Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Transponder überwachen Autoreifen

12.06.2003


Auf nur 2,5 x 3,2 Millimetern Fläche vereint der Transponderchips verschiedenste Funktionen. ©Fraunhofer IMS


Das Auto ist auf dem Weg, ein mit Sensoren bestückter rollender Computer zu werden. Auch Druck und Temperatur der Reifen sind sicherheitsrelevant. Passive Transponder mit Signalverarbeitung in CMOS-Technik übermitteln beide Größen drahtlos.

... mehr zu:
»Reifen »Reifendruck »Transponder

Zwischen Buchdeckel gezwängt oder in Autoschlüssel vergossen, führen Transponder ein eher unscheinbares Dasein. Erst wenn die Diebstahlüberwachung an der Kaufhaustür schrillt oder die Wegfahrsperre den Autoklau verhindert, werden die Systeme aktiv wahrgenommen. Doch passiv sind die kleinen elektronischen Schaltungen streng genommen selbst dann, wenn sie ihre wenigen Identifikationsdaten drahtlos übermitteln. Denn eine zeitlich endliche Batterie zu integrieren, ist besonders bei kürzeren Sendeweiten aus Kostengründen weder erwünscht noch erforderlich. Vielmehr genügt ein von außen eingestrahltes elektromagnetisches Feld, um passive Transponder mit Energie zu versorgen und zu aktivieren. Bei Sensoren, die schon heute in Fahrzeugen der gehobenen Klasse drahtlos Reifendruck und -temperatur überwachen, kommen weitere Gründe hinzu. "Batterien machen die bisher üblichen aktiven Systeme nicht nur wartungsintensiv", weiß Dr. Gerd vom Bögel, Transponderspezialist am Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS in Duisburg. "Energiespeicher sind auch temperaturempfindlich und immerhin kann ein Reifen bei Sonne und schneller Fahrt über 100 °C warm werden."

Inzwischen werden solche Chips im kostengünstigen CMOS-Prozess in großen Stückzahlen gefertigt. Bei der passiven Variante des IMS sind alle Schaltungsbestandteile auf einem Siliziumbaustein vereint: Energieextraktor, Sensorelemente, A/D-Wandler, Mikroprozessor, Speicher für Kalibrierungsdaten und Identifikationsnummer und schließlich der Sender - auf einer Fläche von lediglich 2,5 x 3,2 Millimetern.


Mehrere Gründe sprechen dafür, solche Miniwächter in Reifen einzubauen. Mit dem Bordcomputer verbundene Systeme können den Betriebszustand der Reifen permanent überwachen. Bei einem plötzlichen Druckverlust und damit einhergehender Temperaturerhöhung erhält der Fahrer rechtzeitig ein Warnsignal - er stoppt sein Auto vor dem großen Knall. Doch viele Reifenpannen und ein erhöhter Benzinverbrauch gehen auf einen schleichenden Druckabfall zurück. Für Fahrer, die aus Gedankenlosigkeit oder Bequemlichkeit die regelmäßige Kontrolle des Reifendrucks vernachlässigen, genügen kostengünstigere Systeme, bei denen lediglich ein passiver Transponder pro Reifen mitfährt. Denkbar ist, dass erst beim nächsten Tankstopp die Werte ausgelesen und in einem Display an der Zapfsäule angezeigt werden. So oder so - schmutzige Finger wie bei der zudem zeitraubenderen konventionellen Kontrolle gehören dann der Vergangenheit an.

Ansprechpartner:

Dr. Gerd vom Bögel
Telefon 0203 - 3783-228
Fax -277
E-mail: gerd.vomboegel@ims.fraunhofer.de

Dipl.-Ing. Michael Bollerott
Telefon 0203 - 3783-227
Fax -266
E-mail: bollerott@ims.fraunhofer.de


Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ims.fraunhofer.de/datenblaetter/transponders/stpt/stpt-e.pdf
http://www.fraunhofer.de/mediendienst

Weitere Berichte zu: Reifen Reifendruck Transponder

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Hubschrauberflüge unter Extrembedingungen simulieren
27.12.2016 | Technische Universität München

nachricht HS Trier stellt neues Elektrofahrzeug für Nahverkehr vor – Weltneuheit im Bereich Mobilität
23.12.2016 | Hochschule Trier

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie