Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektromobilität: Forschen am Containerumschlag der Zukunft

20.12.2012
Elektromobilität ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Herausgefordert sind aber nicht nur Entwickler und Produzenten der Automobilbranche.

Um der Elektromobilität zum Erfolg zu verhelfen, sind Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) erforderlich, die beispielsweise die Verkehrssteuerung und Verwaltung von Fahrzeugflotten regeln. Hier setzt das Verbundvorhaben „Batterie-Elektrische Schwerlastfahrzeuge im Intelligenten Containerterminalbetrieb (BESIC)“ an.

Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) stehen für die Forschungsarbeiten unter dem Dach des Energie-Forschungszentrums Niedersachsen (EFZN) 2,3 Millionen Euro zur Verfügung. Gesamtprojektleiter ist der Oldenburger Informatiker Prof. Dr. Dr. h. c. Hans-Jürgen Appelrath.

Neben der Universität Oldenburg sind auch die Universität Göttingen und die Technische Universität Clausthal beteiligt. Zu den Projektpartnern aus der Industrie zählen die HHLA Container-Terminal Altenwerder GmbH, die Gottwald Port Technology GmbH und die Vattenfall Innovation GmbH. Der Startschuss für das dreijährige Projekt fällt im Januar.

In dem Verbundvorhaben untersuchen die WissenschaftlerInnen den Einsatz von Elektromobilität in geschlossenen Logistiksystemen. Eine IKT-gestützte Planung und Steuerung der Ladevorgänge für Elektroschwerlastfahrzeuge soll die Flexibilität im Containerterminal und den Anteil erneuerbarer Energien im Stromverbrauch erhöhen, so ihr Ziel. Dafür wollen die ExpertInnen ein Batteriemanagementsystem entwickeln und innovative Energiespeicher erproben.

Prof. Dr. Katharina Al-Shamery, Vizepräsidentin für Forschung der Universität Oldenburg, zeigt sich hocherfreut, dass die Federführung dieses ambitionierten Großvorhabens bei der Universität Oldenburg liegt. „Das belegt einmal mehr die exzellente Vernetzung und das hohe Renommee der Oldenburger Informatik“, so Al-Shamery.

„Die Mittel des BMWi eröffnen den beteiligten niedersächsischen Wissenschaftlern die Chance, in einem zukunftsträchtigen Forschungsfeld mit avancierten Industriepartnern zusammenzuarbeiten“, unterstreicht Appelrath. Der Container-Terminal der Hamburger Hafen und Logistik AG in Altenwerder sei wegweisend für den Containerumschlag der Zukunft – und damit ideal für das BESIC-Vorhaben, ergänzt Prof. Dr. Axel Hahn, Oldenburger Experte für Wirtschaftsinformatik, der ebenfalls an dem Projekt beteiligt ist. Der Terminalbetrieb ist weitgehend automatisiert und damit weltweit führend. Möglich wurde dies unter anderem durch ein IKT-basiertes Steuerungssystem für führerlose Transportfahrzeuge im Containerterminal.

Ob Elektromobilität sich durchsetzt, hängt letztlich von ihrer Wirtschaftlichkeit ab. Eine Möglichkeit zur Kostenreduzierung sehen die WissenschaftlerInnen in intelligenten Strategien beim Laden der Wechselbatterien. „Die Nutzung erneuerbarer Energien hat ein schwankendes Stromangebot zur Folge, wodurch die Preisfindung im Vertriebshandel und letztlich auch die Belieferungsaufgaben zunehmend beeinflusst werden“, erläutert Appelrath. Indem man die Stromnutzung flexibel und netzverträglich steuere, ergäben sich Lastverschiebungspotenziale, die vom Terminalbetreiber im Austausch mit Stromlieferanten vermarktet werden könnten.

Ein besonderes Augenmerk der WissenschaftlerInnen liegt darauf, Elektro-Fahrzeuge und Stromlasten im geschlossenen Logistiksystem zwischen Schiff und Containerlager optimal zu steuern – mit Hilfe von IKT-Systemen. „Die Forschung kann richtungweisend sein für eine Vielzahl anderer Transport- und Logistiksysteme, zum Beispiel für routengeführte Elektronutzfahrzeuge im öffentlichen Personennahverkehr“, betont Appelrath.

Das Projekt BESIC ist Teil des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Forschungsprogramms „IKT für Elektromobilität II – Smart Car –Smart Grid – Smart Traffic“, in dem im Zeitraum 2012 bis 2015 derzeit 14 Projekte neue Konzepte und Technologien für das Zusammenspiel von intelligenter Fahrzeugtechnik im Elektroauto (Smart Car) mit Energieversorgungs- (Smart Grid) und Verkehrssteuerungssystemen (Smart Traffic) auf der Basis von IKT entwickeln.

Kontakt:
Prof. Dr. Dr. h. c. Hans-Jürgen Appelrath, Department für Informatik, Universität Oldenburg, Tel.: 0441/9722-200, E-Mail: appelrath@informatik.uni-oldenburg.de;

Dipl.-Informatiker Serge A. Runge, EFZN, Tel.: 05321/3816 8106, E-Mail: serge.runge@efzn.de

Dr. Corinna Dahm-Brey | idw
Weitere Informationen:
http://www.informatik.uni-oldenburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Smarte Datenanalyse für Verkehr in Stuttgart
28.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa
22.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise