Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Günstig verpackte Früchte

11.11.2004


Der europäische Marktführer für Mehrwegverpackungen bietet Kunststoffsteigen unterschiedlicher Ausführung an – sowohl in starrer als auch in klappbarer Ausführung.
© Euro Pool System


Einweg oder Mehrweg? Eine Software berechnet, welche Verpackung für den Transport von Obst und Gemüse preiswerter ist. Sie summiert alle Kosten, die durch die Verpackung entlang einer Lieferkette anfallen und vergleicht sie mit dem Mehrwegsystem einer Firma.

... mehr zu:
»IML »Lieferkette »Verpackung

Zehntausende Tonnen Obst und Gemüse rumpeln täglich über Europas Straßen. Stoßsicher verpackt reisen Orangen von Barcelona nach Brüssel und Äpfel von Südtirol nach Kopenhagen. Ob dabei Mehrwegsteigen aus Plastik oder Pappkisten für den Einmalgebrauch die verderbliche Ware schützen, entscheiden Händler bisher meist anhand des Nettopreises der Verpackung. Dieser ist jedoch trügerisch: Die tatsächlichen Kosten können bis auf das Vierfache steigen, wenn Arbeiten wie Befüllen, Transport und Lagerung der verschiedenen Systeme berücksichtigt werden. Wie viel sich dabei durch die Wahl der Verpackung sparen lässt, ist auf einen Blick schwer einzuschätzen. Um dies für Händler und Lieferanten transparenter zu gestalten, haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund gemeinsam mit der niederländischen Firma Euro Pool System die Software »Scope« entwickelt. Sie kalkuliert exakt, welche Kosten die Verpackung entlang einer Lieferkette verursacht – vom Abtransport der Früchte auf dem Feld bis zum Regal im Supermarkt. Bei Mehrwegsystemen berücksichtigt das Programm natürlich auch die Rückführung der Verpackung. So können Händler Einwegsysteme ihrer Wahl mit den Mehrwegsteigen vergleichen, die das Unternehmen anbietet.

»Die gesamte Lieferkette haben wir in rund vierzig Teilprozesse gegliedert«, erläutert Michael Wagner vom IML. »Dazu gehören etwa das Abpacken der Ware, ihr Transport und das Kommissionieren für die Einzelhändler. Innerhalb jedes Schritts analysiert das Programm, welche Kosten die gewählte Verpackung verursacht.« Dabei berücksichtigt es Faktoren wie Größe und Anzahl der Verkaufseinheiten, die Auslastung der Transportmittel, sowie Personal- und Lagerkosten. Mit etwa zehn Mausklicks kann der Kunde seine Kosten berechnen – als Basis dienen Datenbanken der IML-Logistiker. Er kann aber auch über hundert Parameter der Software variieren und so die Vorgaben individuell an seine Lieferkette anpassen. »Das Programm ist internetbasiert«, betont Wagner. »Der registrierte Kunde hat also jederzeit und überall Zugriff auf Scope und Euro Pool aktualisiert ständig die Daten.«


Mehrere Spediteure haben das Angebot bereits genutzt. Nun arbeiten die Wissenschaftler daran, das Programm zu erweitern. »Wir wollen die Lieferkette noch flexibler gestalten. Damit ist eine Anwendung auch für die Distribution anderer frischer Lebensmittel denkbar«, sagt Wagner. »Auf Transportgüter in ganz anderen Industriezweigen zielen wir ebenfalls ab.« Im kommenden Frühjahr soll es soweit sein, hofft er.

Ansprechpartner:

Dipl.-Oec. Michael Wagner
michael.wagner@iml.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Materialfluß und Logistik IML
Joseph-von-Fraunhofer-Str. 2-4, 44227 Dortmund

Dr. rer. pol. Volker Lange
Telefon +49 231 9743-264
volker.lange@iml.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Materialfluß und Logistik IML
Joseph-von-Fraunhofer-Str. 2-4, 44227 Dortmund

Marian Polomski
Telefon 0 22 22 / 91 13-00
Fax 0 22 22 / 91 13-99
marian.polomski@europoolsystem.com

Dipl.-Oec. Michael Wagner | Fraunhofer IML
Weitere Informationen:
http://www.iml.fraunhofer.de
http://www.europoolsystem.com

Weitere Berichte zu: IML Lieferkette Verpackung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Intelligente Planung und Steuerung für mehr Effektivität und Effizienz bei Autoumschlag in Häfen
14.09.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

nachricht Umweltfreundliches Segway toppt Rad und Auto bei kurzen Strecken
08.09.2017 | Hochschule Heilbronn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie