Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Logistikparks an Flughäfen - Gut oder weniger gut?

27.10.2005


Das Fachgebiet "Angewandte Geographie, Verkehr und Logistik" der Uni Duisburg-Essen führt im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ein Forschungsprojekt zu Logistik-Gewerbeparks an Flughäfen durch. Unter der Leitung von Privatdozent Dr. Rudolf Juchelka, der als Lehrstuhlvertreter das Drittmittelprojekt eingeworben hat, sollen die positiven oder negativen Verkehrseffekte benannt und mögliche Verkehrsstrategien ausgelotet werden. Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Von den 350.000 € Gesamtförderung erhält der Duisburg-Essener Lehrstuhl mit 250.000 € den größten Anteil.


"Verkehrsvermeidung an End-of-runway-Logistik-Standorten" ist das Forschungsprojekt betitelt. Konkret geht es um Logistik-Gewerbeparks am Rande von Flughäfen. Hier sitzen klassische Logistikdienstleister wie Kurier- und Paketdienste sowie Speditionen. Aber auch Produktionsunternehmen siedeln sich zunehmend an, die nicht nur ihre Güter für den Weitertransport sortieren und umladen, sondern Produkte vormontieren, reparieren, lagern und manchmal sogar komplett herstellen. Es entstehen neue Arbeitsplätze und damit ökonomische Mehrwerteffekte. Computerfirmen zum Beispiel schätzen die Nähe zu Rollfeld und Autobahn, selbst die Lebensmittelbranche ist zu finden.

Was bedeuten diese Logistik-Gewerbeparks in Flughafennähe nun aus verkehrstechnischer Sicht? Führen sie zu mehr Autos und Lkw auf den Straßen, kommt es zu Staus, und steigen die Belastungen u.a. für die Umwelt? Oder führt die geballte Ansiedlung von Unternehmen, die mehrere Betriebseinheiten in Flughafennähe zusammenziehen, etwa zur Verkehrsentlastung? Dies für das BMBF herauszufinden, ist nun Aufgabe der kleinen Forschergruppe um Projektleiter und Verkehrsgeograf Juchelka. Er wird bei seinen Untersuchungen auch mit den Ingenieuren und Betriebswirten im "Zentrum für Logistik und Verkehr", einem interdisziplinären Institut der Uni DuE, kooperieren.


Umfangreiche Erhebungen auch im Ausland - sind vorgesehen. "In den USA und Belgien liegen bislang erste Erfahrungen vor. In Louisville, im Bundesstaat Kentucky, haben sich in den letzten Jahren an die 40 Unternehmen nahe des zehntgrößten Frachtflughafens der Welt niedergelassen, darunter der Kurier-, Express und Paketdienstleister UPS, der dort seinen Welt-Hub, also Knotenpunkt, hat", erklärt Juchelka weiter. "Im belgischen Lüttich gibt es eine ähnliche Entwicklung. In Deutschland interessieren uns Leipzig und Troisdorf. Leipzig, weil der Paketdienst DHL den dortigen Flughafen künftig als Drehkreuz nutzen wird anstelle von Brüssel. Und Troisdorf, weil mit "Airlog" ein Logistik-Gewerbepark neben dem Köln-Bonner Flughafen - immerhin zweitgrößter Frachtflughafen Deutschlands entstanden ist. Hier hat UPS übrigens seinen Europa-Hub."

Weil das Forschungsprojekt ohne die kommunalen und unternehmerischen Erfahrungen nicht funktionieren würde, hat Juchelka sie mit ins Boot geholt. Partner im Projekt sind UPS, die Lufthansa-Consulting, die Wirtschaftsförderung der Stadt Troisdorf und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Keine Frage, die Untersuchungsergebnisse werden Auswirkungen haben. "Bei negativen Verkehrseffekten machen die Genehmigung und der Ausbau flughafennaher Gewerbegebiete ohne neue planerische Konzepte keinen Sinn", "sagt Juchelka. "Eine andere Frage ist die nach der Übertragbarkeit auf andere Standorte zum Beispiel Weeze." Aber auch das wird von den Geografen untersucht.

Weitere Informationen: PD Dr. Rudolf Juchelka, Tel. 0203/379-1363 oder Tel. 0201/183-2632, rudolf.juchelka@uni-duisburg.de

Ulrike Bohnsack | idw

Weitere Berichte zu: BMBF Logistik-Gewerbepark Luft- und Raumfahrt UPS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften