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Straßenverkehr kostet jährlich 130 Mrd Euro

06.10.2004


Die Folgekosten des Straßenverkehrs sind dreimal höher als die Neuverschuldung in Rekordhöhe von Finanzminister Eichel. 130 Milliarden Euro Gesundheits- und Umweltkosten wälzen LKW- und Autofahrer in Deutschland Jahr für Jahr auf die Gesellschaft und auf nachfolgende Generationen ab, wie eine heute veröffentlichte Studie von IWW / Infras über die Kosten des Verkehrs belegt. "Der wachsende LKW-Verkehr häuft Schuldenberge an, die unsere Kinder bezahlen müssen", kommentierte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene Dirk Flege die Studie. "Stolpe ist ein größerer Schuldenmacher als Eichel, denn er unternimmt nichts gegen die LKW-Kolonnen auf unseren Straßen." Die Bundesregierung müsse deshalb endlich mehr LKW auf den umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehr verlagern, so Flege. Jeder Euro, den der Staat in die Verlagerung auf die Schiene investiert, spart nach Angaben der EU-Kommission 15 Euro an Gesundheits- und Umweltkosten.

Die heute in Brüssel vorgestellte Studie der Forschungsinstitute IWW und Infras bestätigt dies mit aktuellen Berechnungen der Gesundheits- und Umweltkosten des Verkehrs in Westeuropa: LKW richten im Durchschnitt fünfmal mehr Schäden an als der Schienenverkehr, PKW dreimal soviel. Dabei handelt es sich um Gesundheits- und Umweltschäden, deren Kosten nicht von den Verursachern bezahlt werden, sondern von der Allgemeinheit, etwa über Krankenkassenbeiträge und Steuern. Die von der Gesellschaft zu bezahlenden Folgekosten im Einzelnen: Während im Schienengüterverkehr pro 1000 Tonnenkilometer (beförderte Tonnen mal Entfernung) durchschnittlich nur 17,9 Euro anfallen, kosten LKW 87,8 Euro bei gleicher Verkehrsleistung. Im Personenverkehr fallen bei den Bahnen 22,9 Euro pro 1000 Personenkilometer (beförderte Personen mal Entfernung) im Durchschnitt an, PKW schlagen dagegen mit 76 Euro volkswirtschaftlich zu Buche.

Für die EU ohne Beitrittsländer betragen die Gesundheits- und Umweltkosten des Verkehrs laut Studie 650 Mrd Euro. Damit vernichten sie über 7 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) der EU. Mit Staukosten summiert sich die Wertvernichtung auf 10 Prozent. Die Folgekosten des Verkehrs sind im Zeitraum von 1995 bis 2000 um 12 Prozent gestiegen, was die Autoren der Studie auf das Wachstum des Straßen- und Flugverkehrs zurückführen.

Der größte Kostentreiber ist der Straßenverkehr: 83 Prozent der Gesundheits- und Umweltkosten des Verkehrs gehen auf das Konto des Straßenverkehrs, 14 Prozent verursacht der Luftverkehr und 2 Prozent der Schienenverkehr. Für Deutschland errechneten die Wissenschaftler von IWW und Infras Folgekosten des Verkehrs von 150 Mrd Euro, davon entfallen 130 Mrd auf den Straßenverkehr.

Die Kosten, die der Verkehr auf die Gesellschaft abwälzt, setzen sich nach den Ergebnissen der Studie vor allem aus Umwelt- und Gesundheitsschäden durch den Klimawandel (30 Prozent), durch Luftverschmutzung (27 Prozent) sowie Unfallkosten (24 Prozent) zusammen.

Die Studie "Externe Kosten des Verkehrs" finden Sie unter www.allianz-pro-schiene.de.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des sicheren und umweltfreundlichen Schienenverkehrs. Dem Bündnis gehören 17 gemeinnützige Verbände an, darunter die Umweltverbände BUND, NABU und die NaturFreunde Deutschland. Unterstützt wird die Allianz pro Schiene von 53 Unternehmen der bahnnahen Wirtschaft.

Frauke Lendowsky | Allianz pro Schiene
Weitere Informationen:
http://www.allianz-pro-schiene.de

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