug" ist es, den innereuropäischen Flugverkehr in Zukunft von stadtnah gelegenen Flughäfen aus durchzuführen. Dies erspart dem Reisenden die Anfahrt zu den weit außerhalb gelegenen Großflughäfen, welche heute oft länger dauert als der eigentliche Flug. Um einen solchen Flugverkehr rund um die Uhr ohne Einschränkungen durch Nachtflugverbote durchführen zu können, ist es erforderlich, die Lärmemissionen gegenüber den heutigen Flugzeugen um mindestens 20 Dezibel zu senken. Um die Anlage neuer City-Flughäfen in dicht besiedelten Gebieten zu ermöglichen, muss das Flugzeug außerdem mit viel kürzeren als den heute üblichen Start- und Landebahnen auskommen. Dieses anspruchsvolle Ziel ist nur mit längerfristiger Grundlagenforschung an neuen Technologien zu verwirklichen. Im neuen Forschungsprogramm "bürgernahes Flugzeug" am Campus Forschungsflughafen werden viele dieser Technologien gemeinsam von der Technischen Universität Braunschweig, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und der Leibniz Universität Hannover entwickelt. Ein großes Teilprojekt dieses Programms untersucht die Nutzung der Synergiewirkungen von Hochauftriebssystem und Flugantrieb bei Start und Landung.

Teilprojekt der Flugphysik und Flugantriebe

Kernstück des innovativen Hochauftriebssystems ist eine Landeklappe mit einer tangentialen Ausblasung aus einem dünnen Schlitz auf der Oberseite. Hierdurch wird der Auftrieb gegenüber herkömmlichen Landeklappen gesteigert. Gleichzeitig wird durch den Wegfall des bisher erforderlichen Spalts zwischen Klappe und Flügel die Schallemission reduziert.

Für den Antrieb wird ein neuer Propeller entworfen. Dieser soll nicht nur besonders leise sein, sondern auch den bestmöglichen Wirkungsgrad sowohl in der Startphase als auch im Reiseflug besitzen.

Es reicht aber nicht, die Einzelkomponenten zu optimieren. Erst das perfekte Zusammenspiel von Flügel und Antrieb macht ein leises und gleichzeitig effizientes und leistungsfähiges Flugzeug möglich. Deshalb entwickeln das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und die TU Braunschweig Verfahren, um das aerodynamische und akustische Verhalten beim Zusammenspiel von Tragflügel und Antrieb auf Großrechnern zu simulieren.

Zur Validierung dieser Verfahren dient ein gemeinsames Windkanalexperiment, in welchem ein Modellflügel mit dem neuen Hochauftriebssystem und einem angetriebenen Modellpropeller sowie zahlreichen Strömungs-Sensoren ausgerüstet wird.

Die Versuche werden ab dem Jahr 2011 im Niedergeschwindigkeits-Windkanal Braunschweig (NWB) stattfinden. Dieser Windkanal am Forschungsflughafen erreicht mit seiner Antriebsleistung von 1,6 Megawatt eine Geschwindigkeit von 300 km/h und verfügt über modernste Messtechnik. Neben der Messung von aerodynamischen Kräften kann hier auch der Druck auf der Modelloberfläche an bis zu 1.000 Punkten gleichzeitig gemessen werden. Der Einsatz von Sonden und optischen Verfahren ermöglicht die Vermessung von räumlichen Strömungsfeldern. Eine Mikrofongruppe (Array) mit 144 Mikrofonen erlaubt die Identifizierung einzelner Schallquellen am Flugzeug. Zur Zeit wird der NWB umgebaut, um ihn noch besser an die immer wichtiger werdenden Schallmessungen anzupassen.

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Rolf Radespiel
Institut für Strömungsmechanik - Institute of Fluid Mechanics
Technische Universität Braunschweig
Tel.: +49 531 391 2970
E-Mail: r.radespiel@tu-bs.de

Dr. Elisabeth Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-bs.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht aCar - Der elektrische „Alleskönner“
21.08.2017 | Technische Universität München

nachricht Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb
21.08.2017 | Technische Universität Hamburg-Harburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik