Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit modernstes Schifffahrtsinformationssystem für die Donau beauftragt

13.02.2002


ECDIS-Karte
der Donau bei Dornach


Die ECDIS (Electronic Chart Display) ist eine beispielhafte Darstellung
von Schiffspositionen auf einer digitalen Donaukarte

Copyright: via donau


Realisierung des Schifffahrtsinformationssystems DoRIS durch Avitech/Frequentis

Was in der Luftfahrt bereits Standard ist, wird nun auch für die Binnenschifffahrt realisiert. Modernste Technologien erhöhen Wirtschaftlichkeit und Sicherheit der Donauschifffahrt. Koordiniert werden die Entwicklungs- und Implementierungsarbeiten von via donau - Donau Transport Entwicklungsgesellschaft mbH im Auftrag des Verkehrsministeriums (bmvit). Den Auftrag für die Realisierung des Schifffahrtsinformationssystems DoRIS erhielt - nach einer erfolgreichen europaweiten Ausschreibung - das Firmenkonsortium Avitech/Frequentis.

Die Binnenschifffahrt verfügt als einziger Güterverkehrsträger über ausreichend freie Kapazitäten, um einen wesentlichen Anteil der ansteigenden Transportvolumina im Zuge der EU-Osterweiterung zu bewältigen. Größtmögliche Zuverlässigkeit und eine hohe Verkehrssicherheit sind dafür Grundvoraussetzung. Mit dem Schifffahrtsinformationssystem DoRIS (Donau River Information Services) soll diesen Anforderungen Rechnung getragen und die Attraktivität der Binnenschifffahrt als moderner Verkehrsträger gesteigert werden.

So wird auf einer elektronischen Schifffahrtskarte - der sogenannten ECDIS - das aktuelle Verkehrsgeschehen abgebildet und Daten wie die exakte Schiffsposition, der Schiffsname, die Abmessungen eines Schiffsverbandes oder aber auch Informationen betreffend Ladung, Fahrtgeschwindigkeit und Fahrtrichtung via Transpondersystem zu einer nationalen Leitstelle weitergeleitet. Zusätzlich ist - ohne landseitige Infrastruktur - eine Kommunikation dieser Daten von Schiff zu Schiff innerhalb eines Umkreises von mindestens drei Kilometern möglich. Nutzer des Systems sind Schiffsführer, Behörden (Oberste Schifffahrtsbehörde, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Bundesministerium für Inneres), Schifffahrtsunternehmen sowie Logistikunternehmen und Verlader, welche die in DoRIS gewonnenen Informationen zum Management ihrer Logistikketten einsetzen können.

Durch die Überwachung und Beeinflussung der Verkehrsströme und durch ein effizientes Schleusenmanagement wird die Verkehrssicherheit wesentlich erhöht. Unfallvorgänge lassen sich in Zukunft leichter nachvollziehen, Gefahrguttransporte effektiver überwachen und Zoll- und Grenzabfertigungen wesentlich beschleunigen. Das wiederum führt zu einer Reduzierung der Kosten, die derzeit bei Wartezeiten an Schleusen, in Häfen und bei der Zollabfertigung entstehen. Darüber hinaus ergeben sie durch eine planbare und kontinuierliche Fahrt umweltschonende Treibstoffeinsparungen. Alle Informationen, die für die operative Binnenschifffahrt relevant sind, können auch online abgerufen werden.

Der Startschuss zur Errichtung von DoRIS ist mit der Beauftragung des Konsortiums für die Entwicklung eines Testzentrums bei der via donau und die infrastrukturelle Ausstattung der Teststrecke Freudenau-Greifenstein gefallen. Der Testbetrieb soll mit Juli 2002 beginnen. Nach einer erfolgreichen Testphase von neun Monaten soll eine Entscheidung, ob das für die Teststrecke gewählte System auf der gesamten österreichischen Donau installiert werden kann, getroffen werden. Das Testzentrum wird auch der österreichischen Industrie für Produkte im Bereich Ortung und Navigation sowie Transportlogistik und Übertragungstechnologien zur Verfügung stehen.

Die Wichtigkeit von Verkehrsleitsystemen auf den Binnenwasserstraßen Europas haben auch die Verkehrsminister Europas bei ihrer Konferenz im September 2001 in Rotterdam bestätigt und mit dem Beschluss, bis Ende 2005 auf allen wichtigen Binnenwasserstraßen River Information Services zu errichten, bekräftigt.

Das Schifffahrtsinformationssystem DoRIS ist ein wichtiger Beitrag zu der von Frau Bundesminister Forstinger ausgerufenen Telematikoffensive, deren Ziel ein modernes und leistungsfähiges Gesamtverkehrssystem für Österreich ist. Das Projekt ist ein wesentlicher Bestandteil der Modernisierung der Wasserstraße Donau und entspricht damit auch den Zielen des Generalverkehrsplanes, in welchem die Donau als einer von sechs Hauptkorridoren gelistet ist.

Sabine Thomas | pte.monitor

Weitere Berichte zu: DoRIS Schifffahrtsinformationssystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Smarte Datenanalyse für Verkehr in Stuttgart
28.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa
22.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise