Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hoch stapeln mit System

07.03.2005


Bei Paletten, die mit unterschiedlich großen Gütern bepackt werden, treten schnell nutzlose Luftlöcher auf. © Fraunhofer IML


Verschiedene Produkte stabil und Platz optimiert auf eine Palette zu stapeln, ist eine Kunst. Ein neues Softwaremodul berechnet für ein automatisches Kommissionierungssystem, wie gemischte Lieferungen am besten auf Paletten verteilt werden.


Den Computerspielklassiker Tetris kennen die Meisten noch: Unterschiedliche geometrische Formen aus vier Bausteinen sinken Stück für Stück in einen rechteckigen Kasten. Durch schnelles Drehen und Verschieben der Klötze müssen die Spieler daraus eine Mauer ohne Löcher bauen. Einer ähnlichen Herausforderung stehen Palettenpacker gegenüber, wenn sie verschiedene Produkte möglichst Platz sparend packen sollen. Tatsächlich ist das Problem noch viel kniffliger: Statt einfachen Klötzchen müssen sie Verpackungen mit den unterschiedlichsten Geometrien stabil stapeln. Dabei soll der Platz auf der Palette optimal genutzt und keines der Produkte während des Transports beschädigt werden. Für den Lebensmittelhandel haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund nun das Modul UNIT-OrderPacking (Utilities for Numerical Methods and Information Technology in Packaging and Transport Logistics) entwickelt. Die Software liefert die Daten für ein vollautomatisiertes Kommissionierungssystem der Firma Witron im oberpfälzischen Parkstein, das Paletten in einem Warenverteilzentrum entsprechend des Auftrags belädt.

"Zurzeit werden die meisten Kommissionierpaletten noch von Hand zusammengestellt", weiß Hua Li von der IML-Abteilung Verpackungslogistik. "Unsere Aufgabe war nun, einer Software die Denkweise und Erfahrung der Kommissionierer beizubringen." Mit Eingang des Auftrags erhält die Software die nötigen Informationen, wie Abmessungen, Geometrien, Gewicht und Tragfähigkeit der Packobjekte. Auch die Warengruppen berücksichtigt das Programm: Sie sollten auf der Palette möglichst zusammenliegen, denn das spart dem Einzelhändler Wege beim späteren Einsortieren der Ware.


"Die unterschiedlichen Vorgaben - etwa tragfähige Waren nach unten, wenig belastbare nach oben, Warengruppen zusammen und daraus gut zwei Meter hohe Stapel bilden - führen natürlich zu Konflikten", sagt Dr. Li. "Wir mussten für die Software daher auch Bewertungsmaßstäbe und Prioritäten entwickeln, nach denen sie eine optimale Lösung auswählt." Auf den Millimeter genau errechnet sie nun das günstigste Packmuster. Sensoren prüfen, ob an der geplanten Stelle tatsächlich Platz ist. Position und Orientierung der Objekte werden an das automatische Kommissionierungssystem übergeben. Dieses fordert die Packobjekte aus dem automatischen Lagersystem an und ein Roboterarm schichtet sie auf die Palette. Eine Handelskette in den Vereinigten Staaten setzt das System bereits ein und ein deutsches Unternehmen baut es gerade in seinem neuen Warenverteilzentrum auf.

Ansprechpartner:

Dr. Hua Li
Telefon: 02 31 / 97 43-2 35, Fax: -3 11
unit@iml.fraunhofer.de

Dipl.-Inform. Elmar Gesenhoff
Telefon: 02 31 / 97 43-2 35
gesenhoff@iml.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.Verpackungssoftware.de
http://www.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Kommissionierungssystem Packobjekt Palette

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Smarte Datenanalyse für Verkehr in Stuttgart
28.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa
22.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise