Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke HSL Zuid starten die Erprobungsfahrten

18.01.2006


Siemens Turnkey-Projekt in den Niederlanden geht der Fertigstellung entgegen



Auf der ersten Hochgeschwindigkeitsstrecke der Niederlande, kurz "HSL Zuid" (Abkürzung für "Hogesnelheidslijn-Zuid" - Hochgeschwindigkeitslinie Süd) starten diese Woche mit einer Siemens-Hochleistungs-Lokomotive und zwei Messwagen der DB Systemtechnik die Messfahrten zur Überprüfung des Oberleitungssystems zusammen mit dem Fahrweg, der ETCS Level 2 - Signaltechnik und des GSM-R - Funknetzes. Damit beginnen für die seit 2001 im Bau befindliche Strecke, an der Siemens im Rahmen eines Turnkey-Projekts maßgeblich mitgewirkt hat, termingerecht die Hochgeschwindigkeitstests. Die Testfahrten finden in den kommenden Wochen auf dem Südabschnitt in Brabant statt. Der Nordabschnitt in Randstad folgt im Herbst 2006.



HSL Zuid ist eines der bedeutendsten Bahn-Infrastruktur-Projekte in den Niederlanden. Es wird ausgerüstet vom Infraspeed-Konsortium, das von Siemens TS zusammen mit den Partnern BAM N.V. (Gleisbau) und Fluor Infrastructure B.V. (Projektmanagement) gebildet wird. Die 98 Kilometer lange Neubaustrecke wird vom Flughafen Amsterdam Schiphol über Rotterdam bis zur belgischen Grenze führen. Damit werden die Niederlande über Antwerpen und Brüssel mit Paris und London verbunden. Die Strecke ist Bestandteil des TEN-Netzes (Trans European Network). Internationale Züge werden auf HSL Zuid mit 300 km/h verkehren. Die Fahrzeit von Amsterdam nach Paris wird sich dadurch von heute ca. 4:45 Stunden auf rund 3 Stunden verkürzen. Dauert die Fahrt zwischen Amsterdam und London heute noch 6:16 Stunden, so wird diese Strecke künftig in nur noch 3:43 Stunden zurückgelegt.

Die in dieser Woche beginnenden Messfahrten werden mit einer neuen europäischen Siemens Mehrsystemlokomotive vom Typ ES64U4 durchgeführt. Diese ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h (+10%) ausgelegt. Die Messfahrten werden entsprechend mit maximal 253 km/h stattfinden. Die Lokomotive ist für 25 kV ausgerüstet, also jener Fahrspannung, die extra für die Hochgeschwindigkeitsstrecke eingerichtet wurde. Auf den anderen Bahnstrecken in den Niederlanden werden 1.500 Volt verwendet. Auch die Übergänge zwischen der neuen 25 kV - Strecke und dem 1.500 Volt - Netz werden mit der Lokomotive getestet.

Der Siemens TS-Anteil an dem Auftrag für das Infraspeed-Konsortium entspricht etwa 400 Mio. EUR.

Zusätzlich zum Liefergeschäft beteiligt sich Siemens im Rahmen einer Wartungsgesellschaft am Service der Strecke über 25 Jahre mit einem eigenen Anteil von insgesamt noch einmal etwa 130 Mio.

Während der Errichtungsphase ist Siemens verantwortlich für das Design und die schlüsselfertige Errichtung der kompletten E&M-Ausrüstung, bestehend aus:

Stromversorgung und Oberleitung
- zwei Abschnitte für 25 kV
- 10 Systemtrennstellen zum bestehenden Netz mit 1.500 Volt
- 2 Unterwerke
- 7 Auto Transformer Stationen

Signaltechnik
- ETCS (European Train Control System) Level 2 mit Level 1 als "Fallback-System" entsprechend UNISIG-Standard im Rahmen der TSI (Technical Specification of Interoperability)
- SIMIS W Stellwerke
- Signale, Weichenantriebe, Achszähler

Kommunikationseinrichtungen
- GSM-R - Funksystem als Basis für ETCS Level 2 ("Funkzugbeeinflussung")
- Übertragungssystem für Sprache und Daten
- Notrufsystem in Tunneln
- Notfall Funksystem (TETRA nach niederländischem C2000 - Standard)
- OTN - Backbone (Daten-/Sprachübertragungswege mit Glasfasertechnik)

Sicherheitstechnik / Installationstechnik einschließlich der Tunnelausrüstung
- Ventilation in Tunnels
- Lichttechnik (Fluchtwege, Tunnelbeleuchtung, Schifffahrtssignale an Brücken)
- Drainage und Flutschutz
- Feueralarmsystem und Feuerbekämpfung
- Aufzüge (für Fluchtwege in Tunnels)
- Heizung, Lüftung, Klima in (technischen) Gebäuden
- Fluchttüren
- Steuerung der genannten Sicherheits-/Installationstechnik (SCADA)
- Stromversorgung der genannten Sicherheits-/Installationstechnik

Der Bau wird durch ein PPP (Public Private Partnership)-Modell finanziert. Das HSL-Projekt ist das größte PPP-Projekt zum Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke in Europa und der umfangreichste PPP-Vertrag, an dem sich die niederländische Regierung je beteiligt hat.

Angelika Holtkamp
Siemens AG
Transportation Systems
Group Communications
Werner-von-Siemens-Straße 67
91052 Erlangen
Deutschland
Tel.: +49 9131 7 24880
Fax: +49 9131 7 24598
Mobil: +49 160 9723 5863
E-Mail: angelika.holtkamp@siemens.com

Angelika Holtkamp | Siemens TS Press Office
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com

Weitere Berichte zu: ETCS HSL Hochgeschwindigkeitsstrecke Messfahrt Zuid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

nachricht Smarte Datenanalyse für Verkehr in Stuttgart
28.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen

26.04.2017 | HANNOVER MESSE

Plastik – nicht nur Müll

26.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Seminar zu Einblicken in die unterschiedlichen Ebenen des 3D-Druckens und wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten - 2017

26.04.2017 | Seminare Workshops