Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Sicht für mehr Sicherheit

07.12.2001


Ein Langstreckenschwimmer zieht seine Bahnen. Das Bildauswertungsprogramm SiteView nimmt maximal 25 Bilder pro Sekunde auf und kann nicht nur dazu genutzt werden, Geschwindigkeitsprofile von Sportlern zu messen.
Copyright © 2001 Fraunhofer-Gesellschaft


Flugzeugkatastrophen stellen Experten zunächst meist vor Rätsel. Oft dauert es Monate, manchmal sogar Jahre, bis der genaue Unfallhergang rekonstruiert werden kann. Sicherheitsexperten setzen deshalb vermehrt auf Sensorikprogramme zur Vorfeldüberwachung. Damit können Havarien schnell aufgeklärt werden - und sie ließen sich in Zukunft vielleicht leichter vermeiden. »Wenn ein Flugzeug auf dem Flughafen beispielsweise plötzlich ein Teil verliert oder ein anderes Flugzeug im Weg steht, könnte sofort Alarm gegeben werden«, erklärt Gunther Grasemann vom Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB in Karlsruhe. »Derzeit entwickeln wir zusammen mit der Firma Vitracom ein System, mit dem sich Roll- und Flugbahn der Jets vermessen lassen. Auf der Basis unseres Video-Überwachungssystems SiteView können wir den Start oder auch den Landeanflug vollständig dreidimensional dokumentieren«, erläutert der Ingenieur, der das Projekt seit Jahren begleitet.

Ursprünglich wurde SiteView entwickelt, um verschiedenste bewegte Objekte zu beobachten. In der Regel können die Anwender ihre bereits installierten Videokameras dafür benutzen. Auf der Grundlage eines im Institut entwickelten Bildverarbeitungsverfahrens, das gegen Schattenbewegung, Beleuchtungsänderungen und auch Witterungseinflüsse weitgehend robust ist, werden die Bildfolgen ausgewertet. Die Wissenschaftler können das System je nach Anforderung so konfigurieren, dass es aus der Fülle von Videobildern genau die Daten herausfiltert, die der Nutzer haben will. Die Größe der Objekte wird in Metern und ihre Geschwindigkeit in Metern pro Sekunde angegeben. Die Firma Vitracom, ein Spin-off des IITB, bietet SiteView für alle gängigen Rechnerplattformen an - inzwischen auch als Mehrkanalsystem und in einer verteilten Client-Server-Architektur in lokalen und weiten Netzen (LAN und WAN).

Das System ist nahezu universell einsetzbar. Besonders gut eignet es sich dafür, Gebäude zu überwachen. Und so sind die Experten vom IITB kaum erstaunt über das gute Abschneiden von SiteView bei einem Vergleichstest von Videosensoren. Dazu hatte der Verband für Sicherheitstechnik zusammen mit Justizbehörden im März diesen Jahres alle namhaften Hersteller von Überwachungsanlagen in die Jugendvollzugsanstalt Bruchsaal eingeladen. Neben der Überwachung bewegter Personen bietet SiteView eine Vielzahl weiterer Anwendungsmöglichkeiten: Es erfasst Verkehrsflüsse, misst Besucherfrequenzen oder erstellt Bewegungsprofile von Sportlern.

Dr.-Ing. Gunther Grasemann | Mediendienst

Weitere Berichte zu: SiteView

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio
18.01.2017 | KTH Royal Institute of Technology Schweden

nachricht Hubschrauberflüge unter Extrembedingungen simulieren
27.12.2016 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik