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Bahn verbaut im Jahr 2001 fast 10 Milliarden Mark - Investitionen in das Bestandsnetz um 1 Mrd. Mark gesteigert

20.12.2001


Fahrzeitverluste um rund 7000 Minuten verringert - 33 Elektronische Stellwerke in Betrieb genommen - weitere 170 Ingenieure eingestellt

Die Deutsche Bahn hat im Jahr 2001 insgesamt rund 9,8 Mrd. Mark in die Infrastruktur investiert. Davon hat der Bund rund 7,6 Mrd. Mark übernommen. Weiterhin hat das Unternehmen rund 800 Mio. Mark an Eigenmitteln eingebracht. 1,4 Mrd. Mark entfallen auf rückzahlbare Baukostenzuschüsse der öffentlichen Hand. Der Wert der in diesem Jahr an die Bauindustrie- und Zulieferindustrie vergebenen Aufträge beträgt über 6 Mrd. Mark. Darin sind Aufträge enthalten, die in diesem und den Folgejahren realisiert werden.

Insgesamt hat die Bahn ihre Investitionen in das Bestandsnetz von rund 2,4 Mrd. Mark im vergangenen Jahr um 1 Mrd. Mark auf rund 3,4 Mrd. Mark in diesem Jahr gesteigert. Damit konnte die Zahl der Langsamfahrstellen in diesem Jahr um die Hälfte auf 200 abgebaut werden. Für die Kunden der Bahn bedeutet dies rund 7000 Minuten weniger Fahrzeitverluste.

Neben diesen umfangreichen Oberbaumaßnahmen sind die Gelder auch in moderne Leit- und Sicherungstechnik geflossen. Allein in diesem Jahr gingen 33 Elektronische Stellwerke ans Netz - über ein Drittel mehr als im vergangenen Jahr. Mit der Inbetriebnahme der Betriebszentrale (BZ) München im Oktober dieses Jahres ist die letzte und modernste von sieben BZn in ganz Deutschland ans Netz gegangen. Damit wird der tägliche Zugbetrieb auf allen wichtigen Strecken der Bahn zentral koordiniert und disponiert.

Auch die Vorbereitungen weiterer Baumaßnahmen für das kommende Jahr sind mit dem Aufbau von Planungsvorräten und konkreten Bauaufträgen für 2002 gut vorangekommen. Das damit verbundene Vergabevolumen an die Bauindustrie und externe Planungsbüros beträgt mittlerweile bereits 4 Mrd. Mark. Die Bahn hat auf diese Weise die Voraussetzungen dafür geschaffen, das Investitionsvolumen in den kommenden Jahren weiter auszubauen. Die Bau- und Zulieferindustrie profitiert mit den Aufträgen aus dem Jahr 2001 und den bereits jetzt für das Jahr 2002 vorbereiteten Aufträgen von einem Vergabevolumen in Höhe von rund 13 Mrd. Mark.

Trotz dieser intensiven Anstrengungen ist die Bahn im Jahr 2001 mit rund 813 Mio. Mark unter dem bereitgestellten Ansatz des Bundeshaushaltes für die DB Netz AG geblieben.

Die Gründe dafür sind vielfältig und komplex. Mit der Bahnreform 1994 wurden der Bahn Infrastrukturmittel zugesagt, die nie in der verabredeten Höhe geflossen sind. Dieser Entwicklung musste sich das Unternehmen mit seinen Planungskapazitäten auf Dauer anpassen. Durch die Entscheidung der jetzigen Bundesregierung, die Infrastrukturmittel für die Bahn zu erhöhen, nun wieder entsprechend hochfahren.

Erst im März dieses Jahres bestand für die Bahn in wesentlichen Investitionsbereichen Planungssicherheit. Die Trilaterale Vereinbarung über die UMTS-Mittel mit der Bundesregierung war erst im März unter Dach und Fach.

Aufgrund der nötigen Planungsvorläufe war das Jahr 2001 für die Bahn zu diesem Zeitpunkt planerisch bereits zu einem Großteil gelaufen, Finanzierungsvereinbarungen mit dem Bund konnten teilweise erst Ende April unterzeichnet werden.

Dennoch hat sich die Situation für die Bahn mit dem Abschluss der Trilateralen Vereinbarung gegenüber den Vorjahren verbessert. Die Bahn kann jetzt ihre Kapazitäten durch Neueinstellungen von Planungsingenieuren deutlich verstärken. In diesem Jahr sind bereits zusätzlich 170 Ingenieure eingestellt worden - in den kommenden Jahren soll diese Zahl auf 1000 anwachsen. Neben einem optimierten Mittelabfluss und dem Aufbau weiterer Planungsvorräte kann damit die Qualität der Bauabwicklung bei einem angestrebten jährlichen Volumen von 10 Mrd. Mark verbessert werden.

Als nachteilig und großes Hindernis beim Mittelabfluss erweisen sich für die Bahn nach wie vor die kameralistischen Prinzipien des staatlichen Etats. Während jedes andere Wirtschaftsunternehmen nicht verwendetes Geld mit in das nächste Geschäftsjahr nehmen kann, ist die Bahn gezwungen die öffentlichen Mittel des Bundes in dem betreffenden Haushaltsjahr abfließen zu lassen, ansonsten droht der Mittelverfall.

Da die Bahn zu einem großen Teil unter dem rollenden Rad bauen muss, ist die Ausweitung des Bauvolumens nicht ohne weiteres möglich. Hinzu kommt auch die Beeinträchtigung der Bauaktivitäten auf den laufenden Zugbetrieb. Mit durchgängig bis zu 600 Baustellen hat die Bahn in diesem Jahr ein Rekord-Niveau erreicht.

Dieter Hünerkoch | ots

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